Familien stärken! Welche Familienbilder machen Politik?

Die Lebenssituation und die Bedürfnisse von Familien standen am 11.-12.10.2013 im Mittelpunkt der Tagung „Familien stärken! Welche Familienbilder machen Politik?“.

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen hatte in Kooperation mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW zu der zweitägigen Veranstaltung eingeladen – 100 Menschen, unter ihnen Väter, Mütter, Großeltern und viele Kinder und Jugendliche sind der Einladung gefolgt. Anstoß gab die Hauptvorlage Familien heute, die derzeit in der Evangelischen Kirche von Westfalen diskutiert wird.

Ziel sei es,  Familien in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und zu unterstützen. Das bedeute: angemessene Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder durch qualitativ hochwertige und ausreichende Betreuungsangebote auszubauen und finanzielle Sicherheit und Planbarkeit im Alltag für Eltern zu ermöglichen, z.B. durch die Einführung familienfreundlicherer Arbeitsbedingungen. Aber auch Voraussetzungen zu schaffen, um Pflegezeiten z. B. durch die Einrichtung von Lebens-Arbeitskonten zu ermöglichen. Dabei solle es aber nicht das Ziel sein, die Familien an den Markt anzupassen, „denn der Markt braucht auch und gerade die Familien!“, so Ministerin Ute Schäfer. Wo Familien dringenden Handlungsbedarf sehen, wurde am Samstagnachmittag im Worldcafé engagiert diskutiert. In dialogorientierter Caféatmosphäre wurden politische Forderungen laut: „Familien brauchen Sicherheit durch unbefristete Arbeitsverträge!“, „Erzieher/innen und Tagesmütter/väter müssen besser entlohnt werden, sie arbeiten mit unserer Zukunft!“, „Familienpolitik kann nur durch mehr Gleichstellung funktionieren!“.
Diese Forderungen wurden besonders von den Vertreterinnen des Ministeriums interessiert gehört, denn diese sollen in den Familienbericht des Landes NRW einfließen, der Mitte 2015 veröffentlicht wird. 
„Der wichtige Dialog zwischen Politik und Familien auf Augenhöhe hat funktioniert,“ so Nicole Richter vom Frauenreferat der EKvW. „Das qualitativ hochwertige Kinderprogramm sorgte zudem für eine besonderen, familienfreundlichen Rahmen, der die Tagung zu einem Erfolg werden ließ!“, resümiert Jürgen Haas, Referent des Fachbereichs Männer, Familie, Ehrenamt im Institut für Kirche und Gesellschaft.
Die Veranstaltung „Familien stärken! Welche Familienbilder machen Politik?“ steht im Zusammenhang mit der Diskussion um die Hauptvorlage „Familien heute“. Auf der Landessynode der EKvW im November 2013 werden die ersten Zwischenergebnisse vorgestellt. Die Vorträge der Tagung, verschiedene Literaturhinweise und einen Film mit den Familienstatements finden Sie unter www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat oder www.familien-heute.de

Fragen wie: „Was macht eine Familie zur Familie?“ oder „Was brauchen Familien heute, damit in ihnen Fürsorge und Verantwortung möglich sind?“ und „Welche Familienbilder prägen die derzeitige Familienpolitik?“ wurden sowohl von den Referentinnen als auch von den Familien angeregt diskutiert. Mit einem historisch-soziologischen Blick auf Familie eröffnete die renommierte Familiensoziologin Prof. Dr. Nave-Herz am Freitag, 11.10.2013 die Tagung. Sie verwies darauf, dass es sich bei dem Bild der traditionellen Kleinfamilie um ein überfrachtetes Ideal handele, das  erst im 18./19. Jahrhundert entstanden sei und im „golden age of marrriage“, den 50/60er Jahren ihren Höhepunkt hatte. „Zeitgleich entwickelten sich auch rollentypische Klischeevorstellungen, der Mann sei in der Ehe für die Außenwelt, die Frau für die Innenwelt und die Beziehungsarbeit zuständig.“ Diese Zuschreibungen seien zwar überholt, aber dennoch hielten die Menschen trotz hoher Trennungs- und Scheidungsraten weiterhin an der Ehe als Lebenskonzept fest, so Prof. Dr. Rosemarie Nave-Herz. Diesen Aspekt betonte auch Prof. Dr. Isolde Karle in ihrem theologischen Vortrag am Samstag. Sie forderte zudem die Anerkennung unterschiedlicher Lebensformen, vor allem auch der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften.
Das traditionelle Kleinfamilienmodell ist immer noch das Familienbild, das die Politik derzeit prägt, obwohl es sich zunehmend weitet. Die Leistungen für Familie stehen derzeit alle auf dem Prüfstand und sollen besser koordiniert werden, so NRW-Familienministerin Ute Schäfer. 

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Familien heute - Eine Präsentation und Arbeitshilfe

Was macht eine Familie zur Familie?

Dieser Frage nähert sich die diesjährige Hautvorlage auf unterschiedlichen Ebenen und möchte Diskussionen und Initiativen zum Thema Familie anregen.

Die vorliegende Arbeitshilfe des Instituts für Kirche und Gesellschaft - in Kooperation erarbeitet vom Frauenreferat und der Männerarbeit im IKG - unterstützt Kirchengemeinden, Frauen- und Männergruppen das Thema "Familie" von vielen Seiten zu beleuchten:

  • Familien in den Veränderungen wahrnehmen
  • Familie in der Freiheit des Glaubens verantwortlich gestalten
  • Familien in Kirche und Gesellschaft stärken


Präsentation zur Hauptvorlage "Familien heute"

Sie können die Power-Point-Präsentation als Vorlage für eigene Veranstaltungen bestellen bei:

Birgit Olschowka
birgit.olschowka(at)kircheundgesellschaft.de
Fon: 02304/755-371

Wir bitten Sie, uns als Quelle anzugeben.

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Familien heute

Haben Familien das Potenzial, die Gesellschaft „besser“ machen zu können?

Familie hat wieder einen guten Ruf. Mit der Bemerkung „Kinder kriegen die Leute immer“ – oder dem Abtun familienpolitischer Fragen als „Gedöns“ ist heute kein Staat mehr zu machen. Familie ist unterstützenswert und gleichzeitig unterstützungsbedürftig.

Die demografische Entwicklung drückt auf die Stimmung. Die Familie wurde in den letzten Jahrzehnten zum Problemkind der Gesellschaft und gleichzeitig zum Bezugspunkt unterschiedlicher Zukunftshoffnungen. mehr ...

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW beteiligt sich mit seinen Kompetenzen und Erfahrungen an diesem landeskirchenweiten Diskussionsprozess über die Hauptvorlage und bietet im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen Orte für Meinungsbildung und gesellschaftspolitische Debatten an. mehr ...

Es wurde eine Sub-Homepage http://familien-heute.ekvw.net  als Netzwerkknoten und Diskussionsforum freigeschaltet. Dort finden Sie alle wesentlichen Dokumente als Download.

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Familie ist ein gegenseitiges Versprechen- doing family

Unter diesem Titel stellte Remi Stork Impulse zu Fragen der Familie auf der Fachtagung „Wer ist meine Familie? Ehe und Familie aus theologischer Perspektive" des Instituts für Kirche und Gesellschaft vor.
Die Präsentation finden Sie hier.

"Familien heute weltweit" - ein Thema für die Ökumene

Jamaa, family, keluarga, rodzina … so heißt das Wort „Familie“ auf Swahili, Englisch, Indonesisch, Polnisch. Doch was heißt „Familien heute“ für unsere Partner in Tansania, Großbritannien, Indonesien, Polen …? Stehen sie vor ähnlichen Fragen wie wir, z. B. wie Familien gestärkt werden können, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen kann? Ist „Familie“ ein Thema in ihren
Kirchen und Gemeinden?
Die Broschüre steht Ihnen rechts zum download bereit!

Wer ist meine Familie? – Ehe und Familie aus theologischer Perspektive

Eingeladen von der ESG Dortmund, dem Frauenreferat und der Männerarbeit, tagten am 20/21. Februar rund 25 Personen in Haus Villigst, um sich mit dem Thema Familie und Ehe und der Hauptvorlage ‚Familien heute‘ theologisch auseinander zu setzen und danach zu fragen, wie eine familienfreundliche Kirche aussehen könnte.

Als Referentinnen waren Prof. Dr. Klara Butting, Dr. Remi Stork, Prof. Dr. Jürgen Ebach und Prof. Dr. Peter Maurer vertreten.In ihrem Auftaktvortrag beschrieb Prof. Dr. Klara Butting eindrucksvoll, wie die Bibel uns lehrt, dass die Weitergabe von Leben weitaus mehr, als die biologische Reproduktionsfähigkeit von Menschen ist und dass gelingende menschliche Beziehung darum keineswegs nur im Rahmen einer Ehe stattfinden könne.
Zwar gelang es während der folgenden eineinhalb Tage nicht, eine eindeutige Definition von Familie zu finden, doch es wurde deutlich, dass sich aus der Bibel keinerlei normativen Aussagen über Ehe und Familie ableiten lassen (so Prof. Dr. Jürgen Ebach in seinem Vortrag am Donnerstagmorgen). Vielmehr erzähle schon die Bibel von allen uns heute bekannten Familienkonstellationen, ohne eine einzelne zur Norm zu erklären. U.a. diesen Gedanken bekräftigte Prof. Dr. Maurer in seinem Vortrag, in dem er die Beziehung zwischen zwei Menschen als „Reflex des göttlichen Geheimnisses als Ebenbild Gottes“ beschrieb. Der Versuch die Beziehung zwischen Frauen und Männern (sei es homo- oder heterosexuell) oder die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sprachlich mit Hilfe biblischer Texte zu fixieren, sei darum letztlich als Verstoß gegen das Bilderverbot der Bibel zu bewerten. Stattdessen regte er an, die Gemeinde Jesu Christi pneumatologisch (also vom Heiligen Geist her) begründet als Familie zu verstehen. Diese theologischen Beobachtungen und Überlegungen zu Ehe und Familie gilt es in Beziehung zu setzen, zu den sich verändernden Formen von Familienleben, die Dr. Remi Stork den Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmern, tags zu vor in seinem Vortrag nahe gebracht hatte. Es lohnt sich die auf der Tagung angestoßenen Gedanken im Rahmen der Arbeit rund um die Hauptvorlage Familien heute weiter zu denken und zu tragen.

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Hauptvorlage "Impulse zu Fragen der Familie"

Familien ist 50er – könnte meinen, wer auf den Titel der Hauptvorlage „Familien heute“ blickt. Familien haben sich verändert, auch wenn manches „Familienbild“ an vergangene Zeiten erinnert. Die Hauptvorlage beschreibt die Wirklichkeiten, reflektiert das Verhältnis von Familien zum Glauben und soll die Diskussion zu Familien und Kirchen heute anregen. Bringen Sie sich in die Diskussion ein. mehr ...

 

Kontakt

Diana Klöpper
Theologische Referentin
02304/755 239
Email schreiben

Anke Engelmann
Sekretariat
02304/755 230
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Kurzfilm: Was Familien brauchen!