Gender in der Diskussion- Fachtag am 29.10.2015


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Am Montag, den 7. September 2015 wiederholt der WDR die Sendung „Hart, aber fair“ zum Thema „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn“. Die Sendung, die bereits unter dem gleichen Titel im März 2015 gelaufen ist, hatte eine breite gesellschaftliche Diskussion und Kritik ausgelöst. Aus Fachkreisen wurden u.a. die polarisierende und fachunkundige Besetzung des Podiums und die polemisierende Gesprächsführung des Moderators kritisiert. Aufgrund diverser Programmbeschwerden wurde die März-Sendung aus der Mediathek des WDR gelöscht. Nun soll am Montag die Sendung mit fast gleicher Besetzung noch einmal gedreht werden.

„Das Thema Gender ist gerade in der medialen Diskussion, doch leider geht es dabei nur selten um ein wirklich fachliches Gespräch“, meint Nicole Richter, Fachbereichsleiterin im Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen. „Das wollen wir ändern!“, so Meike Zeipelt, Referentin für Mädchenpolitik im Amt für Jugendarbeit der EKvW. Zusammen mit einem breiten Bündnis aus Institut für Aus-, Fort-und Weiterbildung, Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW und FUMA, Fach-stelle Gender NRW organisieren sie am 29.10.2015 einen Fachtag Gender zum Thema „Vielfalt leben und gestalten“. Ziel des Fachtags Gender ist es, einen Raum für Fragen, Informationen und Aus-tausch rund um die Facetten von Geschlechtergerechtigkeit zu bieten. Nicola Tofaute und Uwe Ihlau von FUMA, Fachstelle Gender NRW geben dazu vormittags zwei Impulse zu den Themen „Gender und geschlechtliche bzw. sexuelle Vielfalt“. Am Nachmittag werden in vier Projektstationen bewährte Methoden und neue Genderideen für die Kinder-, Jugend-, und Gemeindearbeit vorgestellt und praktisch ausprobiert. „Gender bedeutet für uns Rollenvielfalt zu ermöglichen.“, erklärt Ralf Höffken, Fachmann für die Vater-Kind-Arbeit im Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW. Und Thomas Böhme, Pfarrer für die Arbeit mit KonfirmandInnen, ergänzt: „Uns geht es um Fragen wie: Wie schaffen wir eine einladende Atmosphäre in unserer Kirche, in der sich alle angenommen fühlen? Wie können wir uns von Klischees lösen und Diskriminierungen abbauen?“. Diese und andere Fragen werden am Fachtag Gender diskutiert. Die Teilnahmegebühr beträgt 30,00 € (inkl. Verpflegung und Tagungsmaterial). Anmeldungen sind möglich unter www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat oder unter 02304-755-325.

Ungerechtigkeit mit Langzeitfolgen

Tatsächlich verdienen laut jüngsten Statistiken Frauen in Deutschland 22 Prozent weniger als Männer, EU-weit sind es "nur" 16 Prozent. Gerade Alleinverdienenden droht durch diese unangemessene Bezahlung die Altersarmut, sagte der Minister und verwies damit zugleich auf die Langzeitfolgen: "Schon heute ergibt sich bei der Rente im Vergleich zu Männern eine Lücke von rund 60 Prozent."

Dass ungerechte Entlohnungsverhältnisse keineswegs nur für gering Qualifizierte gelten, zeigen aktuelle Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin. Demnach liegt der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied auch Vollzeiterwerbstätiger in Führungspositionen und hochqualifizierten Tätigkeiten in der Privatwirtschaft bei fast einem Viertel.

Anlass genug für den Minister, die Ursachen des Missverhältnisses zu nennen - den hohen Anteil von Frauen an den Beschäftigungsformen Minijobs und Teilzeitarbeit zum Beispiel, die oft niedrigere Eingruppierung von Frauen oder Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie - und zugleich klar zu stellen, "dass wir Regelungen schaffen wollen, um etwa Frauen die Rückkehr von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung zu erleichtern."

Breites Bündnis für mehr Gerechtigkeit

Landrat Michael Makiolla ergänzte die Ausführungen des Ministers mit detaillierten Angaben zur Lage im Kreis. Hier liegt das Erwerbseinkommen unter dem Durchschnitt des Bundes wie auch des Landes. "Davon sind Frauen besonders betroffen", stellte er fest, und lenkte den Blick vor allem auf die 24.800 Minijob-Beschäftigten in der Region, hauptsächlich Frauen, von denen knapp 4 000 Aufstockerinnen sind, die also öffentliche Transferleistungen des Jobcenters in Anspruch nehmen müssen, um über die Runden zu kommen. "Das müssen wir ändern", lautete sein Verdikt, das gewiss nicht als bloßes Lippenbekenntnis zu werten ist, wie das intensive Engagement der Kreisverwaltung bei der Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung beweist.

Von "kommunaler Verantwortung" sprachen Josefa Redzepi, die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt und Unnas Bürgermeister Werner Kolter, der präventive Maßnahmen zur Vermeidung geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede einforderte und dabei das neue System beim Übergang von der Schule in den Beruf als beispielhaft nannte, insofern hier der Grundstein gelegt werden könne, die gegenwärtigen Präferenzen von Mädchen für oft geringer bezahlte Berufe wie Friseurin oder Verkäuferin zu modifizieren und durch eine Veränderung auch in den Köpfen der Eltern die Berufseinstiegschancen von Mädchen zu verbessern.

Qualifizierte Frauen

Trotz zahlreicher Präsenz von Fachleuten aus Politik und Verwaltung war der Equal Pay Day im Rathaus der Stadt Unna alles andere als eine geschlossene Expertenrunde. Vielmehr bot der von der Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet und den Gleichstellungsstellen des Kreises Unna sowie der Kreisstadt Unna als "Red Dinner" gestaltete Tag interessierten Frauen und Männer vielerlei Gelegenheit, sich über Vor- und Nachteile von Minijobs und Teilzeitarbeit zu informieren und "bei Brezeln und Getränken" mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft zu diskutieren.

Das Gespräch mit Arbeitsminister Guntram Schneider suchten und fanden zum Beispiel drei berufstätige Frauen, allesamt Alleinerziehende. Christina etwa - "Nachnamen spielen keine Rolle, denn heute sprechen wir nicht nur für uns persönlich, sondern stellvertretend für eine Vielzahl von Frauen in NRW mit ganz ähnlichen Problemen" - ist gelernte Fleischereifachverkäuferin und arbeitet in Teilzeit. Sie kritisierte vor allem "die völlig unzureichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Johanna, medizinische Fachangestellte, und Miriam, Kauffrau im Einzelhandel, haben zurzeit lediglich einen Minijob, wünschen sich möglichst rasch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, "um unsere und die Existenz unserer Kinder eigenständig zu sichern."

Trotz guter Berufsabschlüsse, trotz Motivation und trotz aller Bemühungen ist ihnen nach der Babypause der Übergang in einen sozialversicherungspflichtigen Job noch nicht gelungen. Sie vermuten, dass Arbeitgeber Alleinerziehenden skeptisch gegenüber stehen, "weil sie vielleicht fürchten, eine alleinerziehende Mutter könne dem Betrieb fern bleiben, wenn an einem Tag mal die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist."

Intensive Unterstützung

Ihren Unmut über die Hindernisse, die ihnen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach der Erziehungspause bei der Rückkehr ins Erwerbsarbeitsleben in den Weg legen, konnte Minister Guntram Schneider sofort nachvollziehen. Er lobte in diesem Kontext "das hilfreiche Angebot" des Jobcenters Unna für alleinerziehende Mütter, das auch die drei genannten Frauen in Anspruch nehmen.

So hat das Jobcenter für diese Personengruppe spezielle Fachvermittlungsstellen gegründet. "Hier", erläuterte Fachvermittlerin Farina Pick von der Geschäftsstelle Bergkamen, "ist der Betreuungsschlüssel geringer, so dass mehr Informations- und Beratungszeit für die einzelne Kundin zur Verfügung steht. Zugleich bündeln sich hier die Erfahrungen und Kompetenzen in dem Handlungsfeld, in dem wir als Schnittstelle zu weiteren unterstützenden Einrichtungen wie etwa dem Jugendamt oder Betreuungseinrichtungen, aber auch zu Arbeitgebern fungieren. Sein Pendant findet die spezielle Fachvermittlungsstelle auch im Arbeitgeberservice des Jobcenters Unna, wo Sebastian Kadlec für das Thema "Alleinerziehende" zuständig ist.

In immer neuen, wechselnden Gesprächskonstellationen nahm der Minister am Equal Pay Day in Unna die ganz unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen der Frauen zur Kenntnis, diskutierte mit ihnen über die geschlechtsspezifische Lohnungleichheit, über das deutlich niedrigere Gehalt in frauentypischen Berufen, über die relativ wenigen Frauen in Führungspositionen oder über Probleme von Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen unterbrechen müssen. Zugleich informierte über die Rechte im Minijob oder erläuterte den Sinn der Landesinitiative "Faire Arbeit - Fairer Wettbewerb", die ja gerade das Ziel hat, prekäre Beschäftigung auch und vor allem von Frauen zu verhindern.

Verfassungsauftrag realisieren

Kompetente Unterstützung fand er dabei in Christel Humme. Die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und heutige Botschafterin der Landesinitiative hielt die Überwindung der Rollenverteilung - "der Mann ist der Ernährer, die Frau die Zuverdienerin" - für den "Schlüssel zum Abbau der Lohnungleichheit". Sie forderte gesetzliche Regelungen, "wie sie von uns etwa mit dem Entgeltgleichheitsgesetz auf den Weg gebracht worden sind". Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass die Forderung nach gleichem Lohn schon 100 Jahre alt ist: "Jetzt müssen wir uns für Transparenz bei den Lohnstrukturen in Betrieben und öffentlichen Verwaltung einsetzen und Verfahren entwickeln, die helfen, die Ungleichheit zu beseitigen - notfalls kombiniert mit Sanktionen!"

Dass Handlungsbedarf besteht, stand auch für Minister Guntram Schneider außer Zweifel: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt, heißt es im Grundgesetz. Doch die bestehenden Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen, dass wir von der Realisierung dieses Verfassungsauftrags auch heute noch weit entfernt sind. Das wollen wir ändern!"

Equal Pay Day in Unna

Equal Pay Day - das ist der internationale Aktionstag für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. In diesem Jahr fand der Equal Pay Day mit dem Schwerpunktthema "... und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen" am 21. März 2014 in Unna statt. Warum am 21. März? Er markiert den Tag, an dem Frauen genauso viel Geld verdient haben wie Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres. Das heißt: Frauen in Deutschland müssen im Schnitt 80 Tage länger arbeiten, um die bestehende Gehaltsdifferenz auszugleichen.

An deutlichen Worten ließ es NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider am Equal Pay Day nicht fehlen: "Dass Frauen für die gleiche Arbeit nach wie vor deutlich schlechter bezahlt werden als Männer ist ein gesellschaftliches Ärgernis und ein kultureller Skandal". Unmissverständlich forderte er, "diese Lohnlücke endlich zu schließen."

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Für Gender und Gerechtigkeit

Europäisches Frauen-Netzwerk tagte in Villigst

 

„Wie gehen wir mit der Tatsache um, dass weltweit der Handel mit Frauen steigt?“ „Welche Beratungsangebote gibt es für Opfer von Menschenhandel in Europa?“ und „Was können wir tun, um Sextourismus und Zwangsprostitution an den europäischen Grenzen zu verhindern?“, das waren Fragen, mit denen sich Frauen aus ganz Europa vom 15.-17.09.2014 in der Ev. Tagungsstätte Haus Villigst in Schwerte beschäftigten. Die Teilnehmerinnen kamen aus der Schweiz, den Niederlanden, Rumänien, Norwegen, Deutschland und Griechenland. Sie gehören dem Oikosnetzwerk an; einem globalen Netzwerk von Laienzentren, Akademien und Bewegungen mit sozialen Zielen, die jährlich in einem anderen Land tagen. In diesem Jahr wurde das Netzwerktreffen „Gender and Justice“ vom Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen organisiert. An einem Abend trafen die Frauen aus Europa engagierte Frauen aus Hamm. In der Hammer Pauluskirche sahen sie sich gemeinsam die Ausstellung zur Geschichte der Theologinnen in Westfalen an. "Bei dem anschließendem Gender-Dinner wurde deutlich, dass es im europäischen Vergleich etwas Besonderes ist, dass Pfarrerinnen in Westfalen seit 40 Jahren ihren männlichen Kollegen gleichstellt sind.", so Ute Böning, Frauenreferentin im Ev. Kirchenkreis Hamm.

 

Renate Krull, die erste Gemeindepfarrerin der EKvW, ist verstorben

Renate Krull, erste gewählte Pfarrerin in der Evangelischen Kirche von Westfalen, ist am Samstag, 16. Mai 2015 im Alter von 89 Jahren in Dortmund gestorben.

Am Donnerstag haben mehr als hundert Menschen in einer sehr persönlichen Trauerfeier Abschied von Renate Krull genommen. In ihrer Ansprache über den Vers „… auf dass wir etwas seien zum Lobe seiner Herrlichkeit“ (Eph 1,12) formulierte Pfarrerin Birgit Fiedler, was für Renate Krull der Inhalt ihres Lebens war – Gott zu loben in der Zuwendung zu den Menschen.

Die Erinnerung an das Leben Renate Krulls erzählte der Trauergemeinde auch ein Stück westfälischer Kirchen- und Theologinnengeschichte sowie Geschichte der Dortmunder Martingemeinde.

Renate Krull begann 1950 ihr Theologiestudium und begab sich zu dieser Zeit als Frau noch in eine rechtlich sehr ungeklärte Situation.

Nach dem zweiten theologischen Examen im Jahr 1956 war ihr pastoraler Dienst eng mit der Stadt Dortmund verbunden. Hier war sie Lehrvikarin bei Gerda Keller und wurde nach dem zweiten theologischen Examen am 23. August 1959 in Asseln ordiniert.

Von 1960 bis 1961 und dann wieder ab 1964 übernahm sie den Vertretungsdienst in der Martingemeinde am westlichen Rand der Dortmunder Innenstadt.

Dort wurde sie am 21. Februar 1965 als erste Frau in der Evangelischen Kirche in Westfalen in eine der beiden Pfarrstellen der Gemeinde eingeführt.

Angesichts der rechtlichen Grundlage war ihre Wahl eine genehmigte Ausnahme. Denn mit der Einführung des sogenannten Pastorinnengesetzes von 1964 waren Theologinnen zwar in Pfarrstellen wählbar, allerdings nur in Gemeinden mit mindestens drei Pfarrstellen. So sollte sichergestellt werden, dass Gemeindeglieder, die den Dienst einer Frau ablehnten, einen Mann anfragen konnten. „Die Gemeindeglieder hatten in der Regel keine Probleme damit, sich von mir als Frau die Predigt anzuhören oder sich von mir trauen zu lassen“, erinnerte sich die Theologin im Rückblick auf ihre ersten Amtsjahre. „Da machte eher schon einmal ein Kollege eine entsprechende Bemerkung.“

Die Ausnahmeregelung für die Martingemeinde in Dortmund hat sich im westfälischen Sprachgebrauch als ‚Lex Krull’ etabliert.

Die volle rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt folgte erst zehn Jahr später – 1974. Die bis dahin noch geltenden Einschränkungen für Theologinnen, die Verpflichtung zur Ehelosigkeit und die drei Pfarrstellen Regel, entfielen.

Als Herzstück ihrer Arbeit hat Renate Krull den direkten Kontakt zu den Menschen empfunden.

Daneben engagierte sie sich in vielen Gremien und war unter anderem langjährige Kassenführerin im Westfälischen Theologinnen-Konvent. Dessen 80 jähriges Jubiliäum wurde im Februar 2014 im Rahmen des Westfälischen Theologinnen Tag in Dortmund gefeiert - Renate Krull war Ehrengast.

Als erste gewählte Frau im Pfarramt war Renate Krull eine der Pionierinnen auf dem Weg der Theologinnen ins Pfarramt.

Sie selbst hat im Rückblick auf ihren Weg ins Pfarramt formuliert: ‚Manchem mag mein Weg ins Pfarramt mühevoll erscheinen. Ich habe es niemals so empfunden. […] Das verdanke ich nicht zuletzt dem Dienst und der Bewährung der Theologinnen vor mir.“

Heute sind Frauen im Pfarrdienst Normalität. Das verdanken wir nicht zuletzt den Theologinnen, die diesen Weg zuerst gegangen sind – und mit ihnen auch Renate Krull.

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Schwerter Frauenmahl war ein voller Erfolg!

Vorgeschmack auf ein gutes Leben von Frauen

von Markus Mickein

Bei einem mehrgängigen Menü an festlich gedeckten Tischen gingen rund 170 Frauen am 24. Mai in der Rohrmeisterei Schwerte der Frage nach, was Frauen heute für ein gutes Leben brauchen. 

Impulse dazu kamen von fünf Rednerinnen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Kirche.Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, plädierte für eine stärkere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine stärkere Angleichung der Einkommensverhältnissen zwischen den Geschlechtern. Superintendentin Martina Espelöer betonte, dass die volle Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben eine Kernaufgabe der Kirche sei und dafür auch das Schubladendenken abgebaut werden müsse. Die Situation von Frauen mit Beeinträchtigungen hat Dr. Birgit Rothenberg von der Technischen Universität Dortmund in den Fokus gerückt. Sie wollte darüber ins Gespräch kommen, wie Frauen mit Beeinträchtigungen beispielsweise die Einbindung in ihr soziales Umfeld und die Selbstverwirklichung gelinge. Und Luise Becker vom Zentrum für islamische Frauenforschung (Köln) hat angefragt, ob nicht auch Gott selbst in seiner Offenbarung dem Menschen zu erkennen gegeben hat, was ein gutes Leben ausmacht.Diese Bandbreite an Anregungen verdeutlicht, wie schwierig die Beantwortung der Frage nach dem guten Leben ist. Das erste Frauenmahl hat hierfür erste Impulse gegeben und zum Diskutieren angeregt. Die Redebeiträge sind demnächst zum Nachlesen unter www.frauenmahl.de zu finden.

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Rote Taschen Aktion am 21.März!

Am 21.3.2013 ist Equal Pay Day! Ein internationaler Aktionstag, der die immer noch bestehenden Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland thematisiert. Das Datum des Aktionstages ist nicht frei gewählt. Es markiert den Zeitraum, den Frauen über das Jahresende hinaus arbeiten müssen, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Deshalb findet der Equal Pay Day im Jahr 2013 findet am 21. März statt. In Deutschland liegen diese Unterschiede seit Jahren nahezu unverändert bei insgesamt 22%. Die Bundesrepublik bildet damit eines der Schlusslichter in der Europäischen Union.

Warum ist das so?
Die Ursachen für die Lohnlücke sind vielfältig. Im Wesentlichen sind es drei Punkte, die in vielen Studien als besonders prägend herausgestellt werden:

  • Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter: Diese fortbestehende horizontale und vertikale Segregation des Arbeitsmarktes hat unmittelbare Auswirkungen auf die statistisch messbare Entgeltlücke
  • Familienbedingt unterbrechen oder reduzieren Frauen ihre  Erwerbstätigkeit häufiger und länger als Männer. Die typisch weiblichen Biografiemuster mit geschlechtsspezifischen Übergangs- und (Wieder-) Einstiegshemmnissen sind geprägt von lange nachwirkenden Einbußen bei der Lohn- und Einkommensentwicklung im Lebenslauf.
  • Individuelle und kollektive Lohnverhandlungen sind gekennzeichnet von Asymmetrien und Interessenskonstellationen, die der Durchsetzung gleicher Löhne für gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern und dem Abbau der Entgeltlücke hinderlich sind. Die Überwindung der traditionell schlechteren Bewertung und der prekären Ausgestaltung von Tätigkeiten und Berufen, die als Frauenberufe gelten oder die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, konnte unter diesen Umständen bis heute nicht nachhaltig gelingen.

Aktion: 
Das Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen beteiligt sich an der Aktion Equal Pay Day des Bündnisses Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen. Am 21.3. 2013 wird um 11.55 Uhr vor dem Rathaus der Stadt Schwerte eine Flagge des Equal Pay Day gehisst, um auf die Lohnungleichheit aufmerksam zu machen.

Wenn Sie sich beteiligen möchten, kommen Sie mit roter Kleidung und roten Taschen zum Rathaus nach Schwerte oder Sie schauen nach entsprechenden Aktionen in Ihrer Stadt z.B. unter www.equalpayday.de
Die Durchführung des Aktionstags wird seit 2008 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Dr. Bettina Schleicher, Past-Präsidentin des BPW Germany und maßgeblich an der Einführung des Equal Pay Day in Deutschland beteiligt, erhielt 2009 für ihr ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz. Für die Einführung des Equal Pay Day in Deutschland erhielten die Initiatorinnen 2009 den Innovationspreis „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“. 

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Nein zu Gewalt an Frauen - Internationaler Gedenktag 25. November 2012

v.l.: Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft; Nicole Richter, Fachbereichsleiterin Frauenreferat; Sylvia Bachmann-Breves, Juristische Referentin Frauenreferat und Gleichstellungsbeauftragte der EKvW; Annette Kurschus, Präses der EKvW; Elke Markmann, Vorsitzende des landeskirchlichen Frauenausschusses; Diana Klöpper, Pfarrerin Frauenreferat; Albert Henz, Vizepräsident der EKvW; Birgit Reiche, Evangelische Frauenhilfe Westfalen.

Mehr als 6000 Fahnen werden jährlich zum 25. November, dem internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“, gehisst!

Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik. Wegen ihres politischen Widerstands gegen den Diktator Trujillo wurden sie am 25. November 1960 vom Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet. Der Mut der drei Frauen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. Solidarisch demonstrieren Frauen und Männer von Berlin über Honduras bis nach Burkina Faso gegen Gewalt an Mädchen und Frauen. Sie alle zeigen mit ihrem Engagement, dass dieses Thema keine Grenzen kennt und setzen mit der „frei leben – ohne Gewalt“ Fahne ein weithin sichtbares Zeichen. 
Die Evangelische Kirche von Westfalen beteiligt sich an der Aktion von Terre des Femmes und zeigt Flagge gegen die Gewalt an Frauen- weltweit und hier in Westfalen.
Nach einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben 40 % der in Deutschland befragten Frauen schon einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. „Die Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Wir können uns mit diesem Skandal nicht abfinden“, so Präses Annette Kurschus.  Deshalb setzt die Evangelische Kirche von Westfalen auch inhaltlich Zeichen gegen die Gewalt an Frauen. So gibt es u.a. ein westfalenweites Netzwerk von Ansprechpersonen, die Menschen, die sexuelle Gewalt oder Belästigung erfahren, begleiten und beraten. Aber auch Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel sowie Prostituierten- und Ausstiegsberatung für Mädchen und junge Frauen.

Weitere Informationen unter:
www.evangelisch-in-westfalen.de
www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat
www.frauenhilfe-westfalen.de

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Kontakt

Nicole Richter
Fachbereichsleiterin
02304/755 234
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Anke Engelmann
Sekretariat
02304/755 230
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