
Mit dem Begriff "Grüne Gentechnik" wird die Anwendung gentechnischer Methoden und insbesondere die gentechnische Veränderung von Pflanzen und Tieren bezeichnet. Dies ist ein wenig irreführend, da mit "grün" meist besonders umweltfreundliche Produkte oder Methoden bezeichnet werden. Es wäre daher treffender, von "Agrogentechnik", also der Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft zu sprechen.
Die gentechnische Veränderung von Pflanzen und Tieren stösst nach wie vor auf Kritik. Der Nutzen für die Landwirtschaft scheint die ökologischen und gesundheitlichen Risiken nicht aufzuwiegen. Eine Verringerung der Artenvielfalt wird ebenso befürchtet, wie ein starkes Ansteigen der Saatgutpreise und damit eine weitere Gefahr für die Sicherung der Welternährung.
Erntedank ohne Gentechnik

Mut zum Umdenken - für eine zukunftsfähige Landwirtschaft
Säen, ernten, essen und satt werden ist in der Welt alles andere als selbstverständlich. Landwirtschaft und die Art, wie Lebensmittel erzeugt werden, geht uns alle an. Spekulation mit Lebensmitteln und Landgrabbing erzeugen Hunger und Bauernsterben. Wir in Europa haben die Wahl! Wir brauchen eine mutige EU-Agrarreform für eine zukunftsfähige Landwirtschaft:
· bäuerlich, ökologisch, vielfältig
· tiergerecht, gentechnikfrei
· fair und mit globaler Verantwortung.
Dies ist der Text auf dem diesjährigen Erntedankplakat, das von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft alljährlich herausgegeben wird. Erstmals gehört auch das IKG zu den unterstützenden Organisationen.
Keine Gentechnik auf Kirchenland

Die westfälische Landeskirche setzt sich seit Jahren mit den Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik auseinander. In einer Stellungnahme zu der Stärke-Kartoffel "Amflora", die das IKG gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD (AGU) 2010 herausgab, wird deutlich, dass es herkömmlich gezüchtete Kartoffeln mit ähnlichen Eigenschaften gibt. Die mit der Gentechnik verbundenen Risiken müssen daher nicht in Kauf genommen werden.
Die EKvW verbietet den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf ihrem Pachtland. Damit war sie eine der ersten Landeskirchen, die sich dezidiert zu dieser Frage geäußert hat. Inzwischen haben sich fast alle Landeskirchen in der EKD kritisch positioniert.
Eine grafische Darstellung der Haltung der Landeskirchen sowie Zusammenstellung der landeskirchlichen Beschlüsse kann herunter geladen werden.
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft

Die Landessynode der EKvW bekräftigte 2005 ihre ablehnende Haltung zur Grünen Gentechnik. Kernaussagen des Synodenbeschlusses waren:
- Für eine nachhaltige und sozialverträgliche Landbewirtschaftung ist die grüne Gentechnik nicht notwendig.
- Der Einsatz der grünen Gentechnik erfordert eine klare Regelung der Koexistenzfrage.
- Pflanzen, bei denen aufgrund ihres Auskreuzungsverhaltens eine Koexistenz nicht möglich ist, dürfen nicht in den Anbau gelangen.
- Eine strenge Regelung der Haftungsfrage ist unabdingbar. An dem Konzept einer verursacherbasierten Haftung ist festzuhalten.
- Gentechnikfreies Saatgut darf keine Verunreinigungen durch gentechnisch verändertes Saatgut enthalten. Der Grenzwert für Verunreinigungen ist an der Nachweisgrenze zu orientieren.
- Verbraucherinnen und Verbraucher haben das Recht zu wissen, was sie essen. Deswegen müssen auch tierische Produkte (Fleisch, Milch, Käse, Eier) zukünftig gekennzeichnet werden.
Wer braucht die Grüne Gentechnik?

Die Sicherung der Welternährung ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Menschheit. Wie groß der Anteil der Grünen gentechnik an der Lösung dieses Problems sein kann, ist jedoch umstritten.
Diese Dokumentation einer Tagung im Jahr 2005 greift die kontrovers geführte Debatte auf und stellt das Problem der regulierung der Gentechnik-Nutzung im globalen Maßstab in den Mittelpunkt. Die Beiträge von Fachleuten - unter ihnen Teilnehmer aus sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern - fragen nach der Bedeutung der Gentechnik für die Welternährung.
Der Tagungsband kann für 14,80 Euro bestellt werden bei
Einverständnis mit der Schöpfung

Ein Beitrag zur ethischen Urteilsbildung im Blick auf die Gentechnik
Eine vom Rat der EKD berufene interdisziplinäre Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit ethischen Fragen der Anwendung der Gentechnik und legte 1991 eine Studie vor. 1997 wurde die Studie um einen Anhang erweitert, der sich insbesondere mit Fragen der Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel, der Biopatentierung und Fragen von Biosafety beschäftigte.
Diese Studie stellt eine grundlegende Arbeitshilfe zur ethischen Urteilsbildung zu Fragen der Gentechnik in der Evangelischen Kirche dar.
Kontakt
Dr. Gudrun Kordecki
02304 / 755 330
Email schreiben
Downloads
Arbeitshilfe Grüne Gentechnik
Gentechnisch veränderte Pflanzen. Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht. Diese Arbeitshilfe des IKG ist im August 2011 zusammen gestellt worden und ist in der Reihe "akzente" als Heft 19 erschienen.
Die Arbeitshilfe kann hier heruntergeladen werden (150 kb).
Erntedank-Plakat
Das Erntedank-Plakat 2011 kann hier heruntergeladen werden.
Erntedank-Plakat, 271 kb
Gentechnik-Beschlüsse in der EKD
Eine Übersicht über die Beschlusslage in Bezug auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf kircheneigenem Pachtland in der EKD kann herunter geladen werden.
Stand: 29.03.2012
Verzicht auf Amflora
Stellungnahme des IKG und der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD (AGU) 2010
Akzente Nr. 18, 480 KB
Ungelöste Fragen
Ökumenisches Positionspapier der kirchlichen Umweltbeauftragten und der kirchlichen Landbeauftragten von 2003 zu Fragen der Gentechnik in Landwirtschaft und Ernährung
Ungelöste Fragen
English Version
Unsolved Questions
Anbau gv Pflanzen in der Landwirtschaft
Synodenbeschluss und Argumentationshilfe der EKvW (2005)
Flyer Akzente 12, 85 KB
Links
Einverständnis mit der Schöpfung
Dieser Beitrag zur ethischen Urteilsbildung im Blick auf die Gentechnik der EKD erschien 1997 in 2. Auflage im Gütersloher Verlagshaus.
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