Bundestag beschließt Reform des Sexualstraftrechts

Pressemitteilung

TERRE DES FEMMES: Entscheidung ist ein großer Erfolg für Frauenrechte

Berlin, 07.07.2016. Der Bundestag hat heute die Reform des Sexualstrafrechts beschlossen und endlich den Grundsatz „Nein heißt Nein“ rechtlich verankert. Demnach können künftig sexuelle Handlungen bestraft werden, wenn sie gegen den erkennbaren Willen der anderen Person erfolgen – unabhängig davon, ob Gewalt angewendet oder angedroht wurde. „Wir begrüßen diese Entscheidung des Bundestages. Es ist ein großer Erfolg für die Frauenrechte“, erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.

Sie vergleicht die Reform mit der von 1997, als Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt worden war. „Diese Reform ist ein weiterer Schritt, die sexuelle Selbstbestimmung der Frau zu schützen und zu stärken“, erklärt Stolle. Sie verbindet damit die Hoffnung, dass endlich auch Frauen Anzeige erstatten, die dies bislang nicht getan hätten, weil sie fürchten mussten, dass ihre alleinige ablehnende Willensäußerung nicht für einen Straftatbestand ausreichte.

Die Situation für Frauen in Deutschland, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, ist bislang katastrophal: Kaum ein Verbrechen in Deutschland wird so selten bestraft wie eine Vergewaltigung – obwohl es eine der häufigsten Formen von Gewalt an Frauen ist: Laut Dunkelfeldforschung geschehen in Deutschland etwa 160.000 Vergewaltigungen pro Jahr. Das sind mehr als 438 Vergewaltigungen pro Tag. Dem gegenüber stehen etwa 1.000 Verurteilungen jährlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann für eine Vergewaltigung bestraft wird, ist somit geringer als ein Prozent. „Dies muss endlich ein Ende haben“, sagt Stolle.

Seit vielen Jahren kämpfen Frauenrechtsorganisationen und Menschenrechtsverbände für eine Änderung des Sexualstrafrechts (§ 177 StGB) in Deutschland. TERRE DES FEMMES hat 2013 mit seiner Unterschriftenkampagne „Vergewaltigung – Schluss mit der Straflosigkeit“ den Auftakt gebildet. Zahlreiche weitere Protestaktionen folgten. Zuletzt veröffentlichte das von TERRE DES FEMMES mitgetragene Aktionsbündnis „Nein heißt Nein“ einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin mit einer scharfen Kritik am ersten Gesetzentwurf des Justizministeriums.

 

Für Nachfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/ 40504699-25, oder per Mail an presse@frauenrechte.de


http://frauenrechte.de/online/index.php

ROCK ,N´ ROLE

26. Villigster Mädchen- und Frauentreffen

Endlich ist es soweit:

Vom 19.-20.11.2016 findet das 26. Villigster Mädchen- und Frauentreffen in Haus Villigst statt. Es wird wie immer besonders, denn in diesem Jahr geht es um Rock, Röcke und Rollen. Wir freuen uns auf viele Anmeldungen.

Hier findet ihr den Flyer

Wer ganz schnell sein will, darf sich mit diesem pdf-Dokument anmelden.
Ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben und dann per Post schicken (oder einscannen, wegen der Unterschrift, und per Mail an anke.engelmann(at)kircheundgesellschaft.de senden).
Die pdf-Datei bitte erst speichern und dann mit einem pdf-Reader öffnen. So kann sie direkt am Computer ausgefüllt werden.

Mut zur Strategie Teil 1

28. -29.10.2016
Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. und das Frauenreferat der EKvW bieten seit vielen Jahren die Langzeitfortbildung "Mut zur Strategie" für Presbyterinnen an. Sie erstreckt sich über vier Jahre und ist in vier Module gegliedert. Jedes Modul ist in sich abgeschlossen, so dass die Teilnahme auch nur an einzelnen Modulen möglich ist.

Dieses überregionale Fortbildungsangebot richtet sich sowohl an neu gewählte, wie auch an in ihrem Amt bestätigte Presbyterinnen. Nach den Kirchwahlen im Februar 2016 startet in diesem Jahr ein neuer Durchgang.
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SOPHIAS SCHWESTERN philosophieren im Grünen

24. -26. Juni 2016 Sauerland, Bödefeld
Die Theologin und Autorin Christina Brudereck (www.christinabrudereck.de ) erzählt von weisen, klugen Frauen, die sie beeindrucken und leitet zum Schreiben eigener Texte an. Gemeinsam wird über den Sinn und Unsinn des Lebens philosophiert und ein Wochenende an einem wunderschönen Ort gelebt.
Christina Brudereck, Theologin und Autorin und Nicole Richter, Frauenreferat der EKvW, eröffnen Einblicke in die Gedankenwelt weiser Frauen. Nachdenken, austauschen, verschwestern, vegetarisch kochen, beten, Yoga, singen und feiern - für alles das wird Zeit sein! Ein Wochenende an einem wundervollen Ort im Sauerland (www.bleibe.de) für interessierte Frauen ab 25 Jahren.
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Zwischen Wohnzimmer und Welt

5. Dortmunder Frauenmahl war ausgebucht!

In unseren Wohnzimmern verbinden sich verschiedene Welten: Die Berufs- und Familienwelt, die globale Welt mit ihren Herausforderungen und die virtuelle Welt. „Welche Frauenbilder begegnen uns zwischen Wohnzimmer und Welt?“, war das Thema des diesjährigen Frauenmahls, zu dem 155 Frauen am Freitag, den 19. Februar 2016 in die St. Petrikirche am Westenhellweg in Dort-mund kamen. An drei langen Tafeln saßen sie mit Blick auf das Goldene Wunder, den besonderen Altar, der in verschiedenen Bildern die Geburtsgeschichten der biblischen Vorfahrinnen zeigt. Die heilige Emerentia, die Urgroßmutter Jesu, ist die Schirmherrin des Dortmunder Frauenmahls, das bereits zum fünften Mal erfolgreich stattfand. Organisiert wurde das Frauenmahl durch ein breites Frauenbündnis bestehend aus Frauenreferat der EKvW, Ev. Frauenhilfe in Westfalen, Amt für Mission Ökumene und Weltverantwortung, Ev. Akademie Villigst, Institut für Aus-Fort- und Weiterbildung der EKvW, Stadtkirche St. Petri Dortmund sowie dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund, ZONTA Club Dortmund Phönix und der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragen des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund. Vier Frauen hielten pointierte Reden zu verschiedenen thematischen Aspekten.

Hanim Ezder, Leiterin des Muslimischen Familienbildungswerks Köln, sprach über ihre eigenen biografischen Erfahrungen als studierte Muslimin in Deutschland. Sie plädierte für einen vorurteilsfreieren Umgang mit muslimischen Frauen und eine differenzierte Darstellung von Musliminnen z.B. im Fernsehen. „Nicht alle Frauen, die Kopftuch tragen, werden unterdrückt. Nicht alle Frauen, die türkisch aussehen, können kein Deutsch“, fasste die Islamwissenschaftlerin ihre Erfahrungen zusammen. In ihrem Bildungszentrum setzt sie sich für die Förderung von muslimischen Mädchen und Frauen ein. Die Angebote erstrecken sich von Sprachkursen über Seminare und Fortbildungsveranstaltungen u.a. zu sozialen, politischen und interreligiösen Themen.
Zweite Rednerin war Aycha Riffi, Medienpädagogin und Leiterin der Grimme-Akademie in Marl. Sie sensibilisierte die Zuhörerinnen für die Darstellung von Frauen im Film und plädierte für die bewusstere Wahrnehmung und Stärkung von Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen. Eine gute Möglichkeit Frauen im Film zu fördern sei u.a. das Internationale FrauenFilmFestival, das alle zwei Jahre in Dortmund stattfinde. In diesem Jahr vom 19.-24. April 2016 in Köln.
Zwischen den Reden gab es ein türkisch-vegetarisches Buffet und viel Gelegenheit zum Austausch unter den Frauen. Für den musikalischen Rahmen sorgte Ines Ringe aus Dortmund mit ihrem Konzert-Akkordeon.
Veye Tatah vom Verein Africa Positive, lenkte den Blick auf afrikanische Frauen in Deutschland. In ihrer Rede stellte sie u.a. einflussreiche afrikanische Politikerinnen vor. „Afrikanische Frauen leben ihre Weiblichkeit anders als deutsche Frauen, sie kleiden sich bunt, ausdrucksstark und haben dennoch politische Macht“, so fasste Veye Tatah die unterschiedlichen kulturellen Frauenwelten zusammen. In Deutschland erlebe sie, dass sich Frauen, wenn sie sich weiblicher kleiden, weniger ernst genommen würden. Weiblichkeit und Macht schließen sich in Afrika nicht aus, so ihr Fazit. Mit ihrer Vereinsarbeit bei Africa Positive setzt sie sich mit ihrem Team für eine positive und differenzierte Wahrnehmung von Afrikanerinnen in Deutschland ein. Im Jahr 2010 erhielt sie dafür das Bundesverdienstkreuz am Bande (www.africa-positive.de).
Vierte und letzte Rednerin des 5. Frauenmahls war die Bloggerin und Journalistin Katrin Rönicke aus Berlin. Bekanntgeworden ist sie durch ihr Buch „Bitte freimachen!“, das im letzten Jahr erschien. Sie vertrat die These „Frauen müssen in allen öffentlichen Bereichen gleichberechtigt vertreten sein, so z.B. auch in Kriegsgebieten“. Mit ihrer Rede „Konfliktlösung braucht Frauen“ regte sie intensive politische Gespräche unter den Teilnehmerinnen an. Katrin Rönicke verfasst unter www.fraulila.de regelmäßig feministische Artikel und vernetzt sich mit anderen, jüngeren Feministinnen im Internet.
Wer das Thema „Zwischen Wohnzimmer und Welt“ noch weiter durchdringen wollte, konnte das bei der anschließenden Tagung am Samstag, 20. Februar im Mütterzentrum in Dortmund tun. Einige Frauen, die bei dem Frauenmahl keinen Platz mehr bekommen hatten, konnten mit den Rederinnen Katrin Rönicke und Aycha Riffi in einem Workshop intensiv zu dem Thema arbeiten und u.a. Blogs von feministischen Aktivistinnen entdecken.
Weitere Informationen über das bundesweite Projekt „Frauenmahl“ finden Sie unter www.frauenmahl.de oder www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat. Dort sind auch in Kürze die Beiträge der vier Rednerinnen nachzulesen.

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Interreligiöse Feier zum Internationalen Frauentag 2016

Grenzen-los

Christliche und muslimische Frauen laden ein

 

Grenzen sind sinnvoll und hilfreich. Sie können aber auch ausgrenzen und lebensfeindlich sein! Grenzen trennen, um Räume zu schaffen, um Orientierung zu geben, oder auch um anderen Schutz zu bieten. Sie verfeinden aber, wenn sie daran hindern, andere in ihrem Anderssein wahrzunehmen und einander zu begegnen.
In einer pluralen, vielfältigen und immer bunter werdenden Gesellschaft ist es wichtiger denn je, zugleich Grenzen zu überwinden wie auch Grenzen zu respektieren.
Daher sagen wir grenzen – los! und wollen als Frauen aus verschiedenen
Religionen und Kulturen zusammen kommen, um in der Begegnung hemmende
Grenzziehungen zu überwinden und los –zu gehen, auf die Suche nach einem gemeinsamen Weg.
Dazu lädt die muslimisch-christliche Vorbereitungsgruppe interessierte Frauen herzlich ein!
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Unwiderstehliche Ökonomisierung und widerständige Spiritualität

27. Westfälischer TheologinnenTag am 13.02.2016 in Dortmund
Ökonomisierung und Spiritualität – kann man diese beiden Haltungen zusammen denken? Oder muss es nicht automatisch heißen: Entweder Ökonomisierung oder Spiritualität? Entweder realistisch sein oder vergeistigt? In diesem Spannungsfeld bewegten sich gut 50 Theologinnen während des 27. Westfälischen TheologinnenTag (WTT) am 13.02.2016 in Dortmund.
Den ersten inhaltlichen Impuls gab Prof. Dr. Klara Butting mit einer Bibelarbeit zu Daniel 3: Schon die biblischen Texte erzählten vom Leben in einer ökonomisierten Gesellschaft. Sie beschrieben die Gefahr eines Denkens, das vor allem anderen die Frage stellt: „Wie rechnet sich das für mich?“. In Klara Buttings Auslegung von Dan 3 – die drei Männer im Feuerofen – wurde deutlich, dass die Setzung entweder Ökonomisierung oder Spiritualität keineswegs der eindeutige biblische Weg ist. So bekennen sich die Männer zwar einerseits klar zum Gott Israels andererseits bekleiden sie vor wie nach ihrer Rettung aus dem Feuerofen hohe Posten in eben dem gesellschaftlichen System, das die Anbetung des Goldes verlangt.

Auch im anschließenden Vortrag, der auf einer Auslegung von Mk 10,17-27- der Erzählung vom reichen Jüngling – basierte, konfrontierte Klara Butting die Teilnehmerinnen einerseits mit der biblischen Vision ewigen Leben, jenseits von arm und reich, und andererseits mit der biblisch bezeugten Erfahrung, dass diese Vision sich bereits innerbiblisch nicht erfülle. Diese Spannung sei bis heute erfahrbar und nicht einfach so, z. B. durch einen richtigen Weg, aufzulösen: „Ewiges Leben ist nicht ein Seinszustand am Ende eines individuellen Heilsweges, für den irgendein Lehrer oder Exerzitienmeister einen geheimen Trainingsplan hätte.
Die Hoffnung auf ewiges Leben richtet sich auf eine grundlegende Veränderung des Zusammenlebens.“ Mit dem Gegensatz von Kairos (dem rechten Zeitpunkt) und Chronos (der messbaren Zeit) nahm Prof. Dr. Beate Hofmann den biblischen Faden der gegensätzlichen Erfahrungen auf und transportierte ihn in die Realität diakonischer Arbeitsfelder. Sie beschrieb die Verpflichtung zum ökonomischen Handeln in der Diakonie einerseits und die lange Tradition diakonischer Spiritualität andererseits. Diakonische Spiritualität sei dabei stets eine Kraftquelle für diejenigen gewesen, die in ihrer Arbeit oft auch weit über ihre Grenzen hätten hinausgehen müssen. Orte und Zeiten zu schaffen, an denen Kairos sich ereignen könne, sei eine Aufgabe diakonischer Spiritualität. Unwiderstehliche Ökonomisierung und widerständige Spiritualität, das sei aktuell angesichts der sog. ‚Flüchtlingsfrage‘ auch eine Herausforderung und ein Kairos für die Ortsgemeinden: „Hier [in den Ortsgemeinden] sehe ich viele Möglichkeiten, widerständige Spiritualität zu gestalten und Kairoserfahrungen Raum zu geben.“ Am Ende des Tages hatte sich die Spannung zwischen Ökonomisierung und Spiritualität keineswegs aufgelöst. Zwischen Spiritualität und Ökonomisierung muss Übersetzungsarbeit geleistet werden – von der einen zur anderen und im Verständnis der beiden.
Diana Klöpper

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Gender im Kloster

Foto: Jörg Wetjen

„Blick zurück – nach vorn“, lautete der Titel des Seminars, das der Fachbereich Männer, Familie, Ehrenamt und das Frauenreferat der EKvW im Institut für Kirche und Gesellschaft vom 8.-10.01.2016 erstmalig durchgeführt haben. Dreiundzwanzig Menschen, darunter sechs Männer, hatten sich angemeldet und wollten in der Ruhe des Stifts Börstel auf ihr Jahr 2015 zurückschauen und den Blick für das neue Jahr 2016 weiten. Neben Gebetszeiten der Stiftsdamen in der Tradition von Taizé, praktizierten die Teilnehmenden auch Yoga und reflektierten ihr Rollenverhalten als Männer und Frauen. „Ich will mich nicht mehr als kleines Mädchen fühlen, wenn mein Chef mit mir spricht – ich bin schließlich über vierzig!“, resümierte eine Teilnehmerin ihren Blick zurück. Ein Teilnehmer fasste den Entschluss nach einem Jahr der Durststrecke, nun einen beruflichen Neustart zu wagen und seiner Familie dabei einen größeren Stellenwert einräumen zu wollen als bisher. „Das Seminar hatte die eigene kritische Reflektion mit Genderblick zum Ziel“, so Martin Treichel, Landesmännerpfarrer der EKvW. „Dabei lag unser Fokus sowohl auf der Reflektion in geschlechterhomogenen Gruppen als auch im Austausch zwischen Frauen und Männern“, ergänzt Nicole Richter, Fachbereichsleiterin des Frauenreferats der EKvW.

So gab es z.B. eine Einheit, in der Männer und Frauen sich Fragen stellen konnten, die sie beschäftigen. „Wie würdet ihr reagieren, wenn euer Sohn euch darüber informiert, dass er homosexuell ist?“, wollten die Frauen wissen. „Für uns wäre es schlimmer, wenn unser Sohn einen rechtsradikalen Freund mit nach Hause brächte. Homosexualität an sich ist kein Problem für uns“, lautete die Antwort. „Wie findet ihr es, als das ´Schöne Geschlecht´ bezeichnet zu werden?“, fragten die Männer. „Als schön bezeichnet zu werden ist kein Problem, aber darauf reduziert zu werden sehr wohl“, entgegneten die Frauen. Neben dem Austausch zu Genderfragen inspirierte die Teilnehmenden auch der Tagungsort Stift Börstel. Sobald das Auto geparkt ist, wird die klösterliche Abgeschiedenheit spürbar. Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster ist seit fast 400 Jahren Heimat eines ökumenisch besetzten Stiftskapitels. Das Freiweltliche Stift liegt mitten im Wald an der Straße Berge - Herzlake, am Nordrand des Landkreises Osnabrück. Nach alter Tradition der Zisterzienser ist die nächste Ortschaft auch heute noch eine Fußweg-Stunde entfernt. Seit der Reformation bis heute können 10 Frauen in das  Stiftskapitel aufgenommen werden. Das Freiweltliche Stift Börstel ist als ökumenische geistliche Gemeinschaft mit acht evangelischen und zwei katholischen Kapitelplätzen eine Besonderheit in der heute noch bestehenden Kloster- und Stiftslandschaft in Niedersachsen. Die Gruppe hatte auch die Möglichkeit, die Geistliche Gemeinschaft des Stiftes zu erleben und an den regelmäßigen Andachten in der Tradition von Taizé teilzunehmen. „Blick zurück- nach vorn!“- das  Kloster-Gender-Seminar zu Jahresbeginn überzeugte die Teilnehmenden, so dass der neue Termin für 2017 schon feststeht: 06.-08.01.2017.

 

 

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Hello Mrs. Perfect

Dr. Gisela Matthiae

3. Westfälischer FrauenKirchenTag fand in Dortmund statt

Aus allen Richtungen kamen sie zum 3. Westfälischen FrauenKirchenTag –  165 Frauen reisten u.a. von Siegen, Bielefeld, Münster, Hamm, Recklinghausen, Bochum nach Dortmund ins Reinoldinum, um über den weiblichen Anspruch perfekt zu sein nachzudenken. Anke Steger, Gleichstellungsbeauftragte des Ev. Kirchenkreises Dortmund, eröffnete den Tag.  Der Dortmunder Frauenchor Nicolettas, präsentierten zunächst einige Lieder aus ihrem Repertoire, luden aber auch zum Mitsingen ein. Dr. Gisela Matthiae, Theologin und Clownin, näherte sich dem Thema „Perfekt sein“ auf humorvolle Weise. Sport treiben, beruflich erfolgreich sein, Kinder perfekt erziehen, schlank, schön, gesund und flexibel sein, dass sind einige der derzeitigen gesellschaftlichen Mrs. Perfect-Ansprüche. Doch wie kann frau sich diesen Bildern entziehen, sich distanzieren und selbstbewusst den eigenen Weg gehen?

Ulrike Heibutzki und Anja Niewohner

Antworten fand Dr. Gisela Matthiae in der Bergpredigt. Ihre Botschaft lautete: „Es ist nicht das Ziel Vollkommen zu sein, sondern den eigenen göttlichen Glanz in sich zu entdecken und zum Leuchten zu bringen, denn: Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern, denn sie werden satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.“ Inspiriert und begeistert von der außerwöhnlichen Bibelarbeit gingen die Teilnehmerinnen nach dem vegetarischen Mittagssnack in die verschiedenen Workshops. Sie lernten u.a. „Nein sagen“, probierten frauenfreundliches Selbstmanagement, experimentierten mit digitalen Fotokameras oder entspannten nach verschiedenen Techniken. Bei Kaffee und Keksen wurden die Erlebnisse ausgetauscht, bevor es dann mit dem intergenerativen Podiumsgespräch weiter ging. Drei Frauen unterschiedlichen Alters hatten auf der Bühne Platz genommen –  unter ihnen Helen Lessing, 20 Jahre, Studentin aus Bielefeld; Astrid Gießelmann, 44 Jahre, Pfarrerin aus Herford, Psychologin und Coach und Christel Zander, 78 Jahre, Vorsitzende des Fördervereins Schwerter Beginenhöfe e.V. „Welche Mrs. Perfect-Bilder nehmen die Frauen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen heute wahr? Und wie grenzen sie sich ab?“, fragte die Moderatorin Nicole Richter, Fachbereichsleiterin Frauenreferat der EKvW die Runde.  Helen Lessing betonte, dass es gerade im Zeitalter von Selfies und Social Media schwer ist, sich den gängigen Schönheitsbildern der schlanken, schönen, erfolgreichen Frau zu entziehen. Gerade durch das Wissen, um den Perfektheitskult ist es uncool ihm zu entsprechen, aber dennoch wirkt er. Der Anspruch heißt klug, reflektiert und nachhaltig sein zu müssen, so Helen Lessing, das bedeute z.B. keine Kleidung aus 1. Hand zu kaufen, kein Fleisch aus kontiventionellem Handel zu essen und keinen Kaffee ohne Fairtrade-Siegel zu trinken. Doch auch dieses Bild des perfekten modernen Menschen kann zu einem Zwang werden, so die Studentin. Astrid Gießelmann nimmt in ihren Beratungen einen Unterschied zwischen den Perfektheitsbildern von Männern und Frauen wahr. Während Frauen perfekte Beziehungen suchten, strebten Männer eher nach Perfektion im Job. Christel Zander hat in ihrem Leben verschiedene Perfektheitsansprüche erlebt. In Kriegszeiten waren es andere als heute, in ihrem Beruf als Lehrerin andere als in der Buchhaltung oder als heute in ihrer Arbeit als ehrenamtliche Vorsitzende einer Frauenwohngemeinschaft. Ein Ziel im Umgang mit dem weiblichen Anspruch perfekt zu sein könnte bedeuten, die Ansprüche genau zu betrachten und zu überlegen,– wo will ich ihm entsprechen und wo mache ich mir bewusst auch keinen Stress und akzeptiere mich und meine Talente so wie sie mir geschenkt sind. Abgerundet wurde der erlebnisreiche Tag mit einem liturgischen Abschluss und einem gegenseitigen Salbungsritual, angeleitet von Martina Gerlach, Frauenreferentin im Kirchenkreis Gladbeck, Bottrop, Dorsten. Der dritte Westfälische FrauenKirchenTag wurde organisiert von der Konferenz der Frauenreferentinnen und Gleichstellungbeauftragten der EKvW, dem Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung, der Ev. Frauenhilfe in Westfalen und dem Frauenreferat der EKvW im Institut für Kirche und Gesellschaft.

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Pflegearbeit geht alle an!

Teilnehmerinnen des Europäischen Netzwerkes Oikosnet "Gender&Justice" in Corrymeela, Nord Irland, www.corrymeela.org

Europäisches Frauen-Netzwerk tagte in Nordirland

Fakt ist: Die Menschen in Deutschland werden immer älter und mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden. Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2060 auf 4,7 Mio. Menschen steigen wird – dann wären 6 % der Gesamtbevölkerung auf Pflege angewiesen, doppelt so viele wir heute. Doch von wem sollen diese Menschen gepflegt werden? Bereits heute fehlen in Deutschland in der Pflegebranche Fachkräfte. Vor dieser und anderen Herausforderungen rund um das Thema „Pflege“ steht Deutschland nicht alleine, wie die Mitglieder des europäischen Netzwerkes Oikos-net „Gender&Justice“ bei ihrer Tagung im September feststellten. Vertreterinnen aus Akademien und Bildungsinstitutionen der Schweiz, den Niederlanden, Österreich, Norwegen, Irland und Deutschland diskutierten miteinander die globalen Herausforderungen, die sich in Bezug auf Pflege und Geschlechtergerechtigkeit bereits heute und in Zukunft stellen.

Ein Phänomen, das in den Niederlanden, Österreich, der Schweiz als auch in Deutschland sehr verbreitet ist, ist die Tatsache, dass Pflegebedürftige zunehmend zu Hause betreut und gepflegt werden wollen und auch werden. Da die Belastung der Pflegenden, meistens Frauen, durch Berufstätigkeit und die Sorge um die Kinder bereits sehr stark ist, wird die Pflege für ältere Angehörige vermehrt an Hilfskräfte abgegeben. Frauen aus osteuropäischen Ländern werden zunehmend in besserverdienenden Familien als günstige Pflegekräfte beschäftigt, oft ohne Arbeitsverträge und ohne den seit Januar 2015 geltenden Pflegemindestlohn. Andere Frauen reduzierten ihre berufliche Arbeitszeit um Angehörige zu pflegen, was wiederum erheblichen Einfluss auf ihre Renten und auch ihre Karrierechancen hat.
Die Teilnehmerinnen des europäischen Gender-Netzwerkes diskutierten auch Gabriele Winkers Buch „Care Revolution – Schritte in eine solidarische Gesellschaft“. In dem beschreibt die Autorin die gegenwärtige Situation in der Pflege oder Care-Arbeit als eine „umfassende Care-Krise“. Fachkräfte in Erziehung, Pflege und Betreuung seien überfordert, da sich ihre Arbeitsbedingungen stetig verschlechtern würden – durch Arbeitsverdichtung, Zeitdruck, Personalnot und prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Auch im Privaten würden vor allem Frauen die Notlagen im Pflegesystem auffangen, nämlich durch unbezahlte „Care-Arbeit“. Winker plädiert dafür, eine neue gesellschaftliche Kultur zu etablieren, in der die Sorge für sich und andere eine eigenständigen Stellenwert bekommt. Am Ende der Europäischen Gender-Tagung waren sich die Teilnehmerinnen einig: Die im Beruflichen wie im Privaten vornehmlich von Frauen geleistete Care-Arbeit braucht dringend mehr gesellschaftliche Anerkennung und Aufwertung sowie eine faire Bezahlung auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene! Denn mit Blick auf die demografische Gesamtentwicklung in Europa wird Pflege oder Care-Arbeit früher oder später für alle ein Thema werden.
Weitere Informationen auch unter www.care-revolution.org.

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Auf den Spuren von Argula von Grumbach

„Argula – wer?“
Auf den Spuren einer Reformatorin durch Bayern

Von Nicole Richter

Als sich zwölf Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Rheinland und Westfalen Ende August per Fahrrad auf die Spuren der „Argula von Grumbach“ begeben, haben nur wenige ihren Namen schon einmal gehört. Wer war diese Frau mit dem besonderen Namen? Argula von Grumbach wurde 1492 in dem kleinen Ort Beratzhausen in Nordbayern geboren, wahrscheinlich auf der Burg Ehrenfels, die heute nur noch als Ruine zu besichtigen ist. Sie stammte aus dem bayrischen Adelshaus von Stauff und war theologisch sehr gebildet. Im Alter von zehn Jahren schenkte ihr Vater ihr eine deutsche Bibel, die sie mit Begeisterung las. Argula von Grumbach wurde eine Anhängerin der Lehre Luthers und die erste Frau, die geistliche Flugschriften verfasste. Sie scheute sich nicht öffentlich aufzutreten und sich für die Lehre der Reformation einzusetzen. Sie schrieb Sendbriefe an Kurfürsten, Stadträte, Professoren und stand im Briefwechsel mit Martin Luther. Ihre Schreiben verfasste sie allesamt in deutscher Sprache. Mutig für eine Zeit, in der sich die Gelehrten ausschließlich auf Latein verständigten. Latein konnte sie aber nicht und ihr war daran gelegen, dass viele Menschen ihr Anliegen nachvollziehen und lesen konnten.

Bekannt wurde Argula von Grumbach mit ihrem verfassten Brief an die Ingolstädter Professoren im Jahr 1523. Seit einem Jahr war es in Bayern verboten die Lehren Martin Luthers anzunehmen und zu diskutieren, als an der Universität Ingolstadt der 18-jährige Arsacius Seehofer genau das tut. Er wird zum Widerruf seiner lutherischen Lehre gezwungen und verhaftet. Argula von Grumbach ergreift Partei für den jungen Reformator, verfasst am 7. September 1523 einen Brief an die Universität Ingolstadt und deren Rektor Johannes Eck. Sie  untermauert ihre Argumentationen mit biblischen Zitaten und fordert die Gelehrten zur Diskussion heraus. Damit erlangt sie als erste weibliche Flugschriftautorin eine große öffentliche Aufmerksamkeit. Ihre Publikationen wurden bis zu 30.000 Mal gedruckt -  so hohe Auflagen erreichten sonst nur die Schriften Martin Luthers. Insgesamt verfasst Argula von Grumbach sieben Flugschriften, erhält aber auf keine eine Antwort. Ihr Engagement bleibt dennoch nicht reaktionslos: ihr Mann wird aus seinem Beruf des Landpflegers in Dietfurt entlassen – mit der Begründung, er habe seine Frau nicht von dem Vorhaben abbringen können. Die Familie verarmt, die Ehe zwischen der Protestantin Argula und ihrem katholischen Mann Friedrich von Grumbach kriselt. Auch die übrige Familie stellt sich gegen Argula. Und so kommt es, dass sich Argula von Grumbach nach 1524 nie mehr öffentlich zu Wort meldet. Die Geschichte der ersten evangelischen Publizistin leuchtet auf wie ein heller Stern. Aber der helle Stern verlischt schnell wieder – zu ungewöhnlich ist ihr kirchenpolitisches und theologisches Denken für die damalige Zeit. „Heute, mehr als 500 Jahre später, haben wir Argula von Grumbach und ihre Gedanken wieder aufleben lassen“, so Dr. Susanne Wolf, Pfarrerin am Gemeinsamen Pastoralkolleg  im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen. Zusammen mit Nicole Richter, Fachbereichsleiterin des Frauenreferats der Evangelischen Kirche von Westfalen hat sie die Pilger-Radreise auf den Spuren der ersten evangelischen Schriftstellerin und Reformatorin geplant. Von Ingolstadt über Dietfurt nach Beratzhausen und Nürnberg führten sie eine Gruppe von Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Rheinland und Westfalen. Sie besuchten u.a. die Argula von Grumbach-Str. und kamen mit den Anwohnern über die bedeutende, ihnen aber unbekannte Reformatorin ins Gespräch. Sie hörten Vorträge über Frauen in der Reformation in Nürnberg und pausierten auf dem Weg immer wieder für kleine Leserasten, bei denen sie die Texte der Argula von Grumbach lasen und in der Gruppe intensiv diskutierten.
Es war die erste Radpilgerreise auf den Spuren der Reformatorin Argula von Grumbach und sicher nicht die letzte, so die Organisatorinnen. Denn gerade mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 ist die besondere Würdigung von Reformatorinnen entscheidend – besser spät als nie.

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Abschied und Jubiläum

Jubiläum: 50. Ausgabe der Lila Blätter … und Abschied!

 1988 war es so weit: Das erste Frauenreferat in der EKD wurde in der Evangelischen Kirche von Westfalen gegründet. Und kurze Zeit später - im Dezember 1989 - erschien die erste Ausgabe der LILA BLÄTTER. Damals mit dem Untertitel „Rundbrief des Frauenreferats der EKvW“ mit vielen frauen- und kirchenpolitischen Themen und Informationen. 50. Ausgaben der Lila Blätter sind seitdem erschienen – ein Jubiläum, das zum Innehalten einlädt! Viele verschiedene Referentinnen aus dem landeskirchlichen Frauenreferat der EKvW und einige Ehrenamtliche haben seitdem in dem Redaktionsteam mitgearbeitet und ihre Ideen und Gedanken in das Magazin eingebracht. Die Schwerpunkte hatten ein breites Spektrum und wechselten zwischen feministisch-theologischen und gesellschaftspolitischen Themen, z. B.: „Zum Bilde Gottes geschaffen - Beiträge zur Gen- und Reproduktionstechnologie“, „Brustkrebs“, „Arbeitgeberin Kirche“ „Homosexualität“, „Umgang mit Trennung und Scheidung“ und „Familie leben“.

Zwei Mal gab es einen „Relaunch“- einen Veränderungsprozess – sowohl im Layout als auch im inhaltlichen Aufbau der Publikation. Das Jubiläum, also die 50. Ausgabe der Lila Blätter, gab nun erneut den Anlass innezuhalten und über den weiteren Fortbestand der Lila Blätter nachzudenken. Die sinkende Abonenntinnenzahl, eine steigende Arbeitsbelastung und der Wunsch nach aktuellerer Informationsweitergabe waren schließlich Punkte, die zu einer klaren Entscheidung führten: Die 50. Ausgabe der Lila Blätter wird die Letzte sein! “Wir werden uns auch weiterhin frauenpolitisch zu Wort zu melden!“, so Nicole Richter, Fachbereichsleiterin des FB 5 im Institut für Kirche und Gesellschaft. Das Frauenreferat der EKvW im Institut für Kirche und Gesellschaft wird zukünftig auf „Lila Links“ setzen und frauenpolitische Informationen in einem Newsletter bündeln und verbreiten. Der Newsletter kann kostenlos über die Webseite www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat bezogen werden. „Es geht also weiter - nur anders“, resümiert Nicole Richter, denn „die Themen, die in den Lila Blättern behandelt wurden sind und bleiben weiterhin aktuell“.

 Das derzeitige Redaktionsteam bestehend aus Anke Engelmann (Verwaltung), Sylvia Bachmann-Breves (Juristin), Diana Klöpper (Pfarrerin) und Nicole Richter (Journalistin) bedankt sich bei allen Frauen und Männern, die zum Gelingen der Lila Blätter beigetragen haben. „Wir danken den Grafikerinnen für ihre wunderbaren kreativen Ideen und deren Umsetzung, den Druckereien für die gute Zusammenarbeit, den Werbepartnern für die finanzielle Unterstützung und natürlich den Abonnentinnen, den interessierten Frauen und Männern, die die Lila Blätter gelesen, durchgestöbert oder verschenkt haben!“

Die letzte Ausgabe der Lila Blätter ist soeben unter dem Titel „Jubiläum und Abschied“ erschienen und kann im Frauenreferat unter

 Fon: 02304/755-234 oder

eMail: anke.engelmann(at)kircheundgesellschaft.de

bestellt werden. Darin u.a. ein Kommentar zur Ukraine Krise von Dr. Holger Gemba, Informationen zum alternativen Organspendeausweis der Evangelischen Frauen in Deutschland und Tipps und Termine aus den Kirchenkreisen.

Eine Anmeldung für den frauenpolitischen Newsletter ist ab sofort auf der Webseite unter www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat möglich.

 

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Vielfalt leben und begleiten! Fachtag Gender

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat sich auf den Weg
gemacht und ein Zeichen für Offenheit und gelebte Vielfalt gesetzt.
Dies zeigt der Beschluss der Landessynode vom November 2014.
Gleichgeschlechtliche Paare dürfen in einem öffentlichen Gottesdienst
gesegnet werden.
Wie schaffen wir eine offene, einladende Atmosphäre, in der sich
alle angenommen fühlen, z. B. in den Gemeinden, der Jugendarbeit,
den Kindergärten? Wie kann ein Leben in Vielfalt in der Gemeinde oder in der Jugendarbeit praktisch funktionieren?
Der Fachtag Gender bietet einen Raum für Informationen, Austausch
und Diskussion rund um die Facetten von Geschlechtergerechtigkeit.
Dabei gibt die FUMA Fachstelle Gender NRW Impulse zu den Themen „Gender und geschlechtliche Vielfalt“.
In Projekt-Stationen werden bewährte Methoden und neue Gender-Ideen für die Kinder-, Jugend- und Gemeindearbeit vorgestellt und ausprobiert.
Seien Sie herzlich willkommen zum Kennenlernen, Austauschen
und Kooperieren!

Magazin der Vereinten Evangelischen Mission

Zwangsprostituierte, Haushaltshilfen, Kindersoldaten: Millionen Menschen sind Opfer von Menschenhandel. Die VEM hilft.Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema in der aktuellen Ausgabe.

Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland

Einen Überblick über die Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland gibt der erste Atlas zur Gleichstellung, der Anfang März 2015 erschienen ist. Der Atlas wurde vom Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie in Kooperation mit der Konferenz der Frauenreferate und Gleichstellungsstellen in den Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) herausgegeben. Vorbild der Veröffentlichung ist der Gleichstellungsatlas des Bundes. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm würdigte die Möglichkeiten der vertieften Analyse, die der Atlas eröffnet. Überrascht habe ihn, wie vielfältig sich die Situation in den einzelnen Landeskirchen schon auf den ersten Blick darstelle. "Möge der Atlas vielfach genutzt werden, um dem Ziel einer gleichberechtigten Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche noch ein Stück näher zu kommen".

1989 hatte die EKD-Synode in Bad Krozingen beschlossen, die ausgewogene Repräsentanz von Männern und Frauen in kirchlichen Gremien anzustreben. Die Synode des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR fasste ein Jahr später in Leipzig ähnliche Beschlüsse. Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums dieser Beschlüsse stellte Simone Mantei vom Studienzentrum für Genderfragen die Ergebnisse des Gleichstellungsatlasses im November bei der EKD-Synode in Dresden vor. Die Zielvorgabe von 1989 haben aktuell sowohl die Synode der EKD mit einem Frauenanteil von 46 Prozent als auch der Rat der EKD mit einem Frauenanteil von 47 Prozent fast erreicht. Im Vergleich lag der Frauenanteil im Bundestag im vergangenen Jahr bei 36,5 Prozent, in der Bundesregierung bei 40 Prozent.

Neben den Daten zu der Verteilung der Leitungsämter wurden auch Zahlen zum kirchlichen Leben erhoben. EKD-weit liegt der Anteil der Männer, die sich ehrenamtlich engagieren, bei 31 Prozent. Auch der Anteil der Frauen im Pfarramt wurde untersucht. Die Präses der EKD-Synode Irmgard Schwaetzer zeigte sich vom Ergebnis überrascht: "Gefühlt hatten wir den Eindruck, dass inzwischen mehr Pfarrerinnen als Pfarrer in der evangelischen Kirche Dienst tun. Realität ist, dass unter den Ordinierten 33 Prozent Frauen sind – immerhin." Bemerkenswert sei auch mit nur 20 Prozent die geringe Repräsentanz von Frauen auf der Mittleren Leitungsebene. Mit der Suche nach den Ursachen soll sich laut Beschluss der Synode eine Folgestudie des Studienzentrums befassen. Sie wird die Anforderungsprofile für kirchliche Leitungspositionen auf mittlerer Ebene untersuchen. Studienleiterin Simone Mantei kündigte an, dass diese Studie voraussichtlich 2016 erscheinen wird.

Weiter enthält der Atlas auch Informationen über die konkrete Verteilung von Männern und Frauen bei den Beschäftigten in Kirche und Diakonie und zum kirchlichen Leben. "Wir sind gespannt, was die Auswertung der Daten in den Landeskirchen ergibt", sagte Oberkirchenrätin Kristin Bergmann, die in der EKD für Gleichstellungsfragen zuständig ist. "Der Atlas stellt die Datengrundlage zur Verfügung. Wie die Daten allerdings zu interpretieren sind und welche kirchenpolitischen Schlüsse daraus zu ziehen sind, muss jetzt in den entsprechenden Gremien vor Ort diskutiert werden". Die Gleichstellungsbeauftragten der Landeskirchen, die den Atlas zusammen mit dem Studienzentrum herausgeben, werden diesen Prozess in den Landeskirchen begleiten und unterstützen, so Bergmann.

 

Der Atlas zur Gleichstellung kann für 3,50€ (zzgl. Versand) bestellt werden.
Anke Engelmann 02304/755230
anke.engelmann@kircheundgesellschaft.de

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Ein Zeichen setzen gegen Gewalt - die Selfie-Aktion
„Gewalt gegen Frauen verletzt uns alle!"

Am 25. November ist der Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Das Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen beteiligt sich an der Aktion „Gewalt gegen Frauen verletzt uns alle!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und ruft dazu auf, sich an der Selfie-Aktion gegen Gewalt zu mitzumachen:
So geht‘s:
• Laden Sie dafür eines der Logoschilder herunter.
• Drucken Sie das Logoschild aus und schreiben Sie Ihre persönliche Botschaft darauf, z.B. „Jede 3. Frau ist von Gewalt betroffen." oder „Setz ein Zeichen gegen Gewalt - teile diese Nummer."
• Fotografieren Sie sich mit dem Logoschild des Hilfetelefons in der Hand.
• Posten Sie anschließend Ihr Selfie über alle geeigneten Kanäle Ihres sozialen Netzwerks, beispielsweise bei facebook oder twitter. 
• Rufen Sie Ihre FreundInnen und Follower dazu auf, die Aktion ebenfalls zu unterstützen, damit die Nummer und die Internetadresse des Hilfetelefons möglichst häufig geteilt und verbreitet werden.
• Wenn Sie keine sozialen Netzwerke nutzen, können Sie Ihr Selfie auch direkt per E-Mail senden an: unterstuetzung(at)hilfetelefon.de.
• Alle eingesendeten Selfies sowie „Posts", die den Hashtag #hilfetelefon tragen, werden auf der Aktions webseite http://www.aktion.hilfetelefon.de/gesammelt veröffentlicht.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Gottesdienstmaterial zum 14. Sonntag nach Trinitatis (21.09.2014) und darüber hinaus



Gottesdienstmaterial zum 14. Sonntag nach Trinitatis, dem Sonntag der gerechten Gemeinschaft von Frauen und Männern

Texte, Beiträge und Materialien für Gottesdienste und Andachten.

Herausgegeben von Christina Ossenberg-Gentemann und Ute Hedrich

 

 

 

Where´s the best place to be a woman?

Leider rangiert Deutschland bei der neusten BBC Studie zum Thema eher auf den untersten Plätzen.

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Gemeinsame Stellungnahme

Artikel aus der UK Nr. 33

Von Nicole Richter

"Es war keine leichte Geburt", darüber waren sich die Frauen und Männer nach der hitzigen Debatte um den Stellenwert von Ehe und Familie einig. Anlässlich des Stellungnahmeprozesses zur Hauptvorlage "Familien heute" hatten sich der landeskirchliche Frauenausschuss und der Landesvorstand der Männerarbeit unter Beteiligung der beiden Fachbereiche des Instituts für Kirche und Gesellschaft erstmalig zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen. Aber am Ende konnte die einberufene Arbeitsgruppe doch einen Erfolg präsentieren: eine gemeinsame Stellungnahme des Landesvorstandes der Männerarbeit und des landeskirchlichen Frauenausschusses der EKvW zur Hauptvorlage "Familien heute".

„Wir begrüßen die Verwendung des „funktionalen Familienbegriffs“ in der Hauptvorlage, so Dr. Helmut Eiteneyer, Vorsitzender der Männerarbeit der EKvW, „weil er von einem ethischen Kern her die Vielfalt der Formen gegenwärtig gelebter Familie in den Blick nimmt.“ Elke Markmann, Vorsitzende des landeskirchlichen Frauenausschusses ergänzte: „Wir wollen Familie nicht patriarchal oder matriarchal denken, sondern als einen partnerschaftlichen Verbund, der durch Respekt und Liebe und Verlässlichkeit zusammengehalten wird.“ Fürsorge, Initiative bei notwendigen Klärungen, Sorge um Stabilität und Verbindlichkeit sehen sie als eine gemeinsame Aufgabe von Frauen und Männern und auch von heranwachsenden Kindern. Allerdings würde der funktionale Familienbegriff in der Hauptvorlage nicht konsequent durchgehalten. So seien verschiedene Formen wie „Regenbogenfamilien“ zwar benannt, aber in den aufgeführten Beispielen würden sie nicht weiter vorkommen und blieben somit doch eine Sonderform, heißt es in der Stellungnahme. Als Herausforderung nehmen der Landesvorstand der Männerarbeit wie auch der landeskirchliche Frauenausschuss wahr, dass die Ausweitung des Familienbegriffs in der Diskussion als Abwertung traditioneller Familienformen, insbesondere der Ehe, verstanden werden kann. Ziel sollte es jedoch sein, im Blick auf die Würdigung und Unterstützung von Familien einen Gegensatz von traditionellen und besonderen Formen zu überwinden. „Unser Glaube stellt uns vor die Herausforderung, uns immer wieder darüber zu verständigen, wie Familie heute gelingen kann“, so Dieter Rothardt, Landesmännerpfarrer der EKvW. Der Erfahrungsreichtum der biblischen Überlieferung und die kritische Reflexion des christlichen Glaubenslebens liefern dazu Anregungen und Bausteine, die ein weites Bild von Familie aufzeigen. Deshalb müsste in Zukunft auch theologisch an der Definition von Familie weitergearbeitet werden, so eine gemeinsame Forderung. Den in der Hauptvorlage befürworteten offenen Umgang mit Homosexualität innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen sehen Frauenausschuss und Landesvorstand Männerarbeit positiv. Die Offenheit für unterschiedliche Lebensformen sollte zukünftig auch dadurch zum Ausdruck kommen, dass theologisch die Segenshandlung für alle Paare neu diskutiert wird. „Vielfalt anzuerkennen bedeutet hierbei nicht, der Beliebigkeit Raum zu geben“, so Diana Klöpper, Pfarrerin im landeskirchlichen Frauenreferat. Im Mittelpunkt des Verständnisses von Familie steht weiterhin die Übernahme von Verantwortung, allerdings jenseits von festgeschriebenen Lebens- und Liebesmodellen, so der Wortlaut der Stellungnahme. Es sei Zeit für die Überarbeitung und Erweiterung der Trau- und Segensagende, so dass ein Segensritual für alle Familienformen in öffentlichen Räumen möglich wird. Im Hinblick auf das gesellschaftliche Rollenverhalten von Männern und Frauen erkennen Frauenreferat wie auch der Fachbereich „Männer, Familie, Ehrenamt“ eine Engführung, die sich an alten Klischees orientiert. Sie setzen sich für die Stärkung vielfältiger Rollenbilder ein, in dem sie bewusst Angebote und Räume schaffen, in denen neue Formen gelebt werden können. Die Veränderungen von Frauen- und Männerrollen haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass das Familienleben immer wieder neu abgestimmt und organisiert werden muss. Das Management familiärer und beruflicher Erfordernisse verstehen beide Fachbereiche des Instituts für Kirche und Gesellschaft nicht als Privatsache. Es bedarf aus ihrer Sicht der konsequenten Entwicklung familienfreundlicher Strukturen, neuer Arbeitszeitmodelle, gezielter Kinderbetreuungsangebote für Berufstätige und Ehrenamtliche, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen – auch in der Kirche. Die gemeinsame Stellungnahme finden Sie in Gänze hier.

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Closing the Gender Gap: Act now!

Frauen in Deutschland verdienen weniger als Männer. Das belegen auch aktuelle Studien der OECD und des Weltwirtschaftsforums. Rangierte Deutschland in 2006 weltweit noch auf dem 5. Platz, muss man nach dem neuesten Bericht des Weltwirtschaftsforums weiter unten suchen: Deutschland befindet sich auf dem 13. Platz, noch hinter den Phillipinen und Nicaragua. Die Gründe für die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern sind vielschichtig. Schon der Slogan der OECD Studie macht deutlich, dass sich hier schleunigst etwas ändern muss: Act now! - Jetzt handeln!
Weitere Infos zum Thema finden Sie unter Download.

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Anke Engelmann
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Film: 25.Villigster Mädchen- und Frauentreffen

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5. Dortmunder Frauenmahl

Rede
Aycha Riffi

Rede
Veye Tatah

Rede
Hanim Ezder