Wildnis Spannung Abenteuer - Abenteuerliche Wochenenden für Väter und Kinder

Die Anmeldefrist für die neuen Angebote der Männerarbeit in Westfalen für Väter mit Kindern, die dem Kindergartenalter entwachsen sind, läuft. Drei Touren werden angeboten: Eine Kanutour auf der Ems, ein Erlebniswochenende und Wildnistage. 

Wildnistage mit Papa -„Survival und Bogenschießen“
16.09.–18.09.2016
oder
23.09 –25.09.2015

Axel Jayte und Christian Brocks
80 € pro Vater und 40 € pro Kind

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Weitere Informationen zu dem Wochenende und zur Anmeldung finden Sie im Flyer.

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Väter werden aktiv im Kinderzentrum Nadeshda

Abschlussseminar Ende Februar 2016 in Belarus

Am 26. und 27. Februar 2016 fand im Kinderzentrum Nadeshda das Abschlussseminar des Projektes zur Stärkung der Väterrolle bei Kindern mit Behinderungen statt. Das Projekt wurde von Ralf Höffken und Jürgen Haas als Experten der Männerarbeit begleitet.

Die an dem Projekt beteiligten Väter, insgesamt 23, sind bereit für ihre Kinder Verantwortung zu übernehmen. Beim Abschluss-Seminar zeigte sich, dass einige Väter schon sehr aktiv begonnen haben, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Ein Vater organisierte erfolgreich einen Marathonlauf für Väter und Mütter mit behinderten Kindern in Rollstühlen. „Flügel der Engel“ nannte er dieses Projekt. Nur ein Beispiel dafür, dass die Väter sehr motiviert sind, sich aktiv einzubringen.

Die Projektverantwortlichen, Expertinnen und Experten waren während einer Auswertung im Anschluss an das Seminar sicher, dass das Projekt mit weiteren Vätern fortgesetzt werden muss. „Nadeshda ist bereit, die Väter zu empfangen“ sagte die Ärztin Irina Nesterowitsch, stellvertretende Direktorin des Kinderzentrums am Ende. 

Tschernobyl mahnt – auch für die junge Generation

Die Männerarbeit beteiligt sich erneut an den europäischen Aktionswochen für eine Zukunft nach Fukushima und Tschernobyl

Wie kann es gelingen auch jungen Teenagern die Belastungen durch die schweren Atomkatastrophen vor 5 bzw. vor 30 Jahren klar zu machen und damit zu verdeutlichen, dass die Energiewende in Deutschland einen für viele Menschen tragischen Ursprung hat? Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Gespräche mit Zeitzeugen – Menschen also, die die Atomkatastrophe selbst „nah“ miterlebt haben und mit ihren Familien unter den Folgen leiden – eine große Bereicherung für die Schülerinnen und Schüler sind und auch von den Schulen gerne als Möglichkeit genutzt werden, Unterricht authentisch-bewegend zu gestalten.
Auch in diesem Jahr – aus Anlass des 30. Jahrestages der Tschernobylkatastrophe – wird ein Zeitzeuge in Westfalen zu Gast sein: Herr Alexander Antonowitsch aus Gomel in Belarus war zum Zeitpunkt des schweren Unfalls im Atomkraftwerk Tschernobyl gerade 2 Jahre alt und sein Vater gehörte zu den Liquidatoren.
Antonowitsch bezeichnet seine Kindheit als relativ normal bis zu dem Zeitpunkt, als er mit 7 Jahren an Schilddrüsenkrebs erkrankt ist. 5 Jahre später kam Lungenkrebs dazu. Bewegend beschreibt der Bauunternehmer in einem Selbstporträt die schweren Jahre, in denen er von einer Klinik in die nächste geschickte wurde und lange Zeit nicht klar war, wie es weitergeht. Er betont auch, wie wichtig verschiedene Aufenthalte im Kinderzentrum Nadeshda für ihn waren. Der erste Aufenthalt im Kinderzentrum war für ihn „ein neuer Start ins Leben“.
6 Schulen in Schwerte, Lüdenscheid, Meinerzhagen, Dortmund und Unna beteiligen sich an der Aktionswoche im Zeitraum vom 25. April bis zum 2. Mai. Die Superintendentin des Kirchenkreises Iserlohn, Martina Espelöer und Schwertes Bürgermeister Heinrich Böckelühr übernehmen gemeinsam die Schirmherrschaft.

Zusätzlich sind einige Abendveranstaltungen mit dem Zeitzeugen geplant. Am 25. April findet in der Ev. Tagungsstätte Haus Villigst ab 19.00 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit Kerzenaktion statt.

Freunde von Nadeshda in Deutschland gegründet

Die Vernetzung der Aktivitäten der deutschen Partner von Nadeshda und die gemeinsame Trägerschaft des Kinderzentrums ist Ziel eines neuen Vereins

Am 14. Juli fand in Frankfurt am Main die Gründungsversammlung des neuen Vereins „Freunde von Nadeshda in Deutschland e.V.“ statt. Acht Organisationen traten dem neuen Verein bei, darunter die bisherigen drei deutschen Teilhaber des Kinderzentrums Nadeshda sowie als weitere neue westfälische Mitglieder der Landesverband der Kleingärtner Westfalen – Lippe und die Bottroper Bürger begeistert im Einsatz e.V. (Bobbie).

Zur Vorsitzenden wurde Frau Dr. Astrid Sahm vom Frankfurter Verein Leben nach Tschernobyl gewählt. Ihr Stellvertreter ist Ralf Höffken vom Sozialdienst ev. Männer e.V. (SEM), der eng mit der Männerarbeit von Westfalen verbunden ist. Als weitere Vertreter wurden Reinhard Müller (ebenfalls SEM und Männerarbeiter), Andreas Seiverth (Vorsitzender der Teilhaberversammlung von Nadeshda), Detlef Kleine (Männerarbeit der EKD) und Christoph Rau (Männerwerk Württemberg) in den Vorstand gewählt.

Nun wird angestrebt, dass der neue Verein die Anteile der bisherigen drei deutschen Teilhaber übernimmt. Dies erleichtert die organisatorische Arbeit mit dem Kinderzentrum Nadeshda. Der Sozialdienst ev. Männer hat bereits beschlossen, seine Anteile dem neuen Verein zu übertragen. Dies ändert aber nichts an den Aktivitäten der Männerarbeit in Westfalen. Neue große Projekte werden gemeinsam mit den anderen deutschen Partnern des Kinderzentrums Nadeshda angegangen. Das Projekt Solarsolidarität und Aktivitäten zum 30. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe stehen an. Das Väterprojekt in Nadeshda wird fortgesetzt.

Väter für Kinder mit Behinderung in Verantwortung

Ein Projekt zur Förderung der Beziehung von Vätern und Kindern mit Behinderung im Kinderzentrum Nadeshda in Belarus

„Ich bin zum ersten Mal mit meinem Kind allein unterwegs“ so ein Vater im Rahmen des Kooperationsprojektes für behinderte Kinder und deren Väter im Kinderzentrum Nadeshda. Im Juni fand das erste von zwei Wochenenden statt, an dem 10 Väter und 12 Kinder teilgenommen haben. Geplant wurde das Pilotwochenende mit den Vätern, den belarussischen Projektpartnern und den deutschen Experten, Ralf Höffken und Jürgen Haas. Dabei standen die besonderen Bedürfnisse der Familien im Fokus.
Im Gespräch mit den Vätern wurde deutlich, dass es nur wenig Gelegenheit der Beratung und des Austausches mit anderen betroffenen Vätern gibt. Zudem sei die Behinderung im Alltag und in der Gesellschaft ein Tabuthema, berichteten die Väter in vertraulichen Gesprächsrunden. So haben sie z.B. den Eindruck, dass es für sie berufliche Nachteile hat, sich als Vater eines behinderten Kindes zu outen. Ein großer Bedarf besteht bei den Vätern an Informationen mit Blick auf die medizinische und pflegerische Betreuung der Kinder.
Die teilnehmenden Kinder hatten sehr unterschiedliche Handicaps. Dies erforderte neben den Gemeinschaftsangeboten stärker individuell auf die Teilnehmenden und deren spezifischen Fähigkeiten einzugehen. Eines der Kinder hat in diesem Zusammenhang bei Jürgen Haas und Ralf Höffken nachhaltige Eindrücke hinterlassen. Veronika war aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage ihre Bewegungen zu koordinieren, saß im Rollstuhl und konnte sich sprachlich nicht mitteilen. Geistig war sie aber sehr fit, schrieb Gedichte und kommunizierte mit den deutschen Gästen mit Hilfe eines Textfeldes, bei dem sie mit großer Anstrengung und Unterstützung des Vaters die Buchstaben antippte und Wörter formte. Dieser liebevolle und fördernde Umgang der Väter mit ihren Kindern zeigte sich bei vielen Aktivitäten des Seminars.

Abschließend stellten die Väter fest, dass so ein Wochenende unbedingt wiederholt werden muss und ein regelmäßiges Angebot sein sollte. Ein weiteres Seminar für diese Zielgruppe findet im Herbst statt. Derzeit suchen die Initiatoren nach finanziellen Möglichkeiten das Pilotprojekt im nächsten Jahr fortzusetzen.

Sonne im Kopf und Sonne im Herzen

Hermann Kuhl, Schulleiter der Martin-Luther Schule in Herten, erklärt den weißrussischen Gästen die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Schule.

Sonnenenergie stand im Mittelpunkt der 16. Ökologischen Woche im Mai

Vom 15. bis 23. Mai fand in der katholischen Akademie Schwerte und in Haus Düsse in Bad Sassendorf zum 16. Mal die ökologische Woche statt, die seit dem Jahr 2000 gemeinsam von der Männerarbeit und vom Kinderzentrum Nadeshda veranstaltet wird. Auch in diesem Jahr standen nachhaltig wirken-
de Projekte im Zentrum, Schwerpunkt-
thema war die Sonnenenergie.
Die Gruppe aus 53 weißrussischen und deutschen Teilnehmenden konnte Foto-
voltaikanlagen an Schulen, Kirchen, Rat- und Privathäusern erleben und besichtigen.
Für den theoretischen Input sorgte u. a. Dr. Johannes Spruth von der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW, der die „Sonne als den Energieträger für die Zukunft“ bezeichnete. Timon Lütschen, Fachberater des Solarzentrums Münsterland, brachte ein Solarauto mit. Viele der weißrussischen Gäste erlebten sogleich eine Probefahrt. Wie der Verbrauch und die Steuerung des Stromes mit Solarenergie zu kontrollieren ist, erörterte der Kollege Hans-Jürgen Hörner, Umweltbeauftragter der Ev. Kirche von Westfalen. Dass der Energieverbrauch auch eine Sache des Umweltmanagements ist, verdeutlichte Männerarbeiter Martin Anemüller aus Bad Sassendorf, der Umweltbeauftragte seiner Kirchengemeinde.
Dass die 16. Begegnungswoche gelang, lag wieder an vielen kleinen freundlichen Begegnungen zwischen deutschen und weißrussischen Männern und Frauen. So war die Sonne in den Herzen zu spüren.

Beim Abschlussabend am 22. Mai in Bad Sassendorf, lud Galina Wojtus, Mitarbeiterin des Kinderzentrums Nadeshda, bereits zur 17. Ökologischen Woche nach Belarus ein. Diese wird vom 18. bis 25. Mai 2016 stattfinden.

Väter aktiv für ihre Kinder

Erstes weißrussisches Väterprojekt in Nadeshda gestartet

„Wir wollen Familien ansprechen, erreichen aber in der Regel nur die Mütter“, so Irina Nesterowitsch, die als ärztliche Leiterin des Zentrums Nadeshda bereits zahlreiche Aufenthalte von Familien mit behinderten Kindern im Erholungskinder-zentrum erlebt und begleitet hat. Aus dieser Beobachtung heraus und der Erkenntnis, dass Väter eine wichtige Bedeutung für die Kinder haben, entwickelte sich der Wunsch, Väter anzusprechen und diese gezielt zu erreichen. In Zusammenarbeit mit der Minsker Elterninitiative „Offenbarung“ wendete sich das Kinderzentrum an die westfälische Männerarbeit, um von deren langjährigen Praxiserfahrungen im Bereich der Vater-Kind-Arbeit zu profitieren.

Im Rahmen der Konzeptionsentwicklung entstand ein Projekt, welches mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Förderprogramm Belarus) gefördert wird. Die Idee: weißrussische und deutsche Experten erarbeiten mit Vätern und Akteuren aus der Minsker Elterninitiative sowie dem Kinderzentrum Nadeshda attraktive Programme für Väter mit behinderten Kindern.
Vom 23. Februar bis zum 24. Februar 2015 fand das erste Planungstreffen in Nadeshda statt, mit dem Ziel die Rahmenbedingungen abzustecken und die inhaltlichen Schwerpunkte festzulegen. Hierbei war es den Organisatoren besonders wichtig die Väter einzubeziehen und ihre Kompetenzen als betroffene Väter zu nutzen. „Väter sind selbst die besten Fachleute für ihre Kinder“, so Ralf Höffken, der Nadeshda-Beauftragte der westfälischen Männerarbeit.  „Zu Beginn waren die Väter sehr vorsichtig damit, eigene Wünsche einzubringen“ berichtet Jürgen Haas, der die Vater-Kind-Agentur der westfälischen Männerarbeit leitet und der als deutscher Experte an dem Projekt beteiligt war. Die guten Erfahrungen der Männerarbeit, Väter konsequent in die Planungen einzubeziehen, zeigte auch im Kontext des Nadeshda Väterprojekts positive Wirkung. So entstand am Ende der zweitägigen Veranstaltung ein Seminarkonzept, welches sich eng an den Bedürfnissen der Väter und der Kinder orientiert und im Laufe des Jahres nun zweimal ausprobiert werden soll. „Ich bin in jedem Fall dabei und bin sicher,  auch weitere Väter zu gewinnen “, so einer der beteiligten Väter am Ende des Planungsworkshops.

Wildnis Spannung Abenteuer - Abenteuerliche Wochenenden für Väter und Kinder

 

Die Anmeldefrist für die neuen Angebote der Männerarbeit in Westfalen für Väter mit Kindern, die dem Kindergartenalter entwachsen sind, läuft. Drei Touren werden angeboten: Eine Kanutour auf der Ems, ein Erlebniswochenende und Wildnistage. 

Vater-Kind-Kanutour 2016 auf der Ems (ausgebucht)
Termin:             01.-03.07.2016 
Leitung:            Björn Lohe und Jörg Wetjen 
Preis:                90 € pro Vater und 50 € pro Kind

Erlebniswochenende für Väter und Kinder - Klettern und Wandern in den Wäldern des Sauerlandes 
Termin:            26.–28.08.2016 
Leitung:           Ulrich Dirks und Jörg Wetjen 
Preis:               85 € pro Vater und 45 € pro Kind

Wildnistage mit Papa -„Survival und Bogenschießen“ 
Termin:            16.09.–18.09.2016 oder 23.09 –25.09.2015 
Leitung:            Axel Jayte und Christian Brocks 
Preis:               80 € pro Vater und 40 € pro Kind

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Weitere Informationen zu den Wochenenden und zur Anmeldung finden Sie im Flyer.

Familien heute

Haben Familien das Potenzial, die Gesellschaft „besser“ machen zu können?

Familie hat wieder einen guten Ruf. Mit der Bemerkung „Kinder kriegen die Leute immer“ – oder dem Abtun familienpolitischer Fragen als „Gedöns“ ist heute kein Staat mehr zu machen. Familie ist unterstützenswert und gleichzeitig unterstützungsbedürftig. Die demografische Entwicklung drückt auf die Stimmung. Die Familie wurde in den letzten Jahrzehnten zum Problemkind der Gesellschaft und gleichzeitig zum Bezugspunkt unterschiedlicher Zukunftshoffnungen. mehr ...

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW beteiligt sich mit seinen Kompetenzen und Erfahrungen an diesem landeskirchenweiten Diskussionsprozess über die Hauptvorlage und bietet im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen Orte für Meinungsbildung und gesellschaftspolitische Debatten an. mehr ...

Es wurde eine Sub-Homepage http://familien-heute.ekvw.net  als Netzwerkknoten und Diskussionsforum freigeschaltet. Dort finden Sie alle wesentlichen Dokumente als Download.

Mensch sein - mit Leib und Seele

Vom 30. September bis 03. Oktober 2016 bietet die Westfälische Männerarbeit in Kooperation mit dem Frauenreferat der Evangelischen Kirche Von Westfalen eine "Genderseminar im Weinberg" an.

Unter dem Titel "Mensch sein - mit Leib und Seele" treffen sich Männer und Frauen auf dem Weingut Rößler in Lorch am Rhein. Mensch sein heißt in Beziehung sein: Mit sich und mit Gott. Diese Erntedanktage sind gefüllt mit Wanderungen, Mitarbeit im Weinberg und der Suche nach den Spuren Gottes in unserem Leben als Frau und Mann. Als Inspirationsquelle dienen unter anderem Texte von Hildegard von Bingen und Meister Eckhart. Weiter Informationen finden sie auf unserem Flyer oder via Mail von Martin Treichel.

Auf neuen Wegen unterwegs - Ich geh in Rente

Der Eintritt in den sogenannten "Ruhestand" ist eine ambivalenter Übergang. Der neu gewonnen Freiheit vom Zwang zur Erwerbsarbeit, steht der Verlust der vertrauten und eingeübten Regelmäßigkeit des Arbeitsalltags gegenüber.

Vom 07.-09. Oktober wollen wir Männern die vor dem Ruhestand stehen, die Gelegenheit geben in der ruhigen Atmosphäre des Haus Nordhelle über diesen Wechsel nachzudenken. Gemeinsam wollen wir einen Blick zurückwerfen, Ideen für den Übergang entwickeln und uns Gedanken über die Zukunft machen. Mehr Informationen über Programm und Anmeldung finden sie in unserem Veranstaltungsflyer.

Familien reden mit!

Die Lebenssituation und die Bedürfnisse von Familien standen am 11.-12.10.2013 im Mittelpunkt der Tagung "Familien stärken! Welche Familienbilder machen Politik?" Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen hatte in Kooperation mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW zu der zweitägigen Veranstaltung eingeladen - 100 Menschen, unter ihnen Väter, Mütter, Großeltern und viele Kinder und Jugendliche sind der Einladung gefolgt. Anstoß gab die Hauptvorlage Familien heute, die derzeit in der Evangelischen Kirche von Westfalen diskutiert wird.

Fragen wie: "Was macht eine Familie zur Familie?" oder "Was brauchen Familien heute, damit in ihnen Fürsorge und Verantwortung möglich sind?" und "Welche Familienbilder prägen die derzeitige Familienpolitik?" wurden sowohl von den Referentinnen als auch von den Familien angeregt diskutiert. Mit einem historisch-soziologischen Blick auf Familie eröffnete die renommierte Familiensoziologin Prof. Dr. Nave-Herz am Freitag, 11.10.2013 die Tagung. Sie verwies darauf, dass es sich bei dem Bild der traditionellen Kleinfamilie um ein überfrachtetes Ideal handele, das  erst im 18./19. Jahrhundert entstanden sei und im "golden age of marrriage", den 50/60er Jahren ihren Höhepunkt hatte. "Zeitgleich entwickelten sich auch rollentypische Klischeevorstellungen, der Mann sei in der Ehe für die Außenwelt, die Frau für die Innenwelt und die Beziehungsarbeit zuständig." Diese Zuschreibungen seien zwar überholt, aber dennoch hielten die Menschen trotz hoher Trennungs- und Scheidungsraten weiterhin an der Ehe als Lebenskonzept fest, so Prof. Dr. Rosemarie Nave-Herz.
Diesen Aspekt betonte auch Prof. Dr. Isolde Karle in ihrem theologischen Vortrag am Samstag. Sie forderte zudem die Anerkennung unterschiedlicher Lebensformen, vor allem auch der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Das traditionelle Kleinfamilienmodell ist immer noch das Familienbild, das die Politik derzeit prägt, obwohl es sich zunehmend weitet. Die Leistungen für Familie stehen derzeit alle auf dem Prüfstand und sollen besser koordiniert werden, so NRW-Familienministerin Ute Schäfer. Ziel sei es,  Familien in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und zu unterstützen. Das bedeute: angemessene Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder durch qualitativ hochwertige und ausreichende Betreuungsangebote auszubauen und finanzielle Sicherheit und Planbarkeit im Alltag für Eltern zu ermöglichen, zum Beispiel durch die Einführung familienfreundlicherer Arbeitsbedingungen. Aber auch Voraussetzungen zu schaffen, um Pflegezeiten, zum Beispiel durch die Einrichtung von Lebens-Arbeitskonten zu ermöglichen. Dabei solle es aber nicht das Ziel sein, die Familien an den Markt anzupassen, "denn der Markt braucht auch und gerade die Familien!", so Ministerin Ute Schäfer. Wo Familien dringenden Handlungsbedarf sehen, wurde am Samstagnachmittag im Worldcafé engagiert diskutiert. In dialogorientierter Caféatmosphäre wurden politische Forderungen laut: "Familien brauchen Sicherheit durch unbefristete Arbeitsverträge!", "Erzieher/innen und Tagesmütter/-väter müssen besser entlohnt werden, sie arbeiten mit unserer Zukunft!", "Familienpolitik kann nur durch mehr Gleichstellung funktionieren!" Diese Forderungen wurden besonders von den Vertreterinnen des Ministeriums interessiert gehört, denn diese sollen in den Familienbericht des Landes NRW einfließen, der Mitte 2015 veröffentlicht wird. "Der wichtige Dialog zwischen Politik und Familien auf Augenhöhe hat funktioniert," so Nicole Richter vom Frauenreferat der EKvW. "Das qualitativ hochwertige Kinderprogramm sorgte zudem für eine besonderen, familienfreundlichen Rahmen, der die Tagung zu einem Erfolg werden ließ!", resümiert Jürgen Haas, Referent des Fachbereichs Männer, Familie, Ehrenamt im Institut für Kirche und Gesellschaft.

Die Veranstaltung "Familien stärken! Welche Familienbilder machen Politik?" steht im Zusammenhang mit der Diskussion um die Hauptvorlage "Familien heute". Auf der Landessynode der EKvW im November 2013 werden die ersten Zwischenergebnisse vorgestellt.

Vortrag Prof. Dr. Dr. h.c. Rosemarie Nave-Herz
Vortrag Prof. Dr. Barbara Thiessen
Vortrag Ministerin Ute Schäfer

Literaturempfehlungen

Weitere Informationen unter: www.familien-heute.de

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