Ein Zeichen setzen gegen Gewalt - die Selfie-Aktion
„Gewalt gegen Frauen verletzt uns alle!"

Am 25. November ist der Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Das Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen beteiligt sich an der Aktion „Gewalt gegen Frauen verletzt uns alle!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und ruft dazu auf, sich an der Selfie-Aktion gegen Gewalt zu mitzumachen:
So geht‘s:
• Laden Sie dafür eines der Logoschilder herunter.
• Drucken Sie das Logoschild aus und schreiben Sie Ihre persönliche Botschaft darauf, z.B. „Jede 3. Frau ist von Gewalt betroffen." oder „Setz ein Zeichen gegen Gewalt - teile diese Nummer."
• Fotografieren Sie sich mit dem Logoschild des Hilfetelefons in der Hand.
• Posten Sie anschließend Ihr Selfie über alle geeigneten Kanäle Ihres sozialen Netzwerks, beispielsweise bei facebook oder twitter. 
• Rufen Sie Ihre FreundInnen und Follower dazu auf, die Aktion ebenfalls zu unterstützen, damit die Nummer und die Internetadresse des Hilfetelefons möglichst häufig geteilt und verbreitet werden.
• Wenn Sie keine sozialen Netzwerke nutzen, können Sie Ihr Selfie auch direkt per E-Mail senden an: unterstuetzung(at)hilfetelefon.de.
• Alle eingesendeten Selfies sowie „Posts", die den Hashtag #hilfetelefon tragen, werden auf der Aktions webseite http://www.aktion.hilfetelefon.de/gesammelt veröffentlicht.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Egg freezing - erst Karriere, dann Kind

In den alten Bundesländern ist laut statistischem Bundesamt jede dritte Akademikerin ab 45 Jahren kinderlos. „Social egg freezing“, das Einfrieren von Eizellen in möglichst jungen Jahren, soll es Frauen ermöglichen, nach der so genannten „rush hour of life“ noch schwanger zu werden. – Von Diana Klöpper

Jetzt oder lieber später?

Die Firmen Facebook und Apple machen gerade Schlagzeilen, weil sie ihren Mitarbeiterinnen angeboten haben, die Kosten für das „egg freezing“ zu übernehmen. Fairerweise muss man dazu sagen, dass es sich hierbei nicht um das einzige Angebot an Familien durch die beiden Unternehmen handelt.

Ist „egg freezing“ eine familienfreundliche Maßnahme? Ich finde nicht!

„Social egg freezing“ passt in den Trend, dass sich der Mensch den Bedingungen der Arbeitswelt anpassen muss und nicht die Arbeitswelt den Bedürfnissen der Menschen.

Die Hauptvorlage ‚Familien heute’ der Evangelischen Kirche von Westfalen beschreibt diesen Trend in ihrem ersten Teil.
Von denen, die erwerbstätig sind, wird ein hohes Maß an Flexibilität erwartet. Jetzt auch maximale Flexibilität wenn es darum geht, wann Frauen Mütter werden?

Nicht nur ein Frauenproblem

Anstatt Frauen nahezulegen, erstmal Karriere zu machen und dann Kinder zu kriegen, wünsche ich mir, dass Frauen und auch Männer ermutigt werden, Karriere und Kinder zu verbinden. Das gelingt aber nur, wenn diese Frage nicht allein als Frauenproblem oder individuelles Problem einer Familie gesehen wird, sondern als gesellschaftliche Herausforderung.

Eltern brauchen die Sicherheit, dass das Leben mit Kindern für sie nicht in unkalkulierbare wirtschaftliche Risiken führt.
Kinder bedeuten auch bei uns immer noch ein Armutsrisiko. Wenn ein Elternteil – aus welchen Gründen auch immer – alleinerziehend wird, ist es mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf schnell vorbei.

Auf den Satz ‚Ich bin schwanger’ dürfen Vorgesetzte nicht mit Entsetzen reagieren.

Vor allem wünsche ich mir aber eine Veränderung in unserem gesellschaftlichen Familienbewusstsein: Auf den Satz ‚Ich bin schwanger’ dürfen Vorgesetzte nicht mit Entsetzen reagieren. Sie sollten sich freuen können, weil sie in ihrer Personalplanung längst bedacht haben, wie es in einem solchen Fall weitergeht. Genau das gleiche muss passieren, wenn ein Vater ankündigt, Elternzeit nehmen zu wollen.

Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen sollten gemeinsam kreativ werden und Modelle entwickeln, die es Müttern ermöglichen Karriere zu machen.
Vor allem sollte Mehrarbeit nicht mehr die Grundvoraussetzung dafür sein, auf der Karriereleiter nach oben zu kommen.
Auf Spiegel Online ist von den ‚Höchstleisterinnen’ die Rede, die zwölf Stunden am Tag arbeiten. Keine Zeit für Dates – kein Partner – kein potentieller Kindsvater. Erwerbstätige Mütter und Väter arbeiten meist auch mindestens 12 Stunden am Tag – einen großen Teil davon allerdings unbezahlt…

Instrument der Familienplanung?

Bleibt die Frage, ob Frauen das Recht haben sollten frei zu entscheiden, wann sie schwanger werden wollen und ob dieser Zeitpunkt gegebenenfalls durch das Einfrieren von Eizellen künstlich nach hinten im Leben verschoben werden darf.

Ich finde, das kann keine Lösung sein.
Das Einfrieren von Eizellen kann in medizinisch begründeten Einzelfällen für Frauen mit Kinderwunsch eine geeignete Maßnahme sein. Es taugt aber nicht als selbstverständliches technisches Instrument der Familienplanung.

Leben ist nicht bis ins Letzte planbar. Methoden wie „egg freezing“ gaukeln uns das nur vor.

Elternwerden, Mutterwerden bedeutet eine totale Veränderung im Leben und die Entscheidung für ein Leben mit Kindern birgt immer Risiken in sich. Leben ist nicht bis ins Letzte planbar. Methoden wie „egg freezing“ gaukeln uns das nur vor.

Passt es gerade?!

Wir können uns als Gesellschaft dafür entscheiden, dass es kein wirtschaftliches Risiko mehr bedeutet, Kinder zu haben.
Ich wünsche mir, dass Frauen – gerade die Frauen zwischen 25 und 40 – nicht länger darüber nachdenken müssen, ob es denn jetzt wohl gerade beruflich passt, schwanger zu werden.
Es ist unsere Pflicht als Gesellschaft, Frauen Erwerbstätigkeit und Familie zu ermöglichen. Damit die Botschaft, dass eine Mitarbeiterin schwanger ist oder ein Mitarbeiter Elternzeit nehmen muss, mit einem strahlenden „Wie schön!“ beantwortet wird.

 

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25. Villigster Frauen- und Mädchentreff

„Unglaublich wundervoll!“ Es ist die besondere Atmosphäre, die Christa Gloger am Villigster Mädchen und Frauentreffen begeistert. Sie ist zum ersten Mal dabei. Mit ihren stolzen 79 Jahren ist sie die älteste Teilnehmerin beim 25. Villigster Mädchen und Frauentreffen, das am 15.-16.11.2014 in Haus Villigst, Schwerte stattfand. Gemeinsam mit einer Gruppe von Mädchen und Frauen ist sie aus Sendenhorst angereist. Die Tatsache, dass Frauen aller Altersgruppen ein Wochenende lang gemeinsam verbringen, hat sie überzeugt. „Total cool“, findet es auch Lilith Keßner aus Hamm. Sie ist 13 Jahre alt und die jüngste Teilnehmerin. „Das Haus ist so toll und die Workshops! Aber das Beste ist, einmal etwas ohne Männer zu machen!“, sagt Lilith und grinst.

Ihre Mutter hat ihr das Wochenende zum Geburtstag geschenkt – als „Mutter-Tochter-Event“. In diesem Jahr feierte das Treffen das 25. Jubiläum und 124 Teilnehmerinnen folgten der Einladung. Nach einer dynamischen „Come together“- Einheit verteilten sich die Teilnehmerinnen in 7 Workshops. Dort nähten sie bunte Loopschals, häkelten trendige Mützen, entspannten bei Qi Gong oder improvisierten Theaterszenen. Einige setzten sich auch mit ihrer Persönlichkeit intensiv auseinander und besuchten einen Coachingworkshop. Ein Highlight war diesmal der Auto-Werkstatt-Kurs mit Anne Braun, einer gelernten Autotechnikmeisterin aus Schwerte. Sie zeigte den Teilnehmerinnen u.a. wie Öl geprüft, Lampen ersetzt und Reifen gewechselt werden. Abends erwartete die Mädchen und Frauen ein feierlicher Galaabend mit Tanz, frauenpolitischem Quiz, Präsentation der Workshopergebnisse und einem Rückblick auf die Entstehung des Villigster Mädchen- und Frauentreffens. Initiiert wurde es in den 80-iger Jahren von Mitarbeiterinnen des Amtes für Jugendarbeit in der EKvW. „Den Gründerinnen ging es damals vor allem darum, Räume für Mädchen- und Frauen zu schaffen.“, beschreibt Meike Zeipelt, Referentin für Mädchenpolitik im Amt für Jugendarbeit, die Entwicklung. Die Referentinnen für Mädchenarbeit hätten die Erfahrung gemacht, dass in den Offenen Treffs der Gemeinden, Mädchen oft keinen Platz hatten. „Es gab viele Jungen, die sich ihren Raum nahmen, aber wenige Mädchen, die sich in den Einrichtungen wohlfühlten.“, so Meike Zeipelt. Das Mädchen- und Frauentreffen sollte also ein Ort sein, an dem Mädchen und Frauen mit ihren Themen, Fragen, Anliegen einen Platz haben. Das ist auch heute noch der Anspruch. „Wir sehen das Treffen als eine einmalige Gelegenheit, um mit Frauen und Mädchen über das Leben, Gott und Feminismus nachzudenken. Und das in einem Rahmen der Spaß macht, Lebendigkeit ausstrahlt und Lebensfreude versprüht.“, so Nicole Richter, Fachbereichsleiterin im Frauenreferat der EKvW. Seit vier Jahren veranstalten das Amt für Jugendarbeit und das Frauenreferat im Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW das Treffen gemeinsam. Erstmalig kooperierte auch die Stadt Schwerte. Birgit Wippermann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte, sieht in der neuen Kooperation eine bereichernde Vernetzung, die es auszubauen gilt. Am Sonntag stand der Austausch zwischen „Jung und alt“ auf dem Programm. Die Teilnehmerinnen diskutierten u.a. über die Erfolge der verschiedenen Frauenbewegungen und tauschten sich über aktuelle Formen des frauenpolitischen Protests aus. „Seid wach! Denn ihr kennt weder Tag noch Stunde!“, so lautete der Appell an die eigene Achtsamkeit in dem abschließenden Gottesdienst, der viele Frauen sehr bewegte. Mit dem Lied „Sister carry on!“ endete das lebendige Treffen, das 2016 wieder stattfinden wird.

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Gottesdienstmaterial zum 14. Sonntag nach Trinitatis (21.09.2014) und darüber hinaus

Gottesdienstmaterial zum 14.Sonntag nach Trinitatis, dem Sonntag der gerechten Gemeinschaft von Frauen und Männern

Texte, Beiträge und Materialien für Gottesdienste und Andachten.

Herausgegeben von Christina Ossenberg-Gentemann und Ute Hedrich

 

 

 

Aktuelle Ausgabe LILA BLÄTTER Nr. 48

Zweimal im Jahr veröffentlicht das Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen das Magazin die "Lila Blätter". Und das bereits seit 1989!
Die aktuelle Ausgabe befasst sic mit dem Schwerpunkt: Frauen in Führung in Kirche und Gesellschaft!

2014 ist das Jahr, in dem in der Evangelischen Kirche von Westfalen „40 Jahre Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt“ an verschiedenen Stellen gefeiert wird. Mit dem Synodenbeschluss vom 18. Oktober 1974 sind in der Evangelischen Kirche von Westfalen Pfarrerinnen und Pfarrer rechtlich gleichgestellt. Damit wurde 1974 auch für Frauen der Weg in die Gemeindeleitung und in andere kirchliche und diakonische Leitungsämter frei. Bis heute jedoch ist diese Entwicklung eine Ausnahme, denn weltweit gesehen, verweigern die meisten Kirchen Frauen immer noch den Platz auf der Kanzel. Die Ordination von Frauen ist ein Zeichen: Es ist das ‚Ja!’ der Evangelischen Kirche zu Frauen in Führungspositionen – in Kirche und Gesellschaft! Im Mittelpunkt der neuen Ausgabe der Lila Blätter steht deshalb sowohl die Entwicklung von Theologinnen in der EKvW, als auch Frauen in Führung in unserer Gesellschaft. Pfarrerin Christina Ossenberg-Gentemann stellt u.a. die Frauenhofer Studie „Unternehmenskulturen verändern – Karrierebrüche vermeiden!“ vor: Sie vertritt die These, dass es mehr Frauen in Führung nur durch eine veränderte Unternehmenskultur geben wird. Dass es Frauen in Führung schon in der Bibel gab, beschreibt Dr. Cornelia Schlarb, Georg-August-Universität Göttingen, sehr eindrücklich in ihrem Artikel „Von Junia bis Theodora – Frauen als Apostelinnen, Lehrerinnen, Diakoninnen und Bischöfinnen“. Darüber hinaus beantworten in der Rubrik „Durchblick“ Prominente wie die Soziologin Frigga Haug und die TV -Moderatorin Lisa Ortgies die Frage: „Warum brauchen wir Femi-nismus?“. Ein Fotoprojekt der besonderen Art haben zwei junge Frauen aus Iserlohn durchgeführt. „Ich bin Ich“ ist eine sehenswerte Fotoausstellung mit Menschen mit Beeinträchtigung – mehr dazu in der Rubik „Schöpferinnen“. Frauenpolitische Veranstaltungen in Westfalen, Rezensionen und Tipps finden die Leser und Leserinnen ebenfalls in der 48. Ausgabe der Lila Blätter.

Die LILA BLÄTTER können für 9€ im Jahr (inklusive Versand) abonniert oder einzeln für 4,50€ (zzgl. Versand) bestellt werden.
Anke Engelmann
02304-755-230
anke.engelmann(at)kircheundgesellschaft.de

Frauen in Führung!

  • Michael Westerhoff

1974 – 2014: 40 Jahre rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt in der EKvW. Frauenordination ist das ‚Ja!’ der Evangelischen Kirche zu Frauen in Führungspositionen.
Am 18.10.1974 hat die Synode der EKvW die vollkommene rechtliche Gleichstellung von Pfarrerinnen und Pfarrern beschlossen. Damit war in der EKvW auch für Frauen der Weg in die Gemeindeleitung und andere kirchliche Leitungsämter geöffnet. Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Kultur soll im Jahr 2014 das Thema ‚Frauen in Führung’ aus kirchlicher und gesellschaftlicher Sicht diskutiert und bearbeitet werden. Frauenordination ist ein sowohl ein kirchliches wie auch ein politisches Thema. Es ist eng verknüpft mit Fragen nach dem gesellschaftlichen und kirchlichen Rollenbild der Frau und Fragen der gesamtgesellschaftlichen und kirchlichen Gleichstellung von Frauen und Männern.
Vom 12.-13. Juni 2014 lädt die EKvW zu einer zentralen Tagung zu diesen Themen ein. Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops nehmen das Thema, 'Frauen in Führung’ in den Blick. Darüber hinaus ist Raum und Zeit zum Feiern des Jubiläums.
In Westfalen finden verschiedene Veranstaltungen zu dem Thema statt.
Eine Übersicht finden Sie hier!

Radiobeitrag WDR 5
"Seit 40 Jahren haben Pfarrerinnen gleiche Rechte: Frauen in Führung"
von Katrin Berger

Equal Pay Day in Unna

Equal Pay Day - das ist der internationale Aktionstag für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. In diesem Jahr fand der Equal Pay Day mit dem Schwerpunktthema "... und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen" am 21. März 2014 in Unna statt. Warum am 21. März? Er markiert den Tag, an dem Frauen genauso viel Geld verdient haben wie Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres. Das heißt: Frauen in Deutschland müssen im Schnitt 80 Tage länger arbeiten, um die bestehende Gehaltsdifferenz auszugleichen.

An deutlichen Worten ließ es NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider am Equal Pay Day nicht fehlen: "Dass Frauen für die gleiche Arbeit nach wie vor deutlich schlechter bezahlt werden als Männer ist ein gesellschaftliches Ärgernis und ein kultureller Skandal". Unmissverständlich forderte er, "diese Lohnlücke endlich zu schließen."

Ungerechtigkeit mit Langzeitfolgen

Tatsächlich verdienen laut jüngsten Statistiken Frauen in Deutschland 22 Prozent weniger als Männer, EU-weit sind es "nur" 16 Prozent. Gerade Alleinverdienenden droht durch diese unangemessene Bezahlung die Altersarmut, sagte der Minister und verwies damit zugleich auf die Langzeitfolgen: "Schon heute ergibt sich bei der Rente im Vergleich zu Männern eine Lücke von rund 60 Prozent."

Dass ungerechte Entlohnungsverhältnisse keineswegs nur für gering Qualifizierte gelten, zeigen aktuelle Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin. Demnach liegt der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied auch Vollzeiterwerbstätiger in Führungspositionen und hochqualifizierten Tätigkeiten in der Privatwirtschaft bei fast einem Viertel.

Anlass genug für den Minister, die Ursachen des Missverhältnisses zu nennen - den hohen Anteil von Frauen an den Beschäftigungsformen Minijobs und Teilzeitarbeit zum Beispiel, die oft niedrigere Eingruppierung von Frauen oder Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie - und zugleich klar zu stellen, "dass wir Regelungen schaffen wollen, um etwa Frauen die Rückkehr von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung zu erleichtern."

Breites Bündnis für mehr Gerechtigkeit

Landrat Michael Makiolla ergänzte die Ausführungen des Ministers mit detaillierten Angaben zur Lage im Kreis. Hier liegt das Erwerbseinkommen unter dem Durchschnitt des Bundes wie auch des Landes. "Davon sind Frauen besonders betroffen", stellte er fest, und lenkte den Blick vor allem auf die 24.800 Minijob-Beschäftigten in der Region, hauptsächlich Frauen, von denen knapp 4 000 Aufstockerinnen sind, die also öffentliche Transferleistungen des Jobcenters in Anspruch nehmen müssen, um über die Runden zu kommen. "Das müssen wir ändern", lautete sein Verdikt, das gewiss nicht als bloßes Lippenbekenntnis zu werten ist, wie das intensive Engagement der Kreisverwaltung bei der Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung beweist.

Von "kommunaler Verantwortung" sprachen Josefa Redzepi, die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt und Unnas Bürgermeister Werner Kolter, der präventive Maßnahmen zur Vermeidung geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede einforderte und dabei das neue System beim Übergang von der Schule in den Beruf als beispielhaft nannte, insofern hier der Grundstein gelegt werden könne, die gegenwärtigen Präferenzen von Mädchen für oft geringer bezahlte Berufe wie Friseurin oder Verkäuferin zu modifizieren und durch eine Veränderung auch in den Köpfen der Eltern die Berufseinstiegschancen von Mädchen zu verbessern.

Qualifizierte Frauen

Trotz zahlreicher Präsenz von Fachleuten aus Politik und Verwaltung war der Equal Pay Day im Rathaus der Stadt Unna alles andere als eine geschlossene Expertenrunde. Vielmehr bot der von der Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet und den Gleichstellungsstellen des Kreises Unna sowie der Kreisstadt Unna als "Red Dinner" gestaltete Tag interessierten Frauen und Männer vielerlei Gelegenheit, sich über Vor- und Nachteile von Minijobs und Teilzeitarbeit zu informieren und "bei Brezeln und Getränken" mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft zu diskutieren.

Das Gespräch mit Arbeitsminister Guntram Schneider suchten und fanden zum Beispiel drei berufstätige Frauen, allesamt Alleinerziehende. Christina etwa - "Nachnamen spielen keine Rolle, denn heute sprechen wir nicht nur für uns persönlich, sondern stellvertretend für eine Vielzahl von Frauen in NRW mit ganz ähnlichen Problemen" - ist gelernte Fleischereifachverkäuferin und arbeitet in Teilzeit. Sie kritisierte vor allem "die völlig unzureichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Johanna, medizinische Fachangestellte, und Miriam, Kauffrau im Einzelhandel, haben zurzeit lediglich einen Minijob, wünschen sich möglichst rasch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, "um unsere und die Existenz unserer Kinder eigenständig zu sichern."

Trotz guter Berufsabschlüsse, trotz Motivation und trotz aller Bemühungen ist ihnen nach der Babypause der Übergang in einen sozialversicherungspflichtigen Job noch nicht gelungen. Sie vermuten, dass Arbeitgeber Alleinerziehenden skeptisch gegenüber stehen, "weil sie vielleicht fürchten, eine alleinerziehende Mutter könne dem Betrieb fern bleiben, wenn an einem Tag mal die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist."

Intensive Unterstützung

Ihren Unmut über die Hindernisse, die ihnen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach der Erziehungspause bei der Rückkehr ins Erwerbsarbeitsleben in den Weg legen, konnte Minister Guntram Schneider sofort nachvollziehen. Er lobte in diesem Kontext "das hilfreiche Angebot" des Jobcenters Unna für alleinerziehende Mütter, das auch die drei genannten Frauen in Anspruch nehmen.

So hat das Jobcenter für diese Personengruppe spezielle Fachvermittlungsstellen gegründet. "Hier", erläuterte Fachvermittlerin Farina Pick von der Geschäftsstelle Bergkamen, "ist der Betreuungsschlüssel geringer, so dass mehr Informations- und Beratungszeit für die einzelne Kundin zur Verfügung steht. Zugleich bündeln sich hier die Erfahrungen und Kompetenzen in dem Handlungsfeld, in dem wir als Schnittstelle zu weiteren unterstützenden Einrichtungen wie etwa dem Jugendamt oder Betreuungseinrichtungen, aber auch zu Arbeitgebern fungieren. Sein Pendant findet die spezielle Fachvermittlungsstelle auch im Arbeitgeberservice des Jobcenters Unna, wo Sebastian Kadlec für das Thema "Alleinerziehende" zuständig ist.

In immer neuen, wechselnden Gesprächskonstellationen nahm der Minister am Equal Pay Day in Unna die ganz unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen der Frauen zur Kenntnis, diskutierte mit ihnen über die geschlechtsspezifische Lohnungleichheit, über das deutlich niedrigere Gehalt in frauentypischen Berufen, über die relativ wenigen Frauen in Führungspositionen oder über Probleme von Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen unterbrechen müssen. Zugleich informierte über die Rechte im Minijob oder erläuterte den Sinn der Landesinitiative "Faire Arbeit - Fairer Wettbewerb", die ja gerade das Ziel hat, prekäre Beschäftigung auch und vor allem von Frauen zu verhindern.

Verfassungsauftrag realisieren

Kompetente Unterstützung fand er dabei in Christel Humme. Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und heutige Botschafterin der Landesinitiative hielt die Überwindung der Rollenverteilung - "der Mann ist der Ernährer, die Frau die Zuverdienerin" - für den "Schlüssel zum Abbau der Lohnungleichheit". Sie forderte gesetzliche Regelungen, "wie sie von uns etwa mit dem Entgeltgleichheitsgesetz auf den Weg gebracht worden sind". Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass die Forderung nach gleichem Lohn schon 100 Jahre alt ist: "Jetzt müssen wir uns für Transparenz bei den Lohnstrukturen in Betrieben und öffentlichen Verwaltung einsetzen und Verfahren entwickeln, die helfen, die Ungleichheit zu beseitigen - notfalls kombiniert mit Sanktionen!"

Dass Handlungsbedarf besteht, stand auch für Minister Guntram Schneider außer Zweifel: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt, heißt es im Grundgesetz. Doch die bestehenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen, dass wir von der Realisierung dieses Verfassungsauftrags auch heute noch weit entfernt sind. Das wollen wir ändern!"

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WTT - Theologin Sein im 21. Jahrhundert in der EKvW

Theologinnen in der EKvW haben in den letzten 80 Jahren viel bewegt! 1934 gründete sich der Theologinnenkonvent in Westfalen. Vierzig Jahre später – 1974 – beschloss die Synode der EKvW die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt. Damit war das Ziel erreicht, für das sich die Theologinnen in Westfalen im Konvent engagiert hatten. Für den Konvent als Interessenvertretung der Theologinnen ging es von nun an um die konkrete Umsetzung der rechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt. Die Gestaltung des Amtes und des Berufsbildes als Pfarrerin waren ab jetzt die vorrangigen Themen. Sowie die Frage nach notwendigen strukturellen Veränderungen innerhalb des Pfarrberufes zur Herstellung der Geschlechter-gerechtigkeit zwischen Pfarrerinnen und Pfarrern. 2014 findet der WTT zum 25. Mal statt. Den Flyer mit dem detaillierten Programm finden Sie hier.

Where´s the best place to be a woman?

Leider rangiert Deutschland bei der neusten BBC Studie zum Thema eher auf den untersten Plätzen.

Lesen Sie selbst!

Gemeinsame Stellungnahme

Artikel aus der UK Nr. 33

Von Nicole Richter

"Es war keine leichte Geburt", darüber waren sich die Frauen und Männer nach der hitzigen Debatte um den Stellenwert von Ehe und Familie einig. Anlässlich des Stellungnahmeprozesses zur Hauptvorlage "Familien heute" hatten sich der landeskirchliche Frauenausschuss und der Landesvorstand der Männerarbeit unter Beteiligung der beiden Fachbereiche des Instituts für Kirche und Gesellschaft erstmalig zu einer gemeinsamen Sitzung getroffen. Aber am Ende konnte die einberufene Arbeitsgruppe doch einen Erfolg präsentieren: eine gemeinsame Stellungnahme des Landesvorstandes der Männerarbeit und des landeskirchlichen Frauenausschusses der EKvW zur Hauptvorlage "Familien heute".

„Wir begrüßen die Verwendung des „funktionalen Familienbegriffs“ in der Hauptvorlage, so Dr. Helmut Eiteneyer, Vorsitzender der Männerarbeit der EKvW, „weil er von einem ethischen Kern her die Vielfalt der Formen gegenwärtig gelebter Familie in den Blick nimmt.“ Elke Markmann, Vorsitzende des landeskirchlichen Frauenausschusses ergänzte: „Wir wollen Familie nicht patriarchal oder matriarchal denken, sondern als einen partnerschaftlichen Verbund, der durch Respekt und Liebe und Verlässlichkeit zusammengehalten wird.“ Fürsorge, Initiative bei notwendigen Klärungen, Sorge um Stabilität und Verbindlichkeit sehen sie als eine gemeinsame Aufgabe von Frauen und Männern und auch von heranwachsenden Kindern. Allerdings würde der funktionale Familienbegriff in der Hauptvorlage nicht konsequent durchgehalten. So seien verschiedene Formen wie „Regenbogenfamilien“ zwar benannt, aber in den aufgeführten Beispielen würden sie nicht weiter vorkommen und blieben somit doch eine Sonderform, heißt es in der Stellungnahme. Als Herausforderung nehmen der Landesvorstand der Männerarbeit wie auch der landeskirchliche Frauenausschuss wahr, dass die Ausweitung des Familienbegriffs in der Diskussion als Abwertung traditioneller Familienformen, insbesondere der Ehe, verstanden werden kann. Ziel sollte es jedoch sein, im Blick auf die Würdigung und Unterstützung von Familien einen Gegensatz von traditionellen und besonderen Formen zu überwinden. „Unser Glaube stellt uns vor die Herausforderung, uns immer wieder darüber zu verständigen, wie Familie heute gelingen kann“, so Dieter Rothardt, Landesmännerpfarrer der EKvW. Der Erfahrungsreichtum der biblischen Überlieferung und die kritische Reflexion des christlichen Glaubenslebens liefern dazu Anregungen und Bausteine, die ein weites Bild von Familie aufzeigen. Deshalb müsste in Zukunft auch theologisch an der Definition von Familie weitergearbeitet werden, so eine gemeinsame Forderung. Den in der Hauptvorlage befürworteten offenen Umgang mit Homosexualität innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen sehen Frauenausschuss und Landesvorstand Männerarbeit positiv. Die Offenheit für unterschiedliche Lebensformen sollte zukünftig auch dadurch zum Ausdruck kommen, dass theologisch die Segenshandlung für alle Paare neu diskutiert wird. „Vielfalt anzuerkennen bedeutet hierbei nicht, der Beliebigkeit Raum zu geben“, so Diana Klöpper, Pfarrerin im landeskirchlichen Frauenreferat. Im Mittelpunkt des Verständnisses von Familie steht weiterhin die Übernahme von Verantwortung, allerdings jenseits von festgeschriebenen Lebens- und Liebesmodellen, so der Wortlaut der Stellungnahme. Es sei Zeit für die Überarbeitung und Erweiterung der Trau- und Segensagende, so dass ein Segensritual für alle Familienformen in öffentlichen Räumen möglich wird. Im Hinblick auf das gesellschaftliche Rollenverhalten von Männern und Frauen erkennen Frauenreferat wie auch der Fachbereich „Männer, Familie, Ehrenamt“ eine Engführung, die sich an alten Klischees orientiert. Sie setzen sich für die Stärkung vielfältiger Rollenbilder ein, in dem sie bewusst Angebote und Räume schaffen, in denen neue Formen gelebt werden können. Die Veränderungen von Frauen- und Männerrollen haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass das Familienleben immer wieder neu abgestimmt und organisiert werden muss. Das Management familiärer und beruflicher Erfordernisse verstehen beide Fachbereiche des Instituts für Kirche und Gesellschaft nicht als Privatsache. Es bedarf aus ihrer Sicht der konsequenten Entwicklung familienfreundlicher Strukturen, neuer Arbeitszeitmodelle, gezielter Kinderbetreuungsangebote für Berufstätige und Ehrenamtliche, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen – auch in der Kirche. Die gemeinsame Stellungnahme finden Sie in Gänze hier.

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Closing the Gender Gap: Act now!

Frauen in Deutschland verdienen weniger als Männer. Das belegen auch aktuelle Studien der OECD und des Weltwirtschaftsforums. Rangierte Deutschland in 2006 weltweit noch auf dem 5. Platz, muss man nach dem neuesten Bericht des Weltwirtschaftsforums weiter unten suchen: Deutschland befindet sich auf dem 13. Platz, noch hinter den Phillipinen und Nicaragua. Die Gründe für die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern sind vielschichtig. Schon der Slogan der OECD Studie macht deutlich, dass sich hier schleunigst etwas ändern muss: Act now! - Jetzt handeln!
Weitere Infos zum Thema finden Sie unter Download.

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Film: 25.Villigster Mädchen- und Frauentreffen