

Der kleine Terror am Arbeitsplatz
Ein Beratungsprojekt für Mobbingopfer findet auch nach drei Jahren immer noch große Resonanz
Das Büro in dem kleinen Dienstleistungsunternehmen ist kein geschützter Arbeitsplatz: Manchmal fehlen plötzlich Unterlagen, anderentags sind Computerdaten verschwunden, dann wieder ist die Topfblume ist zerfleddert. Gute Arbeitsbedingungen sehen anders aus. Willkommen in der Welt des ganz normalen Mobbings! Alltäglich findet er irgendwo statt: der subtile Kampf zwischen Kollegen oder der Psychoterror von Vorgesetzen gegen Mitarbeiter.
Vor drei Jahren startete in Nordrhein-Westfalen deshalb das Projekt "MobbingLine" - eine landesweite Beratungshotline für Mobbingopfer. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Kirche von Westfalen war von Anfang an daran beteiligt. Nach nunmehr drei Jahren stellt Landessozialpfarrerin Sigrid Reihs fest: "Am Bedarf für ein solches Beratungsangebot, das schnelle und vertrauliche Hilfe bietet, hat sich nichts geändert." Jede Stunde melden sich auf der Hotline mehrere Männer und Frauen, die von einer kaum erträglichen Situation am Arbeitsplatz berichten. Der KDA will eine kompetente Beratung für betroffene Menschen deshalb auch nach dem 30. Juni aufrecht erhalten, wenn das Projekt von Seiten des Landes Nordrhein-Westfalen wohl beendet werden wird
Auch auf andere Weise möchte die evangelische Kirche weiterhin für die Problematik sensibilisieren, erklärt Sigrid Reihs, die auch KDA-Bundesvorsitzende ist: "Unsere Wanderausstellung zum Thema Mobbing ist mittlerweile von mehrern tausend Menschen besucht worden." Ab 19. April wird sie in Frankfurt a. M. zu sehen sein. Von interessierten Einrichtungen und Unternehmen kann sie gegen einen Kostenbeitrag ausgeliehen werden.
Weitere Informationen:
Sigrid Reihs
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