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Kirche und Diakonie: Einrichtungen zur sozialen Integration fördern
 

Ohne ein neues Finanzierungskonzept werden Arbeitslose in Nordrhein-Westfalen demnächst keine unabhängige Beratung mehr in Anspruch nehmen können

Über die aktuelle Situation unabhängiger und niedrigschwelliger Hilfsangebote für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen haben bei einer Anhörung am 1. April in Dortmund über 30 Vertreter von evangelischer Kirche und Diakonie beraten. Sie forderten das Land Nordrhein-Westfalen dazu auf, sie dabei zu unterstützen, die in vielen Regionen gut funktionierende Arbeit zur sozialen Integration auch in Zukunft aufrechtzuerhalten.

Wenn das Düsseldorfer Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales seine Ankündigung umsetzt, zum 30. September die aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Förderung von jährlich 4,6 Millionen Euro für 75 Arbeitslosenzentren und 65 Beratungsstellen in Nordrhein-Westfalen einzustellen, müssen neue Fördermöglichkeiten gefunden werden, um die dringend notwendige Arbeit zur sozialen Integration weiterführen zu können. Doch obwohl es in der Regel eine große ideelle Unterstützung vor Ort gibt, ist gegenwärtig keine angemessene Weiterfinanzierung absehbar, so jedenfalls die bisherigen Erfahrungen der evangelischen Beratungsstellen aus ihren Verhandlungen mit ARGEn und Kommunen. Die unklare Rechtslage sowie die schlechte Finanzsituation vieler Städte und Gemeinden führten dazu, dass bislang keine Zusagen für die finanzielle Förderung von Einrichtungen zur sozialen Integration gemacht worden seien, hieß es

Die kirchlichen und diakonischen Träger schlagen deshalb ein neues, auf mehreren Säulen basierendes Finanzierungskonzept vor, an dem sich sowohl ARGEn als auch Städte und Gemeinden beteiligen sollen. Hinzu könnte ein vom Land neu zu aufzulegendes Programm zur sozialen Integration treten.

„Die unabhängige Beratung und Betreuung arbeitsloser und von Arbeitslosigkeit bedrohter Menschen muss politisch als unverzichtbare Dienstleistung anerkannt werden," forderte Landssozialpfarrerin Sigrid Reihs. „Sie befähigt Menschen in prekären Lebenslagen dazu, selber Verantwortung zu übernehmen. Es geht also um Existenzsicherung und Vermeidung von Armut.“

Die evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen engagieren sich seit über 20 Jahren in der Unterstützung erwerbsloser Menschen. Sie unterhalten zusammen insgesamt 45 Arbeitslosenzentren und Beratungsstellen.

 

Weitere Informationen:

Sigrid Reihs


 
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