Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland

Einen Überblick über die Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland gibt der erste Atlas zur Gleichstellung, der Anfang März 2015 erschienen ist. Der Atlas wurde vom Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie in Kooperation mit der Konferenz der Frauenreferate und Gleichstellungsstellen in den Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) herausgegeben. Vorbild der Veröffentlichung ist der Gleichstellungsatlas des Bundes. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm würdigte die Möglichkeiten der vertieften Analyse, die der Atlas eröffnet. Überrascht habe ihn, wie vielfältig sich die Situation in den einzelnen Landeskirchen schon auf den ersten Blick darstelle. "Möge der Atlas vielfach genutzt werden, um dem Ziel einer gleichberechtigten Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche noch ein Stück näher zu kommen".

1989 hatte die EKD-Synode in Bad Krozingen beschlossen, die ausgewogene Repräsentanz von Männern und Frauen in kirchlichen Gremien anzustreben. Die Synode des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR fasste ein Jahr später in Leipzig ähnliche Beschlüsse. Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums dieser Beschlüsse stellte Simone Mantei vom Studienzentrum für Genderfragen die Ergebnisse des Gleichstellungsatlasses im November bei der EKD-Synode in Dresden vor. Die Zielvorgabe von 1989 haben aktuell sowohl die Synode der <acronym>EKD</acronym> mit einem Frauenanteil von 46 Prozent als auch der Rat der <acronym>EKD</acronym> mit einem Frauenanteil von 47 Prozent fast erreicht. Im Vergleich lag der Frauenanteil im Bundestag im vergangenen Jahr bei 36,5 Prozent, in der Bundesregierung bei 40 Prozent.

Neben den Daten zu der Verteilung der Leitungsämter wurden auch Zahlen zum kirchlichen Leben erhoben. <acronym>EKD</acronym>-weit liegt der Anteil der Männer, die sich ehrenamtlich engagieren, bei 31 Prozent. Auch der Anteil der Frauen im Pfarramt wurde untersucht. Die Präses der EKD-Synode Irmgard Schwaetzer zeigte sich vom Ergebnis überrascht: "Gefühlt hatten wir den Eindruck, dass inzwischen mehr Pfarrerinnen als Pfarrer in der evangelischen Kirche Dienst tun. Realität ist, dass unter den Ordinierten 33 Prozent Frauen sind – immerhin." Bemerkenswert sei auch mit nur 20 Prozent die geringe Repräsentanz von Frauen auf der Mittleren Leitungsebene. Mit der Suche nach den Ursachen soll sich laut Beschluss der Synode eine Folgestudie des Studienzentrums befassen. Sie wird die Anforderungsprofile für kirchliche Leitungspositionen auf mittlerer Ebene untersuchen. Studienleiterin Simone Mantei kündigte an, dass diese Studie voraussichtlich 2016 erscheinen wird.

Weiter enthält der Atlas auch Informationen über die konkrete Verteilung von Männern und Frauen bei den Beschäftigten in Kirche und Diakonie und zum kirchlichen Leben. "Wir sind gespannt, was die Auswertung der Daten in den Landeskirchen ergibt", sagte Oberkirchenrätin Kristin Bergmann, die in der <acronym>EKD</acronym> für Gleichstellungsfragen zuständig ist. "Der Atlas stellt die Datengrundlage zur Verfügung. Wie die Daten allerdings zu interpretieren sind und welche kirchenpolitischen Schlüsse daraus zu ziehen sind, muss jetzt in den entsprechenden Gremien vor Ort diskutiert werden". Die Gleichstellungsbeauftragten der Landeskirchen, die den Atlas zusammen mit dem Studienzentrum herausgeben, werden diesen Prozess in den Landeskirchen begleiten und unterstützen, so Bergmann.

 

Der Atlas zur Gleichstellung kann für 3,50€ (zzgl. Versand) bestellt werden.
Anke Engelmann 02304/755230
anke.engelmann@kircheundgesellschaft.de

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Gleichstellung

Seit 1997 gibt es in der EKvW ein Gleichstellungsgesetz (GlStG).
Ziel dieses Kirchengesetzes ist die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in der kirchlichen Arbeitswelt im Bereich der EKvW.
Es gilt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ausbildung, Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellte sowie Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamte. Gleichstellungsbeauftragte in den Kirchenkreisen sowie die landeskirchliche Gleichstellungsbeauftragte haben die Aufgabe, den Vollzug dieses Gesetzes zu begleiten und zu fördern. Der Aufgabenbereich der landeskirchlichen Gleichstellungsbeauftragten umfasst das Landeskirchenamt, die landeskirchlichen Ämter und Einrichtungen sowie die landeskirchlichen Schulen. Als landeskirchliche Gleichstellungsbeauftragte ist die juristische Referentin des Frauenreferats bestellt worden.

Die Nutzung aller Talente mache unsere Gesellschaft leistungsfähiger und trüge zur Stabilisierung des Steuer- und Sozialsystems bei. Die beiden Pfeiler des Gleichstellungsberichts, Lebenslaufperspektive und Verwirklichungschancen, können auch im kirchlichen Gleichstellungshandeln neue Perspektiven eröffnen. Die Teilnehmenden diskutierten im Anschluss an den Vortrag Maßnahmen und Strategien, die Mitarbeitende in der Kirche z.B. die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Pflege von Angehörigen ermöglichen. Zu dem 3. Villigster Strategiegespräch hatte das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen eingeladen, durchgeführt wurde es vom Fachbereich 5, dem Frauenreferat der EKvW. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, aktuelle politische Fragestellungen und gesellschaftliche Entwicklungen zu diskutieren und nach ihrer Bedeutung für das Engagement der Kirche zu fragen. 

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Kontakt

Sylvia Bachmann-Breves
Juristische Referentin
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Anke Engelmann
Sekretariat
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