Aus eigener Kraft

Das Projekt "Aus eigener Kraft" wird von Dezember 2019 bis November 2022 vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW (MKFFI) gefördert und vom Fachbereich "Flucht, Migration, Integration" im Institut für Kirche und Gesellschaft durchgeführt.

Hintergrund und Ziele des Projektes:

Flucht löst oftmals einen Bruch in der (Bildungs- und Erwerbs-) Biographie aus; eine besondere Begleitung der Geflüchteten, um ihre Inklusion in die Gesellschaft zu fördern, ist deswegen meist von den Betroffenen selbst gewünscht. ABER: Der Blick auf Geflüchtete ist oft defizitär geprägt ("hilfebedürftige Personen"), woraus eine "Fürsorgepädagogik" entsteht, die die Betroffenen abhängig macht und die vorhandene Ressourcen und Eigenmächtigkeit der Personen übersieht. Das Empowermentkonzept des Projektes "Aus eigener Kraft" verfolgt daher die Ziele:

  • Den Defizitblick auf Geflüchtete zu hinterfragen
  • Die Hinwendung zu den Stärken/Ressourcen von Geflüchteten zu fördern
  • Akzeptanz von eigenen Lebensentwürfen und Wahlrecht der Geflüchteten fördern
  • Eine Haltung der "Lebensweg-Begleitung" und keine Fürsorgepädagogik zu entwickeln
  • Helfende sollen sich zurück nehmen (Verzicht auf Expert*innenurteile) und die Expertenmacht eingegrenzen


Junge Geflüchtete sollen nicht als "zu integrierende Objekte" angesprochen, sondern als Akteur*innen ihrer eigenen Bildungs- und Erwerbsbiographie angesehen werden. Eingebettet wird das Projekt "Aus eigener Kraft" in den Kontext der Landesinitiative "Gemeinsam klappt´s", deren Ziel es ist, bessere Bildungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungschancen für junge Geflüchtete zu schaffen.

Zielgruppen des Projektes:
Geflüchtete:
Prozesse der Selbstermächtigung, Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit von jungen Geflüchteten im Alter von 18 bis 27 Jahren sollen angeregt und gestärkt werden. Zudem werden der Austausch und die Vernetzung mit anderen jungen Menschen (aus der Mehrheitsgesellschaft) gefördert.

Unterstützer*innen der Geflüchteten (haupt- und ehrenamtlich):
Die Sensibilisierung der Akteur*innen in den Kommunen NRWs für Empowerment-Ansätze soll erfolgen. Aktivitäten im Projekt: Im Laufe des Projektes werden Empowerment-Modulen für junge Geflüchtete entwickelt und durchgeführt. Die Module sollen:

  • Den Peer-to-Peer-Ansatz verfolgen
  • Barrierearm sein
  • prozessorientiert entwickelt und an die Bedarfe der Geflüchteten in den Kommunen angepasst werden
  • Schulungsangebote und Kreativangebote enthalten


Die Qualifizierungsmaßnahmen für die Akteur*innen in den beteiligten Kommunen werden in Regionalen Veranstaltungen und Schulung von den Referent*innen durchgeführt Zudem wird die Vernetzung der Fachkräfte, Ehrenamtlichen und Geflüchteten für einen Erfahrungsaustausch (bei zentralen Veranstaltungen) gefördert und Best-Practice-Beispiele gesammelt.
Das Projekt ist angelegt als landesweiter, selbstreflexiver Praxisprozess.

Projektleitende Fragen:

  • Wie können junge geflüchtete Menschen selbst ihre Interessen benennen, ihre Rechte kennen und Potenziale und Ressourcen auf dem Weg in den Ausbildungsmarkt nutzen und für andere einsetzen? Welche Herausforderungen bestehen dabei?
  • Welche strukturellen Benachteiligungen bestehen und wie kann dagegen partizipativ angegangen werden?
  • Wie können Maßnahmen innerhalb der einschränkenden Rahmenbedingungen gestaltet werden, sodass mehr Selbstbestimmung gewährleistet werden kann?
  • Wie können Kontakte zwischen den jungen Menschen hergestellt werden? Was sind erfolgsversprechende Modelle, um die Begegnung von jungen Geflüchteten und anderen jungen Menschen zu fördern und zu gestalten? Und wie können die in dem Arbeitsfeld handelnden Akteure für die Selbstwirksamkeit junger geflüchteter Menschen sensibilisiert werden?

Kontakt

Antonia Kreul
02304-755 350
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