Fremdlinge aufnehmen

Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der Herr euer Gott“ (Lev 19,33 ff.).
Die Aufnahme und der Schutz bedrohter Flüchtlinge gehört zum Selbstverständnis der Kirche. Wenn trotz Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten die Abschiebung eines Flüchtlings bevorsteht, die diesen möglicherweise der Gefahr für Leib und Leben aussetzt, fordert unser Glaube von uns, diesem Menschen beizustehen.
Darum verstehen wir im Fall einer solchen Gefährdung das von Kirchengemeinden gewährte Kirchenasyl, auch im Sinne der Wahrung internationaler Menschenrechte und des Geistes unserer Verfassung, als ein legitimes Mittel, unserem Schutzauftrag als Kirche gerecht zu werden.

Zufluchtsort Kirche

"Es gibt gute Gründe für Pfarreien, Flüchtlingen in Härtefällen Asyl zu gewähren", davon ist Michael Bertrams, ehemaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofes Nordrhein-Westfalen, überzeugt. In einer Kolume, die im "Kölner-Stadt-Anzeiger" erschien, geht Bertrams auf die Gründe näher ein, nach denen sich die Kirchen im Rahmen der grundgesetzlichen Glaubens- und Gewissensfreiheit in Verbindung mit ihrem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht dazu befugt sehen, Kirchenasyl zu gewähren. Lesen Sie hier die ganze Kolumne. 

"Am liebsten wäre es uns, kein Kirchenasyl gewähren zu müssen"

Bei einem Treffen von Flüchtlingsinitiativen aus ganz Deutschland haben im Juli in Frankfurt am Main Vertreterinnen und Vertreter den zunehmenden Drück von Politik und Behörden auf das Kirchenasyl kritisiert. Die Initiatoren der Kirchenasylkonferenz, Dietlind Jochims, Vorstandsvorsitzende der BAG und Andreas Lipsch, Interkultureller Beauftragter der EKHN sagten: "Zum einen gibt es den Leidensdruck durch eine immer restriktiver werdende Flüchtlingspolitik und die stark steigende Zahl von Härtefällen. Immer öfter suchen menschen verzweifelt nach Schutz in Kirchenräumen. Zum anderen gerät das Kirchenasyl selbst immer wieder unter politischen Druck, im Extremfall kommt es mittlerweile zu Strafanzeigen oder angedrohten Räumungen."
Lesen Sie hier den gesamten Text.

Praxishilfe Kirchenasyl

Seit Februar 2015 gibt es eine Vereinbarung zwischen Katholischer Kirche, der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie den Ev. Freikirchen in Deutschland mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zum Umgang mit Kirchenasylen. Teil der Vereinbarung ist die Durchführung einer Härtefallprüfung insbesondere bei Dublin-Fällen vor dem Beginn oder während eines Kirchenasyls. Das Landeskirchenamt hat Unterlagen für die Durchführung von Kirchenasylen zusammengestellt. Steht ein konkreter Fall für eine Härtefallprüfung beim BAMF an, nehmen Sie bitte umgehend mit uns Kontakt auf und wir senden Ihnen die notwendigen aktuellen Formulare zu. Die Ansprechpartner der EKvW für Kirchenasyl (siehe rechts unter Kontakt) stehen für Fragen jederzeit zur Verfügung.
Wenn Sie die Broschüre "Kirchenasyl", die gerade in 3. Auflage erschienen ist, als Heft bestellen möchten, nutzen Sie bitte diesen Weg.