Arbeitsgruppe "Flucht, Migration und Integration"

„Es ist unaufgebbarer Ausdruck unseres christlichen Glaubens, Flüchtlingen, die bei uns Schutz vor Verfolgung und Not suchen, beizustehen. […] Ihre Würde verlangt auch eine gleichberechtigte Teilhabe am Gemeinwesen. […] Ich bitte Sie: Tun Sie alles, was Ihnen möglich ist, um Flüchtlinge und Asylsuchende in Ihrem Umfeld zu schützen“. (Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen in einem offenen Brief an die Kirchenkreise und Kirchengemeinden im Jahr 2013)

 

Engagement für Flüchtlinge und Zugewanderte macht einen wesentlichen Schwerpunkt der Arbeit des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen aus.

Darum wurde mit der Arbeitsgruppe „Flucht, Migration und Integration“ ein Team aufgebaut, das als Stabstelle direkt der Leitung des Institutes zugeordnet ist.

Zur Arbeit des Teams gehören der anwaltschaftliche Einsatz für die Rechte von Geflüchteten und Zugewanderten, die Beratung der Kirchenkreise, Ämter und Werke bei Fragen der Flüchtlingsarbeit und die Unterstützung bei der Durchführung von Kirchenasylen sowie Hilfe bei der Vergabe von Sondermitteln für Flüchtlingsarbeit der Landeskirche.

Mit dem Projekt „Engagiert in Vielfalt“ wird bis Ende 2019 das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingsarbeit von Evangelischer Kirche und Diakonie in Nordrhein-Westfalen erforscht und  es werden Konzepte zu dessen nachhaltiger Stärkung entwickelt. Dieses Projekt wird vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW gefördert.

Weitere Schwerpunkte sind die fachliche Begleitung der Förderung der Integration von Flüchtlingen, Zugewanderten und Spätausgesiedelten und die Stärkung der Rechte von nationalen Minderheiten wie Sinti und Roma.

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Rechtspopulistische Herausforderungen im Kontext von Flucht und Asyl

Rechtspopulistische Erscheinungsformen stellen eine demokratischen Gesellschaft vor große Herausforderungen. Besonders unter Druck geraten Haupt- und Ehrenamtliche aus der Arbeit mit Geflüchteten, sowie zivilgesellschaftliche Initiativen gegen Rechtsextremismus. Viele Menschen aus diesen Bereichen sind regelmäßig Anfeindungen ausgesetzt, teilweise sogar im privaten Raum.
Darüber wollen wir miteinander sprechen am 6. Oktober 2017 im Reinoldinum in Dortmund bei der Vernetzungskonferenz von Akteur_innen in der Arbeit mit Geflüchteten sowie in der Bündnisarbeit gegen Rassismus und Rechtsextremismus.
Hier finden Sie das Programm und Hinweise zur Anmeldung.

Frauen und Kinder zuerst??! – Prioritäten in der Flüchtlingspolitik

v. l. Domkapitular Dr. Thomas Witt, Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen im Erzbistum Paderborn, Pfarrer Helge Hohmann, Beauftragter für Zuwanderungsarbeit der EKvW und Moderatorin Sylvia Homann. Foto: DPH/Oliver Claes

Schutz der Menschen in den Mittelpunkt stellen - Kirchen und Politik diskutierten über Flüchtlingspolitik

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl haben Evangelische und Katholische Kirche und deren Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas Fragen und Forderungen zur Asylpolitik an Paderborner Bundestagskandidatinnen gestellt. Zu der Podiumsdiskussion kamen rund 100 Besucher in das Lukas-Zentrum. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Sylvia Homann.Es sei kein Zufall, dass die Diskussion in einem christlichen Gemeindezentrum stattfinde, betonte Christoph Keienburg, Pfarrer des Lukasbezirks und Synodalbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn für Flucht und Asyl in seiner Begrüßung: "Flüchtlinge, Witwen und Waisen, die Verletzlichsten, stehen im Christentum an erster Stelle."Fünf Forderungen stellten Pfarrer Helge Hohmann, Beauftragter für Zuwanderungsarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, und Domkapitular Dr. Thomas Witt, Vorsitzender des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn und Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen im Erzbistum, an die Politik:

  • 1. Abschiebestopp nach Afghanistan
  • 2. zügiger Familiennachzug
  • 3. Teilhabe der Flüchtlinge am gesellschaftlichen Leben
  • 4. die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellen
  • 5. eine gemeinsame Flüchtlingspolitik in der Europäischen Union


Hier können Sie den vollständigen Bericht nachlesen. 

Migration ist der Normalfall - Interview mit Helge Hohmann

Mauer um die Abschiebehaft-Anstalt Büren

"Migration ist der Normalfall, nicht die Ausnahme, und eine anthropologische Konstante. Es muss aber in einem gesellschaftspolitischen Diskurs immer neu ausgehandelt werden, wie wir diesen Normalfall gestalten. Hier ist in den letzten Jahrzehnten viel versäumt, aber auch schon einiges aufgeholt worden, besonders im Integrationsbereich," meint der Zuwanderungsbeauftragte der EKvW, Helge Hohmann, in einem Interview.
Lesen Sie hier das ganze Interview 

Das Grundrecht auf Schutz der Familie achten - Nachzug der Familie für Geflüchtete ermöglichen

Die Beauftragten für Flüchtlingsarbeit in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) wollen erreichen, dass Familienangehörige von Flüchtlingen nach Deutschland nachkommen können - ohne rechtliche und verwaltungspraktische Hürden. Dazu haben die 28 westfälischen Kirchenkreise eine gemeinsame Erklärung verfasst.

Lesen Sie den vollständigen Text der Erklärung der Synodalbeauftragten.


Vernetzung gegen Rechtspopulismus und Gewalt

Gut vernetzt sein war das Ziel des Tages. (v.l. Helge Hohmann (IKG), Dieter Frohloff (AfJ) und Martin Heider (IKG)

Am 17.02.2017 hat die erste Vernetzungskonferenz zum Thema „Rassistische Anfeindungen und Gewalt im Kontext von Flucht und Asyl“ im Regierungsbezirk Arnsberg stattgefunden. 85 Teilnehmende aus Initiativen und Organisationen der Flüchtlingsarbeit und der Arbeit gegen Rechtsextremismus folgten der Einladung ins Haus Villigst nach Schwerte.
Anlass zur Konferenz gaben aktuelle Zahlen aus Untersuchungen und Studien, die belegen, dass Geflüchtete sowie auch Mitarbeitende und Helfende in der Flüchtlingsarbeit zunehmend im Fokus rassistischer Anfeindungen und rechter Mobilisierungen und Gewalt stehen.

„Uns war es wichtig, im Rahmen dieser Konferenz gemeinsam zu diskutieren und zu planen, wie wir angesichts der anstehenden Herausforderungen handlungsfähiger agieren und uns besser vernetzen können“ erklärte Dieter Frohloff vom Organisationsteam der Konferenz und Koordinator der Gewalt Akademie Villigst im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).

Auch die Organisatoren aus dem Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW, Helge Hohmann und Martin Heider, bewerteten die ansteigenden Zahlen rechter Kriminalität kritisch. „Dieses erscheint uns angesichts der bevorstehenden Landtags- und Bundestagswahlen in 2017 besonders besorgniserregend. Es ist damit zu rechnen, dass die Wahlkämpfe rechtspopulistisch aufgeladen, polarisierend und Gewalt-verstärkend sein werden“, folgerte der Zuwanderungsbeauftragte der EKvW Helge Hohmann.

Um diesen Tendenzen angemessen zu begegnen, bedürfe es solider Hintergrundinformationen, beschrieb Frohloff in seiner Einführung. Diese bekamen die Konferenzteilnehmenden zunächst in einem Vortrag vom Politikwissenschaftler der Hochschule Düsseldorf, Alexander Häusler, über Rechtspopulismus und neue soziale Bewegungen von Rechts.

Workshops zu Themen wie „Strategien gegen Rechtspopulismus und rechte Gewalt“, „Asylrecht: Politische Entwicklungen - Einschätzungen – Lobbyarbeit“ und „Umgang mit rassistischen Parolen“ beleuchteten ergänzend unterschiedliche Aspekte des Themas und vertieften den Austausch zwischen den Besuchern.

In einer abschließenden Plenumsphase wurden Thesen aus den Workshops diskutiert.

An einer Positionierung gegen Rassismus und Rechtspopulismus kommt aus Sicht des Plenums schon allein aufgrund der gestiegenen Straftaten gegen Geflüchtete niemand vorbei. Erst recht nicht im Wahljahr, in dem eine rechtspopulistische Partei wie die AfD beansprucht, in den Landtag in NRW und in den Bundestag einzuziehen.

„Wir bewerten den gemeinsamen Tag als echten Erfolg“, resümiert Dieter Frohloff. „Der Wunsch über weitere Veranstaltungen dieser Art, im Austausch zu bleiben, über einen Blog Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen und sich gegenseitig zu stärken zeigt, wie unterstützend diese Konferenz erlebt wurde. Gerade als Kirche sind wir herausgefordert, zu jeder Art von Menschenfeindlichkeit Stellung zu beziehen und den Menschen Wege zu eröffnen, aktiv zu werden.“

Im Regierungsbezirk Arnsberg gibt es insgesamt über 650 Flüchtlingsorganisationen und –initiativen sowie Bündnisse und Organisationen im Engagement gegen  Rechtsextremismus.

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