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Der Arbeitsbereich "Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt" im Institut für Kirche und Gesellschaft
 
Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) nimmt die Erfahrungen und Fragen von Menschen in der Arbeitswelt auf und sucht mit ihnen nach Antworten. Gerade in der Arbeitswelt erleben Menschen die Chancen und Risiken des betrieblichen und gesellschaftlichen Wandels hautnah. Um neue Herausforderungen anzunehmen, brauchen sie Orientierung, Ermutigung und Unterstützung. Dramatische Brüche in der Erwerbsbiographie und die Erfahrung von Arbeitslosigkeit erfordern spezielle Beratungs- und Bildungsangebote, die der KDA bereithält. Der KDA gibt gesellschaftspolitische Impulse durch sozialethische Stellungnahmen, die sich auf grundlegende Aussagen der biblischen Tradition beziehen. Die Arbeit erfolgt in unterschiedlichen Handlungsfeldern.
 
Entwicklung und Darstellung kirchlicher Positionen zu aktuellen arbeits- und sozialpolitischen Fragen
 
Ziel ist es, einen Beitrag zur Entwicklung einer zukunftsfähigen, gerechten Gesellschaft zu leisten. Dazu gehört es, ein zeitgemäßes Verständnis von Arbeit und Arbeitswelt zu entwickeln und Menschen dabei zu unterstützen, sich zivilgesellschaftlich und betrieblich für diese Ziele einzusetzen. Christliche Ethik wendet sich gegen die betriebliche und gesellschaftliche Ausgrenzung bestimmter Personen und Personengruppen. Zu einer gerechteren und zukunftsfähigen Gesellschaft gehören eine andere Verteilung des Reichtums, von bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie die Chance auf eine lebensdienliche Verteilung von Lebens- und Arbeitszeit.
Zu diesem Zweck beteiligen sich der KDA am öffentlichen politischen Dialog der Kirche mit Politik, Arbeitgebern und Gewerkschaften. Dieses erfolgt durch die Geschäftsführung des landeskirchlichen Sozialausschusses, die Vorbereitung von Stellungnahmen der Landeskirche und aktuelle Kommentare zu Entwicklungen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Einige Themenbeispiele:
  • Humandienstleistungen gerecht gestalten
  • Zukunft der Arbeit und Migration
  • Arbeitsmarktpolitik soll Chancen eröffnen - nicht ausgrenzen (Hartz Konzept)
  • Mobbing
Arbeitsweltbezogene Bildungsarbeit
 
Organisationsveränderungen im Unternehmen, unübersichtliches Marktgeschehen, die Unsicherheit des Arbeitsplatzes, veränderte Sozialformen der Arbeit (Teilzeit-, Tele- usw.) erfordern von den Beschäftigten, sich auf neue Abläufe einzustellen und sich emotional und betriebspolitisch neu zu orientieren. Dazu gehört es, mit Verunsicherungen umzugehen, sich ein neues Bild von der Wirklichkeit zu machen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Eine die Kernkompetenzen, die wir vermitteln wollen, sind:
  • Sich in organisatorischen Veränderungen orientieren und diese mitgestalten können
  • eigene Verantwortung und die Verantwortung anderer zu beschreiben und sich darüber zu verständigen
  • Die (unternehmens-) kulturellen Unterschiede erkennen, die eigenen Werte kommunizieren und Toleranz gegenüber Menschen mit anderen Werten und Einstellungen und Verhaltensweisen entwickeln
  • die eigenen Interessen klären und den Umgang mit in der Organisation verteilter Verantwortung einüben
  • Soziale Kompetenzen weiterentwickeln, sprachliche Barrieren überwinden und dieses in vorhandenen Arbeitsbeziehungen trainieren
  • Ökonomische Zusammenhänge verstehen, individuelle Risiken abschätzen und eigene Weiterbildungsperspektiven entwickeln
Dazu bieten wir Seminare und Workshops an, zum Teil als freies Angebot oder in Kooperation mit Unternehmen und Organisationen.
Unter der Überschrift "Managing Gender and Diversity" gibt es ein besonderes Angebot, dass der Frage nach geht, wie Vielfalt, z.B. zwischen Kulturen, Alters- und Geschlechtszugehörigkeit, Herkunft und Bildungsstand der Menschen in der Zusammenarbeit gestaltet werden kann, so dass sie eine Ressource zur Lösung von Problemen ergibt.. Ein "Karrieretraining für Frauen" richtet sich darüber hinaus speziell an Frauen, die beruflich um-, ein- oder aufsteigen wollen.
 
Informationen und Beratung für Arbeitsloseninitiativen und -projekte
 
Durch einen regelmäßigen Infobrief, Informationsveranstaltungen und Koordinationsarbeit unterstützt die Info- und Beratungsstelle Arbeitsloseninitiativen und - projekte in Westfalen. Dabei geht es zur Zeit vor allem darum, die schnellen Veränderungen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auf ihre praktischen Konsequenzen für die Betroffenen hin zu untersuchen und die Beraterinnen und Berater zu informieren. Gleichzeitig muss sich die Kirche selbst in diesen Veränderungen positionieren. Dieses Anzustoßen ist eine Aufgabe des KDA. Hinzu kommen konzeptionelle Weiterentwicklungen der Arbeitslosenarbeit, um sich selbst auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen und sozialethisch tragfähige und der Zielgruppe angemessene Perspektiven zu entwickeln. Aus unserer Sicht muss es vor allem darum gehen, Beratungs-, Unterstützungs- und Bildungsangebote für Menschen, die als "nicht vermittlungsnah" eingestuft werden, aufrecht zu erhalten. Schließlich gehört auch die Öffentlichkeitsarbeit und Mittelvergabe für den Gemeinschaftsfonds Arbeitslosigkeit, mit dem die Landeskirche Arbeitslosenprojekte unterstützt und Spenden koordiniert, in diesen Arbeitsbereich.
 
Handwerksbezogene Arbeit
 
Vom Arbeitsbereich aus erfolgt die landeskirchliche Begleitung evangelischer Handwerkervereine und die Mitgestaltung ihrer Bildungsarbeit. Hinzu kommt die Begleitung des gesellschaftspolitischen Dialogs zwischen Kirche und Handwerk.
 
Arbeit mit Betriebsräten und Mitarbeitervertretungen
 
Die Kontaktpflege und Zusammenarbeit mit Betriebsräten erfolgt zusammen mit den landeskirchlichen Sozialsekretärinnen und Sozialsekretären in den Regionen. Neben speziellen Bildungsangeboten für diese Zielgruppe wird ein fruchtbarer betriebs- und branchenübergreifender Erfahrungsaustausch gefördert.
Einen weiteren Schwerpunkt stellt (u. a. in Kooperation mit dem Frauenreferat der Landeskirche) die Informationsvermittlung und die Organisation von Weiterbildungen für Mitarbeitervertreter und - vertreterinnen in Kirche und Diakonie dar.
 
 
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