Wir leben Familie

Familien sind generationsübergreifende Lebenszusammenhänge und einzigartige Solidarsysteme. Der Begriff Familie verspricht Lebendigkeit, Geborgenheit, Glück und gelingendes Leben - Hoffnungen, die sich nicht immer mit der Wirklichkeit decken.

Familie spiegelt die Vielfalt modernen Lebens wider. In Familien ist jede Generation auf ihre Weise wichtig. Diejenigen, die sich um Kinder und Ältere kümmern, sind besonders gefordert und erleben die Konkurrenz von Arbeits- und Familienzeit. In der Vergangenheit löste die Rollenteilung unter den Geschlechtern diese Konkurrenz. Heute sind diese Modelle weitgehend Vergangenheit.

In dem sich Frauen an der Erwerbsarbeit beteiligten, gewannen Frauen und Männer Freiheit, ihr eigenes Leben zu gestalten. Wirtschaftliche Zwänge fordern nun von beiden Geschlechtern, berufliche, familiäre und persönliche Belange zu koordinieren.

Wir unterstützen Männer dabei, sich in diesen Veränderungen zu orientieren und fordern geschlechtergerechte Familienpolitik. Wir engagieren uns für eine Familienpolitik, die Familien in ihrer Vielfalt in der veränderten Gesellschaft stark macht.

Familien reden mit!

Die Lebenssituation und die Bedürfnisse von Familien standen am 11.-12.10.2013 im Mittelpunkt der Tagung "Familien stärken! Welche Familienbilder machen Politik?" Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen hatte in Kooperation mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW zu der zweitägigen Veranstaltung eingeladen - 100 Menschen, unter ihnen Väter, Mütter, Großeltern und viele Kinder und Jugendliche sind der Einladung gefolgt. Anstoß gab die Hauptvorlage Familien heute, die derzeit in der Evangelischen Kirche von Westfalen diskutiert wird.

Fragen wie: "Was macht eine Familie zur Familie?" oder "Was brauchen Familien heute, damit in ihnen Fürsorge und Verantwortung möglich sind?" und "Welche Familienbilder prägen die derzeitige Familienpolitik?" wurden sowohl von den Referentinnen als auch von den Familien angeregt diskutiert. Mit einem historisch-soziologischen Blick auf Familie eröffnete die renommierte Familiensoziologin Prof. Dr. Nave-Herz am Freitag, 11.10.2013 die Tagung. Sie verwies darauf, dass es sich bei dem Bild der traditionellen Kleinfamilie um ein überfrachtetes Ideal handele, das  erst im 18./19. Jahrhundert entstanden sei und im "golden age of marrriage", den 50/60er Jahren ihren Höhepunkt hatte. "Zeitgleich entwickelten sich auch rollentypische Klischeevorstellungen, der Mann sei in der Ehe für die Außenwelt, die Frau für die Innenwelt und die Beziehungsarbeit zuständig." Diese Zuschreibungen seien zwar überholt, aber dennoch hielten die Menschen trotz hoher Trennungs- und Scheidungsraten weiterhin an der Ehe als Lebenskonzept fest, so Prof. Dr. Rosemarie Nave-Herz.
Diesen Aspekt betonte auch Prof. Dr. Isolde Karle in ihrem theologischen Vortrag am Samstag. Sie forderte zudem die Anerkennung unterschiedlicher Lebensformen, vor allem auch der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Das traditionelle Kleinfamilienmodell ist immer noch das Familienbild, das die Politik derzeit prägt, obwohl es sich zunehmend weitet. Die Leistungen für Familie stehen derzeit alle auf dem Prüfstand und sollen besser koordiniert werden, so NRW-Familienministerin Ute Schäfer. Ziel sei es,  Familien in ihrer Vielfalt wahrzunehmen und zu unterstützen. Das bedeute: angemessene Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder durch qualitativ hochwertige und ausreichende Betreuungsangebote auszubauen und finanzielle Sicherheit und Planbarkeit im Alltag für Eltern zu ermöglichen, zum Beispiel durch die Einführung familienfreundlicherer Arbeitsbedingungen. Aber auch Voraussetzungen zu schaffen, um Pflegezeiten, zum Beispiel durch die Einrichtung von Lebens-Arbeitskonten zu ermöglichen. Dabei solle es aber nicht das Ziel sein, die Familien an den Markt anzupassen, "denn der Markt braucht auch und gerade die Familien!", so Ministerin Ute Schäfer. Wo Familien dringenden Handlungsbedarf sehen, wurde am Samstagnachmittag im Worldcafé engagiert diskutiert. In dialogorientierter Caféatmosphäre wurden politische Forderungen laut: "Familien brauchen Sicherheit durch unbefristete Arbeitsverträge!", "Erzieher/innen und Tagesmütter/-väter müssen besser entlohnt werden, sie arbeiten mit unserer Zukunft!", "Familienpolitik kann nur durch mehr Gleichstellung funktionieren!" Diese Forderungen wurden besonders von den Vertreterinnen des Ministeriums interessiert gehört, denn diese sollen in den Familienbericht des Landes NRW einfließen, der Mitte 2015 veröffentlicht wird. "Der wichtige Dialog zwischen Politik und Familien auf Augenhöhe hat funktioniert," so Nicole Richter vom Frauenreferat der EKvW. "Das qualitativ hochwertige Kinderprogramm sorgte zudem für eine besonderen, familienfreundlichen Rahmen, der die Tagung zu einem Erfolg werden ließ!", resümiert Jürgen Haas, Referent des Fachbereichs Männer, Familie, Ehrenamt im Institut für Kirche und Gesellschaft.

Die Veranstaltung "Familien stärken! Welche Familienbilder machen Politik?" steht im Zusammenhang mit der Diskussion um die Hauptvorlage "Familien heute". Auf der Landessynode der EKvW im November 2013 werden die ersten Zwischenergebnisse vorgestellt.

Vortrag Prof. Dr. Dr. h.c. Rosemarie Nave-Herz
Vortrag Prof. Dr. Barbara Thiessen
Vortrag Ministerin Ute Schäfer

Literaturempfehlungen

Weitere Informationen unter: www.familien-heute.de

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Familien heute - Eine Präsentation und Arbeitshilfe

Was macht eine Familie zur Familie?

Dieser Frage nähert sich die diesjährige Hautvorlage auf unterschiedlichen Ebenen und möchte Diskussionen und Initiativen zum Thema Familie anregen.

Die vorliegende Arbeitshilfe des Instituts für Kirche und Gesellschaft - in Kooperation erarbeitet vom Frauenreferat und der Männerarbeit im IKG - unterstützt Kirchengemeinden, Frauen- und Männergruppen das Thema "Familie" von vielen Seiten zu beleuchten:

  • Familien in den Veränderungen wahrnehmen
  • Familie in der Freiheit des Glaubens verantwortlich gestalten
  • Familien in Kirche und Gesellschaft stärken


Präsentation zur Hauptvorlage "Familien heute"

Sie können die Power-Point-Präsentation als Vorlage für eigene Veranstaltungen bestellen. Wir bitten Sie, uns als Quelle anzugeben.

Birgit Olschowka
birgit.olschowka(at)kircheundgesellschaft.de
Fon: 02304/755-371


Familien heute

Haben Familien das Potenzial, die Gesellschaft „besser“ machen zu können?

Familie hat wieder einen guten Ruf. Mit der Bemerkung „Kinder kriegen die Leute immer“ – oder dem Abtun familienpolitischer Fragen als „Gedöns“ ist heute kein Staat mehr zu machen. Familie ist unterstützenswert und gleichzeitig unterstützungsbedürftig. Die demografische Entwicklung drückt auf die Stimmung. Die Familie wurde in den letzten Jahrzehnten zum Problemkind der Gesellschaft und gleichzeitig zum Bezugspunkt unterschiedlicher Zukunftshoffnungen. mehr ...

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW beteiligt sich mit seinen Kompetenzen und Erfahrungen an diesem landeskirchenweiten Diskussionsprozess über die Hauptvorlage und bietet im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen Orte für Meinungsbildung und gesellschaftspolitische Debatten an. mehr ...

Es wurde eine Sub-Homepage http://familien-heute.ekvw.net  als Netzwerkknoten und Diskussionsforum freigeschaltet. Dort finden Sie alle wesentlichen Dokumente als Download.

 

Hauptvorlage "Impulse zu Fragen der Familie"

Familien ist 50er – könnte meinen, wer auf den Titel der Hauptvorlage „Familien heute“ blickt. Familien haben sich verändert, auch wenn manches „Familienbild“ an vergangene Zeiten erinnert. Die Hauptvorlage beschreibt die Wirklichkeiten, reflektiert das Verhältnis von Familien zum Glauben und soll die Diskussion zu Familien und Kirchen heute anregen. Bringen Sie sich in die Diskussion ein. mehr ...


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Publikationen

Vater sein!
Eine aktive Vaterschaft ist gut für die Männer selbst, für ihre Partnerinnen, für die Kinder und letztlich auch für die Gesellschaft. Väter verdienen dabei Unterstützung, Anerkennung und Ermutigung ...

Tolle Sachen mit den Vätern -
Impulse und Ideen für Kitas

Diese Broschüre dient der Verbreitung positiver Ansätze der Vater-Kind-Arbeit, liefert wichtige Informationen und unterstützt die Reflexion der Arbeit von Fachkräften, Trägern und Kooperationspartnern ...

Trennungsväter
In der Arbeit mit Vätern und Kindern taucht immer wieder die Frage auf: „Was wird aus meiner Vaterrolle, bei einer Trennung?" Das Thema Vater-Sein in Trennungssituationen hat viele Aspekte. Diese werden in der Broschüre erörtert.


Broschüre "Trennungsväter" als Download

Die Broschüren sind zu bestellen bei:

Birgit Olschowka
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