Frauenmahl

Eine EKD-weite Initiative in der Reformationsdekade

Ein Frauenmahl – Was ist das?

Frauen aus christlichen Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, aus Bildung und Kunst, aus Politik und Medien treffen sich zu einem festlichen Essen, hören engagierte Tischreden und sprechen über aktuelle Themen.
Ein Frauenmahl unterbricht den Alltag, schafft einen Spielraum, um Standpunkte auszutauschen und Ideen zu entwickeln.
So entsteht ein Diskurs, in dem viele zu Wort kommen:
über die Zukunft der Kirchen, über Bedeutung und Verantwortung der Religionen in den dringenden Fragen der Gegenwart. Im Anschluss an Martin Luthers Gedanken des Priestertums aller Gläubigen soll ein breiter, demokratischer Meinungsbildungsprozess angeregt werden.

Ein Frauenmahl heißt...essen, reden, reformieren!

Diese Initiative gibt es mittlerweile in der ganzen Bundesrepublik. Vernetzt sind die Frauenmahle unter www.frauenmahl.de. Das Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen unterstützt die Planung, Organisation und Durchführung von Frauenmahlen in Westfalen. Wenden Sie sich an uns!

Zwischen Wohnzimmer und Welt

5. Dortmunder Frauenmahl und Tagung

 Sie suchen nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk für Ihre Freundin, Mutter oder Bekannte? Wie wäre es mit einem Ticket für das 5. Dortmunder Frauenmahl? Oder dem gemeinsamen Besuch der Tagung zum Thema Frauenbilder in den Medien?

Zwischen Wohnzimmer und Welt, so heißt der Titel des 5. Dortmunder Frauenmahls, das am 19.02.2016 von 17.00- 21.00 Uhr in der St. Petrikirche, Westenhellweg, stattfindet.

140 Frauen finden an langen Tafeln in der besonderen Atmosphäre der St. Petrikirche Dortmund Platz. Vier bekannte Frauen aus Kirche und Gesellschaft sprechen über weibliche Lebens- und Rollenbilder und deren Einfluss auf uns:

 

Mit Master und Kopftuch

Hanim Ezder, Islamwissenschaftlerin, Stellvertretende Geschäftsführerin Bfmf, Köln

 

Die bewegte Frau im Bewegtbild

Aycha Riffi, Medienpädagogin und Leiterin Grimme-Akademie, Bochum/Marl

 

Frauen von heute: Weiblich, selbstbewusst und charmant! Ein interkultureller Blick

Veye Tatah, Dipl. Informatikerin, Gründerin des Vereins Africa Positive, Dortmund

 

Konfliktlösung braucht Frauen – hier und in der ganzen Welt!

Katrin Rönicke, Autorin und Podcasterin, Berlin

 

Während eines türkisch-vegetarischen 3-Gänge-Menues gibt Tischreden, Gelegenheit zum Austausch bei Kerzenschein und Musik der Konzert-Akkordeonistin Ines Ringe aus Dortmund. Am Samstag, 20.02.2016, geht es dann mit dem Thema „Frauenleben- Zwischen Wohnzimmer und Welt“ im Mütterzentrum Dortmund, Hospitalstr.6, weiter.

Aycha Riffi  und Katrin Rönicke werden die Darstellung von Frauen und Mädchen im Film und Internet thematisieren und praktisch zeigen, wie frau im Internet politisch agieren kann.

 

Anmeldung und Informationen zum Frauenmahl und/oder der Tagung unter:

Tagungsbüro, Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW, Ulrike Pietsch,

Tel. 02304-755-325 oder www.kircheundgesellschaft.de.

Kosten Frauenmahl: 35 € (25 € erm. SchülerInnen / Studierende),
Kosten Tagung (inkl. Mittagessen): 15€.

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation eines breiten westfälischen Frauenbündnisses:

Ev. Stadtkirche St. Petri, Dortmund
Brigitte Wolfs, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Stadt Dortmund,
Nicole Richter, Frauenreferat der Ev. Kirche v. Westfalen,
Lindtraut Belthle-Drury, Ev. Frauenhilfe in Westfalen,
Dr. Sabine Federmann, Ev. Akademie Villigst, IKG
Ute Hedrich, Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung.
Claudia Schirmer, Zonta Club Dortmund Phoenix

Dr. Susanne Wolf, Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der EKvW


Die Initiative Frauenmahl ist ein Beitrag zur Reformationsdekade der EKD. Bis zum Reformationsjubiläum 2017 finden Frauenmahle bundesweit statt. Frauenmahle stärken eine breit angelegte, demokratische Auseinandersetzung aus Frauensicht. Dabei kommen verschiedene Religionen und Weltanschauungen, Berufs- und Altersgruppen und Frauen mit unterschiedlichem sozialem Hintergrund zu Wort. Weitere Informationen zur bundesweiten Initiative Frauenmahl unter www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat oder www.frauenmahl.de.

 

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"Ich habe genug..."

Erstes Frauenmahl in Letmathe

„Es war das zweite Frauenmahl im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn, aber das erste in Letmathe!“, freute sich Veranstalterin Pfarrerin Ruth Hansen, Frauenreferentin im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn.

Sie hatte, zusammen mit einem breiten Frauen-Bündnis, das Frauenmahl am Freitag, 17.04.2015 organisiert. Superintendentin Martina Espelöer begrüßte die 130 Frauen in der festlich gestalteten Friedenskirche in Letmathe. Viele der Teilnehmerinnen hatten schon von der erfolgreichen Veranstaltungsform „Frauenmahl“ gehört oder gelesen und wollten nun die Gelegenheit nutzen, selbst einmal dabei zu sein. Das Thema des Frauenmahls lautete: „Ich habe genug…“. Vier Rednerinnen aus Politik, Gesellschaft, Kirche und Kunst waren eingeladen, die unterschiedlichen Facetten, die das Thema eröffnet, gedanklich zu entfalten. Erste Rednerin sollte die Autorin des Buches „Glasknochen sucht Therapiehund“, Marianne Metta, sein. Aufgrund einer Erkrankung konnte sie leider nicht persönlich anwesend sein, so dass ihre Rede verlesen und ein Foto von ihr eingeblendet wurde. Ihr Statement „Ich habe genug!“, im Sinne von „Mir reicht es!“, machte deutlich, dass Inklusion im Kopf beginnen muss. Marianne Metta, die aufgrund der Glasknochenkrankheit im Rollstuhl liegt, plädierte dafür, Stigmatisierungen, wie z. B. das Wort „Behinderung“ aufzugeben und stattdessen Inklusion für alle Menschen zu ermöglichen. Inklusion bedeute nicht nur Rollis und Rampen zu bauen, sondern den Abbau von Vorurteilen und Zuschreibungen im Kopf anzugehen – schon im Kindesalter.

Als zweite Rednerin war Dagmar Freitag eingeladen. Sie ist Politikerin und Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie sprach zu dem Aspekt „Habe ich genug Einfluss? Politik zwischen Macht und Ohnmacht“. Als Politikerin verfüge sie über die Macht des Wortes, mit dem sie versuche, andere von einer solidarischen Gesellschaft zu überzeugen. Manchmal gelinge ihr es Einfluss zu nehmen, manchmal seien die Widerstände zu groß und sie müsse politische Kompromisse schließen. Hin und wieder wünsche sie sich mehr Einfluss und Macht, wenn sie z. B. von den Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer höre oder von der unvorstellbaren Gewalt durch islamistische Terrorgruppen. Generell sei sie aber froh, dass das politische System in Deutschland die Macht verteilt und sich der Staat selbst kontrolliert. Denn zu einer einseitigen Machtausübung, wie es in der deutschen Vergangenheit schon einmal war, dürfe es nicht wieder kommen.

Angeregt durch die pointierten Reden, kamen die teilnehmenden Frauen miteinander ins Gespräch und diskutierten u.a. über eigene Erfahrungen mit Inklusion z. B. an Schulen und den Möglichkeiten des eigenen politischen Engagements. Musikalisch gerahmt wurde der Abend durch Querflöten- und Klaviermusik des Frauentrios „Schöne Töne“. Genug zu essen gab es auch. Ein mehrgängiges, vegetarisches Buffet, das durch das Hotel Nieder in Ostwig zubereitet wurde, eröffnete neue Geschmackserlebnisse, von denen frau nicht genug bekommen wollte. 35€ kostete eine Karte für das Frauenmahl, inklusive 4-Stunden Programm, Speisen und Getränke. „Wir wissen, das können sich nicht alle leisten.“, so Beate Jarzombek von der Beratungsstelle der Netzwerk Diakonie Mark Ruhr. Deshalb haben die Organisatorinnen in der Einladung zum Frauenmahl auf die Möglichkeit hingewiesen, eine Patinnenschaft zu übernehmen und so einer anderen Frau, eine Karte zu finanzieren. Zudem gab es ermäßigte Karten für Geringverdienerinnen. „Barrierefreiheit muss auf verschiedenen Ebenen stattfinden“, so Beate Jarzombek, „das fängt bei Vergünstigungen im Eintrittspreis an, geht aber weiter in der Verwendung leichter Sprache bis hin zu einer Atmosphäre des Willkommen- und Angenommenseins.“ Und genau das haben die Organisatorinnen sich zum Ziel gesetzt. So wurden die Reden der Tischrednerinnen im Vorfeld in leichte Sprache übersetzt und per Beamer projiziert. Ziel bei der Verwendung von leichter Sprache ist es, einfache Sätze zu bilden, die Aussage mit Bildern zu unterstreichen, Fremdwörter zu vermeiden und so eine größere Teilhabe von Menschen zu ermöglichen. Die Übersetzung wurde dann von Menschen mit Beeinträchtigungen geprüft und für gut befunden. So konnten u.a. auch die 15 Frauen aus dem Umfeld der Beratungsstelle der Netzwerk Diakonie den Inhalten der Reden barrierefrei folgen. „Wir haben bei der Vorbereitung des barrierefreien Frauenmahls nach neuen Wegen der gerechten Teilhabe gesucht, so dass am Ende alle genug haben“, so Christiane Dietz, Dekanatsreferentin für Jugend und Familie im Dekanat Märkisches Sauerland und eine der Moderatorinnen des Abends.

 

Die engagierteste Rednerin des Letmather Frauenmahls war die 78-jährige Sr. Lea Ackermann, Gründerin und Vorsitzende des Vereins SOLWODI- Solidarität mit Frauen in Not. Sie plädierte in einer flammenden Rede, geprägt von ihren bedrückenden Erfahrungen einer Keniareise, für die Abschaffung der Prostitution in Deutschland, die globalen Frauenhandel fördere und die Unterdrückung der Frau in der Gesellschaft weiterhin festige. Sie lud die Teilnehmerinnen ein, sich an einer Unterschriftenaktion zu beteiligen, der auch viele folgten. Einen clownesken Abschluss mit klugen Gedanken zum Thema „Ich habe genug…“ inszenierte Gisela Matthiae, Clownin und Theologin. In ihrer Rolle als Adele Seibold lehnte sie sich entschieden gegen das derzeitige gesellschaftliche Frauenbild, der immer fitten, sportlichen, fröhlichen Frau, die jede Herausforderung mit Leichtigkeit meistert und nie gut genug sein könne.

Mit einer Praline und dem Lied „Die Gedanken sind frei“ endete das anregende Frauenmahl. Superintendentin Martina Espelöer dankte der Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn, der Beratungsstelle der Netzwerk Diakonie Mark Ruhr, dem Dekanat Jugend und Familie Märkisches Sauerland, dem Frauenreferat der EKvW, dem Frauenreferat und -ausschuss des KK Iserlohn und regte an, die gelungene Kooperation für die Planung eines weiteren Frauenmahls zu nutzen.

 

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Ich habe genug

Frauenmahl in Iserlohn-Letmathe

17. April 2015

Das Thema des Frauenmahles lässt sich auf unterschiedliche Weise hören. ICH HABE GENUG kann bedeuten: Ich beschränke mich in weltweiter Verantwortung für die, die nicht genug zum Leben haben. ICH HABE GENUG kann auch ein Protest sein. Er kann heißen: Ich will nicht länger Bittstellerin sein, sondern ich möchte selbstverständlich gesellschaftlich teilhaben. Wann und ob ich genug zum Leben habe, ist eine gesellschaftliche und eine individuelle Frage. Sie ist abhängig von den Verhältnissen, in denen ich lebe und von meinen persönlichen Bedürfnissen. Eine Frau bei uns wird sie anders beantworten als eine Frau in Afrika oder Indien. Eine reiche Frau anders als eine arme Frau. Eine Frau mit Handicap anders als eine ohne. Wann ist genug? Wie viel und was brauche ich zum Leben? Über diese spannenden Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren. Vier Tischreden geben dazu die nötigen Impulse.

Weitere Informationen und Kontaktdaten entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Erstes Frauenmahl in Sendenhorst

Mahl, Musik und weibliche Zukunftsbilder
Am Vorabend des Internationalen Frauentages, am Samstag, 7. März 2015, hatten sich 140 Frauen in der Aula der Realschule St. Martin in Sendenhorst versammelt. Die Freude der Frauen war schon am Eingang zu spüren,
denn sie gehörten zu den Glücklichen, die eine Karte für das erste Frauenmahl in Sendenhorst ergattert hatten.
140 Karten hatten die Organisatorinnen Ute Böning, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Sendenhorst und Martina Bäcker, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sendenhorst, verkauft. „Die Karten waren
im Nu vergriffen!“, freute sich Pfarrerin Ute Böning. Vielleicht lag es an dem breiten Frauenbündnis, dass die besondere Veranstaltung geplant hatte: Zu den Kooperationspartnerinnen gehörte neben der Stadt Sendenhorst
und der Evangelischen Kirchengemeinde auch die Evangelische Frauenhilfe, der Katholische Frauenbund Deutschland und der Landfrauenverband. Oder das Thema traf genau den Nerv der Zeit?! „Wie wollen wir
leben? – Bilder von unserer Zukunft“- zu diesem visionären Thema hatten fünf prominente Rednerinnen aus
Kirche, Politik und Gesellschaft zugesagt und ihre Tischrede vorbereitet.

Es begann Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.
Sie vertrat u.a. die These: „Die Zukunft in Wissenschaft und Forschung muss weiblicher werden!“. Sie zeigte mit Hilfe von Zahlen auf, dass der Frauenanteil zwar bei den Bachelorabsolventinnen noch gute 55% beträgt, aber der Anteil von Frauen an der Universität z.B. bei Professuren und Rektorenstellen mit ca. 20% immer noch sehr gering ist. Ihr Ziel ist es, mehr Frauen für technische Fächer zu gewinnen und sie mit Hilfe der Quotenregelung der Hochschulen in NRW zu fördern sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.
„Wir brauchen qualifizierte Frauen! Sowohl aus Akademikerfamilien als auch ohne studierte Eltern.“, so ihr Statement.
Als zweite Rednerin trat Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe, ans Rednerinnenpult. Sie verdeutlichte den Zuhörerinnen überzeugend die Bedeutung von Kultur für die
eigene Identität. Kultur solle für die Menschen sein, sie sei ein Mittel gegen Ausgrenzung und müsse selbstverständlich in unserem Alltag dazugehören. 90 Millionen Euro umfasse der Kulturetat des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe. Das seien aber nur 3% des Gesamtetats, der 3 Milliarden Euro umfasse. In einer Welt der Zukunft solle Kultur selbstverständlich sein und Menschen über kulturelle Grenzen hinweg verbinden, so ihr Fazit.
Als dritte Rednerin beim Sendenhorster Frauenmahl war die Unternehmerin Magdalena Münstermann eingeladen. Bekannt geworden war sie am 2. Dezember 2013 als Bundespräsident Joachim Gauck ihr die Verdienstmedaille
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichte und sie u.a. für ihr ehrenamtliches Engagement im Telgter Modell ausgezeichnete. Das Telgter Modell steht für eine aktive Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft vor Ort. Magdalena Münstermann plädierte in ihrer Zukunftsrede für einen „Haltungswechsel“ in Unternehmen. Eine offene, ehrliche Kommunikation, flexible Arbeitszeiten, die auf die individuellen Lebenssituationen der Mitarbeitenden angepasst sind, Gesundheitsmanagement sowie gute Betreuungsangebote würden Zutrauen, Vertrauen und hohe Motivation unter den Mitarbeitenden schaffen, so ihre These. Die Wirtschaft müsse den Mensch in den Mittelpunkt stellen und sich an seine Bedürfnisse und Lebenskontexte anpassen, nicht umgekehrt. Denn: Prävention sei immer besser als Nachsorge! Die applaudierenden Frauen stimmten ihr zu und diskutierten angeregt über die vielfältigen Ideen der Rednerinnen. Umrahmt wurden die Reden, die Gespräche und das Essen von den Musikerinnen des Duos Larissas Neufeld. Als vierte Rednerin plädierte Superintendentin Meike Friedrich, Evangelischer Kirchenkreis Münster, für ein zukünftiges Leben in mehr gemeinsamer Achtung für sich, die Nächsten und für Gott. Das impliziere z.B. ein reflektiertes Konsumverhalten zum Wohle aller, das auf faire, ökologische und regionale Produkte setze, anstatt auf Billig-Angebote. Weniger Egoismus, stattdessen mehr Barmherzigkeit, Empathie und einen würdevolleren Umgang mit Mensch, Tier und der Schöpfung Gottes, so lautete ihr Votum.
Sr. Klarissa Watermann, Dominikanerin OP von Bethanien begrüßte die Frauen nach dem Dessert mit den Worten: „Liebe Mit-mir-Frauen!“ und fragte sich humorvoll, ob trotz des köstlichen Essens, die Teilnehmerinnen noch zuhören könnten. Ihre Befürchtung war unberechtigt. Die Teilnehmerinnen lauschten gebannt, als sie für einen neues Wirtschaftsmodell warb. Einer Oxfamstudie zufolge besitzt im Jahr 2016 1% der Weltbevölkerung mehr als der Rest der Welt. In ihrem Bild der Zukunft regiert ein anderer Wachstumsbegriff. Dieser ließe sich daran messen, ob das Geld den Armen zu Gute käme. „Wir sind gewachsen, wenn die Armut abnimmt“, so ihre These.
„Reich beschenkt mit interessanten Gedanken für den Geist und gutem, regionalem Essen für den Leib, fahre ich jetzt erfüllt nach Hause“, resümierte eine der vielen begeisterten Teilnehmerinnen den Abend für sich. Informationen
zu weiteren Frauenmahlen in Westfalen erhalten Sie im Landeskirchlichen Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen bei Nicole Richter unter www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat . Unter www.frauenmahl.de. werden in Kürze auch die fünf Tischreden zum download bereitstehen.
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Pinke Mädchen - weise Greisin

Foto: Anja Lukas Larsen
Foto: Anja Lukas Larsen

4. Dortmunder Frauenmahl

Das der Altar in der St. Petri Kirche Dortmund auch ein Altar der Frauengeschichte ist, wurde den Teilnehmerinnen des 4. Dortmunder Frauenmahls am Freitag, den 20.02.2015 klar. In der ersten Tischrede von Pfarrerin Barbara von Bremen erklärte die Theologin die in dem Altar besondere, bildlich dargestellte Ahninnenfolge Jesu. Drei Frauen treten darin besonders in Erscheinung: die Heilige Emerentia, der Urgroßmutter Jesu; Anna, der Großmutter Jesu und Maria, Jesus Mutter. Fast 500 Jahre ist der Altar alt und er zeigt in verschiedenen Bildern die Geburtsgeschichten der biblischen Vorfahrinnen. Ungewöhnlich und doch sehr passend für die Arbeit an der Stadtkirche St. Petri, denn die Pfarrerinnen setzen schon seit Jahren einen Schwerpunkt in der feministischen Theologie. 140 Frauen waren an dem Freitagabend zu dem 4. Dortmunder Frauenmahl zusammengekommen. Neben einem türkisch-vegetarischem Buffet, das von einer muslimischen Dortmunder Frauengruppe gekocht wurde, hörten die Teilnehmerinnen Tischreden zum Thema „Pinke Mädchen – weise Greisin“ über gesellschaftliche Frauenbilder im Laufe des Lebens.

„Seit 2011 finden Frauenmahle in der ganzen Bundesrepublik statt!“, erklärte Nicole Richter, vom Frauen-referat der Evangelischen Kirche von Westfalen, die Entstehungsgeschichte des besonderen Veranstaltungsformates. Sie erinnern an die Tischreden von Martin Luther, der die Tradition des gemeinsamen Essens und des Gedankenaustauschs anregte. „Bei Frauenmahlen kommen aber ausschließlich Frauen zu Wort und auch der weibliche Austausch steht bei diesem Event im Mittelpunkt“ so Brigitte Wolfs, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund und Kooperationspartnerin bei den Frauenmahlen der Evangelischen Kirche. Vier Rednerinnen waren eingeladen unter ihnen u.a. Kerstin Schachtsiek, Diakonin und Referentin für Mädchen- und Genderarbeit der Fachstelle FUMA Gender NRW. „Pink ist mehr als eine Farbe!“, betonte sie in ihrer Rede. Sie kritisierte die Pinkifizierung von Mädchenspielzeug durch die Industrie, die extra für die junge weibliche Zielgruppe pink gestaltete Produkte auf den Markt bringe und damit auch einengende Bilder von Weiblichkeit vermittele. Sie erinnerte aber auch daran, dass die Farbe Pink noch eine sehr junge Farbe sei, die erst in den 80-er Jahren entstand und z.B. von jungen Punkfrauen durchaus positiv und kraftvoll besetzt sei.
Die Wuppertaler Sozialökonomin Dr. Martina Mronga beschäftigt sich wissenschaftlich mit Frauenrollenbildern im Management. In ihrer Rede nahm sie Bezug auf die berühmte Elisabeth von Tudor, auch bekannter als Elisabeth I., die als Frau eine Nation mit ihrer Rede überzeugte. Dr. Mronga coacht Frauen in Führungspositionen und gibt ihnen wertvolle Tipps zum Selbstmarketing.
Als letzte Rednerin des Dortmunder Frauenmahls zeigte Dr. Gisela Notz besondere Frauenbilder im Alter auf. „Alte Frauen wollen mehr als nur auf die Enkel aufpassen!“, lautete ihr Statement. So berichtete sie z.B. von Frauen, die 2014 eine Freizeitstätte in Berlin besetzten und sich für den Erhalt der Einrichtung politisch einsetzten. Sie zeigte Frauen im Alter, die selbstbewusst und sehr politisch engagiert aus der Rolle fallen und machte den Teilnehmerinnen Mut auch im Rentenalter politisch aktiv zu bleiben oder noch zu werden. Musikalisch umrahmt wurden die Frauenmahl-Reden von der Klangkünstlerin Susanne Strobel, die mit exotischen Percussion-Instrumenten die Vielfalt der Bilder klangvoll umsetzte. Es gibt eine Vielzahl von Bildern in unserer Gesellschaft, an denen sich Mädchen und Frauen orientieren können. Die Kunst ist es jedoch, das eigene Bild zu entdecken und zu leben, so könnte die Botschaft des 4. Dortmunder Frauenmahls zusammengefasst werden. Wer über die Thesen und Impulse der Rednerinnen noch weiter diskutieren wollte, konnte das bei der weiterführenden Tagung am Samstag im Mütterzentrum Dortmund e.V. tun. Die Rednerinnen kamen dort mit den teilnehmenden Frauen noch einmal intensiver ins Gespräch.
Vorbereitet wurden das Frauenmahl und die Tagung von einem breiten Frauenbündnis der Evangelischen Kirche von Westfalen, bestehend aus der Ev. Frauenhilfe, dem Amt für Mission Ökumene und Weltverantwortung, der Ev. Akademie Villigst, dem Frauenreferat der EKvW und der Stadtkiche St. Petri Dortmund sowie der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Dortmund. Weitere Informationen über das bundesweite Projekt „Frauenmahl“ finden Sie unter www.frauenmahl.de oder www.kircheundgesellschaft.de/frauenreferat. Dort können Sie auch die Beiträge der vier Rednerinnen nachlesen. Die nächsten Frauenmahle in Westfalen finden am 07.03.2015 in Sendenhorst im Kirchenkreis Hamm (bereits ausverkauft) und am 17.04.2015 in Letmathe im Kirchenkreis Iserlohn statt

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Frauenmahl und Tagung 2014

„Es geht auch anders! Frauenwege selbstbestimmt“, so lautete der Titel des Dortmunder Frauen-mahls, das am Freitag, 21.02.2014 in der St. Petri Kirche in Dortmund stattfand. 120 Frauen waren zu dem 3. Dortmunder Frauenmahl gekommen. Neben einem türkisch-vegetarischem Buffet, das von einer muslimischen Frauengruppe gekocht wurde, hörten die Teilnehmerinnen Tischreden von Frauen aus Kirche und Politik. „Sie hören heute Reden von vier Reformatorinnen“, so Barbara von Bremen, Pfarrerin an der Stadtkirche St. Petri, „Sie alle zeigen uns, wie es möglich ist, anders zu leben, selbstbestimmt neue Wege zu gehen und welche Veränderungen dafür notwendig sind.“

Als erste Rednerin trat Dr. Angelica Schwall-Düren, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW und Bevollmächtigte des Landes beim Bund auf die Kanzel.

Sie plädierte dafür, das Potential der Migrantinnen in Deutschland besser zu nutzen. Deshalb setze sich das Ministerium u.a. für mehr Verständigung ein, z.B. mit Integrationslotsen, Beratungsstellen und der Anerkennung von ausländischen Ausbildungen. Die zweite Rednerin war Nicole Siegmann, Geschäftsführerin des Mütterzentrums Dortmund e.V.. Ihre These lautete: „Selbstbestimmtes Leben geht nur gemeinsam!“ Sie warb dafür, zusammen - mit anderen Frauen und Männern- nach neuen Wegen zu suchen, wie Familie heute entspannter gelebt werden kann. Das Mütterzentrum Dortmund nannte sie als ein gelungenes Beispiel, wo Vernetzung von Familien unterschiedlicher Art funktioniert. Die Theologin und Poetin Christina Brudereck entführte die Zuhörerinnen in eine Welt der pointierten Worte. Sie thematisierte die Bedeutsamkeit von intergenerativen Frauenbeziehungen für ihr Leben. Für sie sei u.a. wichtig die „gute Nahrung für Körper rund Geist“ – nämlich leckeres Essen und das Gebet – ganz im Sinne des Frauenmahls. Für die musikalischen Beiträge zwischen den Reden sorgte Kathrin Montero-Küpper mit ihrer Konzertharfe. Das Mahl endete mit einer aufrüttelnden Rede der Schwedin Kaj Fölster, die die anwesenden Frauen mit Worten der Frauenrechtlerin Clara Zetkin aufrief: „Frauen, jammert nicht, organisiert Euch!“

Wer über die Thesen und Impulse der Rednerinnen noch weiter diskutieren wollte, konnte das erstmals bei der weiterführenden Tagung am Samstag im Mütterzentrum Dortmund e.V. tun. Drei der Rednerinnen kamen mit den teilnehmenden Frauen noch einmal intensiver ins Gespräch. Vor-bereitet wurden die Veranstaltungen von einem breiten Frauenbündnis der Evangelischen Kirche von Westfalen und dem Rheinland sowie der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Dortmund, dem Forum Frau und Wirtschaft und dem Mütterzentrum Dortmund e.V..

Weitere Informationen über das bundesweite Projekt „Frauenmahl“ finden Sie unter www.frauenmahl.de. Dort können Sie auch die Reden der vier Reformatorinnen vom Dortmunder Frauenmahl nachlesen.

Unnaer Frauenmahl am 28. Juni

MA(H)L ANDERS
7 Frauen redeten über Toleranz!
Neben den besonderen Reden blieb zudem Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen und die Ausstellung "Mirjams Paukenschlag" in der Kirche zu betrachten. Die Ausstellung erinnerte an Frauen, die die Bewegung der feministischen Theologie seit den 1970er Jahren mitgetragen haben.

Weitere Infos und Kontaktdaten entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Schwerter Frauenmahl war ein voller Erfolg!

Vorgeschmack auf ein gutes Leben von Frauen

von Markus Mickein

Bei einem mehrgängigen Menü an festlich gedeckten Tischen gingen rund 170 Frauen am 24. Mai in der Rohrmeisterei Schwerte der Frage nach, was Frauen heute für ein gutes Leben brauchen. Impulse dazu kamen von fünf Rednerinnen aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Kirche.Marlis Bredehorst, Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, plädierte für eine stärkere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine stärkere Angleichung der Einkommensverhältnissen zwischen den Geschlechtern. Superintendentin Martina Espelöer betonte, dass die volle Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben eine Kernaufgabe der Kirche sei und dafür auch das Schubladendenken abgebaut werden müsse. Die Situation von Frauen mit Beeinträchtigungen hat Dr. Birgit Rothenberg von der Technischen Universität Dortmund in den Fokus gerückt. Sie wollte darüber ins Gespräch kommen, wie Frauen mit Beeinträchtigungen beispielsweise die Einbindung in ihr soziales Umfeld und die Selbstverwirklichung gelinge. Und Luise Becker vom Zentrum für islamische Frauenforschung (Köln) hat angefragt, ob nicht auch Gott selbst in seiner Offenbarung dem Menschen zu erkennen gegeben hat, was ein gutes Leben ausmacht.Diese Bandbreite an Anregungen verdeutlicht, wie schwierig die Beantwortung der Frage nach dem guten Leben ist. Das erste Frauenmahl hat hierfür erste Impulse gegeben und zum Diskutieren angeregt. Die Redebeiträge sind demnächst zum Nachlesen unter www.frauenmahl.de zu finden.

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