Internationaler Frauentag

Interreligiöse Feier zum Internationalen Frauentag 2015
Sonntag, 8. März 2015 | 11.30 Uhr | St. Petri-Kirche, Westenhellweg, Dortmund
ISIS, Pegida, Charlie Hebdo... damit sind Ereignisse verbunden, die uns in
letzter Zeit stark aufgewühlt haben. Verzweiflung und Ohnmacht lösen sie
in uns aus und stellen uns gesellschaftlich vor neue Herausforderungen.
Daher wollen wir anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 15
als Frauen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenkommen, um
ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Spaltung zu setzen. Unser Motto lautet:
„Je suis gemEinsam!“ Bei unserer Begegnung wollen wir beten, singen,
essen, trinken und feiern.
Dazu laden muslimische und christliche Frauen herzlich ein.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Göttliche Leidenschaften Interreligiöse Feier zum internationalen Frauentag

Anlässlich des internationalen Frauentags (8. März) wollen wir am 10. März als Frauen unterschiedlicher Kulturen und Religionen von unseren persönlichen und religiösen Leidenschaften hören und erzählen, gemeinsam beten, singen, essen, trinken und feiern. Christliche und muslimische Frauen laden dazu ein.

Musik: Ebrar Demir, Saz, Dortmund Konny Kurzmann,
Gesang, Herdecke
Eine Kooperation der Ev. Stadtkirche St. Petri und der Sarah-Hagar-Initiative, Ruhrgebiet

Der 8. März

Foto: Torsten Stecher

Der Internationale Frauentag ist in vielen Ländern ein wichtiger Feiertag, der mit vielfältigen Veranstaltungen begangen wird. Und das seit 103 Jahren! Die Ausbeutung von Frauen in der Textilindustrie, sowie die Diskussion um das Frauenwahlrecht gaben damals den Anstoß zur Einführung des internationalen Frauentages. Zu dieser Zeit arbeiteten Frauen 60 bis 70 Stunden pro Woche für einen Hungerlohn. Viele Arbeiterinnen kamen in den USA wegen mangelhafter Sicherheit in den Fabriken ums Leben. In Demonstrationen forderten sie "Gebt uns Brot und Rosen". 

Brot stand für Nahrung, Rosen symbolisierten, dass Nahrung alleine für ein menschenwürdiges Leben nicht ausreicht. 1910 schließlich wurde der 8. März zum Internationalen Frauentag erklärt.
Seitdem nehmen Frauenverbände, der Deutsche Frauenrat, die Gewerkschaften und die Kirchen diesen Tag zum Anlass, die Rechte von Frauen zu thematisieren.
Heutige Schwerpunkte der Veranstaltungen sind z.B. die gerechte Umverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern und die Gerechtigkeit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Aber auch die Frage einer gerechten Altersversorgung wird thematisiert sowie die Betreuungssituation von Kindern im Zusammenspiel mit einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 
„Wir sind noch nicht am Ziel!“, sagt Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, und sie meint damit den Weg zu wirklicher Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Nicole Richter, Fachbereichsleiterin im Frauenreferat der EKvW hat sie in dem Magazin Lila Blätter zur Situation von Frauen in Deutschland interviewt.
Nicole Richter (NR): Welche politischen und rechtlichen Veränderungen haben aus Ihrer Sicht dazu beigetragen, dass sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft auch in Hinblick auf Familie verändert hat?
Marlies Bredehorst (MB): Zum einen ist es wichtig, dass wir exponierte Frauen sehen, wie z. B. Bischöfinnen oder Präses, die erste Bundeskanzlerin. Aber letztendlich haben rechtliche Veränderungen den Rahmen bestimmt. Ob es 1918 das passive und aktive Wahlrecht für Frauen war oder der Grundgesetzartikel Artikel 3 im Jahr 1949 sowie seine Ergänzung 1994, dann 1958 das erste Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Tatsache, dass 1977 die vollständige Gleichberechtigung im Familienrecht normiert worden ist. Erst seit diesem Zeitpunkt dürfen Frauen von sich aus erwerbstätig sein ohne ihren Mann zu fragen! Entscheidend war auch das Verbot der Vergewaltigung in der Ehe. Das war ja zunächst sehr umstritten und erst Ende der 90iger Jahre wurde Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt. Daran sieht man, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass wir eine rechtliche Gleichstellung haben.
NR: Welche frauenpolitischen Herausforderungen sehen Sie derzeit?
MB: Ich sehe zwei große Bereiche der Frauenpolitik, wo wir bundes- und landespolitisch noch viel bewegen müssen: Das eine ist der Bereich Frau und Beruf. Frauen verdienen in Deutschland immer noch weniger als Männer, haben geringere Chancen in Führungspositionen oder in bestimmte Berufe zu kommen. Dies müssen wir durch vielfältige Maßnahmen verändern. Wichtig ist, wie auch der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung zeigt, dass gerade die bundesrechtlichen Regelungen zu Minijobs und der fehlende Mindestlohn dazu führen, dass Frauen wesentlich weniger verdienen. Der Mindestlohn müsste eingeführt und die Minijobs müssten abgeschafft werden. Aber es geht auch darum, dass die Tarifpartner gleichwertige Tätigkeiten verschieden bewerten. Soziale Fürsorgetätigkeiten werden häufig schlechter bewertet als beispielsweise das Führen einer Maschine. Wir müssen uns Gedanken machen, wie Frauen in Führungspositionen kommen, ob dies durch ein Frauenförderungsgesetz in der Privatwirtschaft geschehen könnte oder über die Frauenquote in Aufsichtsräten. Und wir müssen darauf achten, dass in der Wirtschaftsförderung Frauen zum Zuge kommen. Da müssen wir in die Förderstrukturen der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik hineingehen und dafür sorgen, dass der „Genderblick“ auch wirklich umgesetzt wird.
Der andere große Bereich ist das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Das ist leider immer noch ein riesiges Thema in der Bundesrepublik; insbesondere die häusliche Gewalt. Was noch fehlt ist ein durchgängiges Schutzsystem für Frauen. Wir sind auf dem Weg dahin zwar schon weitergekommen, aber wir sind noch nicht am Ziel. Den Schutz bestimmter Frauengruppen, sei es mit Migrationshintergrund, im Flüchtlingsbereich, Frauen mit Behinderung müssen wir besonders in den Blick nehmen.
NR.: Welche Rolle kann Kirche dabei einnehmen?
M.B.: Auch Kirche ist ja sehr vielfältig. Wenn ich an Frauenemanzipation in der katholischen Kirche denke, dann sehe ich dort entscheidende Hindernisse. Dass Frauen nicht ins Priesteramt dürfen, das ist, finde ich, eine starke Diskriminierung. In der evangelischen Kirche gibt es erhebliche Unterschiede in Sachen Frauenemanzipation. Aber ich nehme wahr, dass die evangelische Kirche eine starke Frauenbewegung und starke Gleichstellungsstrukturen hat. Sie als Frauenreferentin in der Evangelischen Kirche versuchen Frauen innerhalb Ihrer Institution zu stärken z.B. durch Frauenförderung. Das versuchen wir im staatlichen Bereich genauso. Sie versuchen auch auf die Inhalte einzuwirken, ob das über die geschlechterbewusste Sprache ist oder über das Trainieren der „geschlechtersensiblen Brille“. Auch daran arbeiten wir. Wir sollten uns in Zukunft stärker austauschen!

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