Die deutschen Sinti und Roma sind eine anerkannte nationale Minderheit

Bei seinem Besuch des Bildungszentrums "Mer Ketne" in Minden hat BA Hartmut Koschyk über das Selbstverständnis der in Deutschland anerkannten nationalen Minderheiten gesprochen, zu denen seit 1995 auch die deutschen Sinti und Roma gehören. (Lesen Sie hier seine Rede)
Koschyk zeigte sich überdies beeindruckt von der engagierten Arbeit der Deutschen Sinti und Roma Minden e.V., die gut vernetzt ist ins Mindener Gemeinwesen u.a. zu Schulen und Kirchengemeinden.

"Mer Ketne" heißt "Wir zusammen"

"Mer Ketne" ist ein Ausdruck aus der Sprache der Roma, Romanes, und heißt übersetzt: "Wir zusammen". "Mer Ketne" heißt auch das neues Informations- und Bildungszentrum des Vereins der deutschen Sinti und Roma Minden e.V., dass am 29. Oktober 2016 eröffnet wurde. Das Projekt wurde möglich durch die Förderung der Stiftung 'Erinnerung, Verantwortung, Zukunft' sowie einer Mitfinanzierung durch die Evangelische Kirche von Westfalen. Neben zahlreichen Gästen nahmen an der Eröffnung auch Silvia Löhrmann, die stellvertretende Ministerpräsidentin NRWs, Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats der deutschen Sinti und Roma, sowie Albert Henz, der Vizepräsident der EKvW, teil. Das in der Königsstraße (3) in Minden gelegene Zentrum will die Öffentlichkeit über die Geschichte der deutschen Minderheit der Sinti und Roma informieren. Dazu werden regelmäßig Lesungen, Filmvorführungen, Diskussionsveranstaltungen sowie Sonderausstellungen organisiert. Gleichzeitig finden jungen Menschen, mit oder ohne Sinti-Hintergrund, hier Ansprechpartner, die sie in Schul- oder Ausbildungsfragen beraten. Über die Eröffnung berichtet Thomas Krüger (epd).

Mer Ketne: ein starkes Bekenntnis zur vielgestaltigen Gesellschaft

"Dem Projekt wohnt ein starkes Bekenntnis zur freien, offenen und vielgestaltigen Gesellschaft inne, an der alle Menschen teilhaben dürfen, die in Deutschland leben, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Prägung, Hautfarbe, Religion, sozialem Stand oder Bildungshintergrund", sagte Vizepräsident Henz von der EKvW bei der Eröffnung des Projektes "Mer Ketne", d.h. "Wir gemeinsam". Dabei solle man die Vielfalt nicht als "Ausgangspunkt von Spaltung nehmen", sondern "als Chance zur Versöhnten Vielfalt in Solidarität und mit Toleranz." Die Evangelische Kirche von Westfalen verstehe sich als Kooperationspartner. Er freue sich, dass "wir finanziell mithelfen Durften. damit die Räume hergerichtet und ausgestattet werden konnten." Inhaltlich soll das Projekt u.a. durch eine Tagung am 2. und 3. November 2017 in der Ev. Akademie Villigst begleitet werden. Lesen Sie das ganze Grußwort.

Kontakt

Edgar L. Born
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