Maiskolben auf dem Feld. Foto. G. Kordecki
Maiskolben auf dem Feld

Mit dem Begriff "Grüne Gentechnik" wird die Anwendung gentechnischer Methoden und insbesondere die gentechnische Veränderung von Pflanzen und Tieren bezeichnet. Dies ist ein wenig irreführend, da mit "grün" meist besonders umweltfreundliche Produkte oder Methoden bezeichnet werden. Es wäre daher treffender, von "Agrogentechnik", also der Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft zu sprechen.

Die gentechnische Veränderung von Pflanzen und Tieren stösst nach wie vor auf Kritik. Der Nutzen für die Landwirtschaft scheint die ökologischen und gesundheitlichen Risiken nicht aufzuwiegen. Eine Verringerung der Artenvielfalt wird ebenso befürchtet, wie ein starkes Ansteigen der Saatgutpreise und damit eine weitere Gefahr für die Sicherung der Welternährung. 
 

Umfassende Technikfolgenabschätzung bei neuen Gentechniken

Evangelische Fachorganisationen fordern umfassende Technikfolgenabschätzung bei neuen Gentechniken
„Wir begrüßen das Urteil des EuGH vom 25. Juli 2018, in dem festgestellt wird, dass auch durch Genome Editing gewonnene Organismen genetisch veränderte Organismen (GVO) sind und grundsätzlich den in der GVO-Richtlinie der EU vorgesehenen Verpflichtungen unterliegen. Unserer Ansicht nach gibt uns die hierdurch geschaffene Rechtssicherheit Zeit, den notwendigen gesellschaftlichen Diskurs zu führen und eine umfassende, sorgfältige und rechtzeitige Technikfolgenabschätzung im Bereich der neuen Gentechniken zu ermöglichen.“

Stellungnahme der AGU, Brot für die Welt und EDL im Wortlaut

Pressemeldung zur Stellungnahme vom 11.01.2019

Neue biotechnische Werkzeuge wie CRISPR sind Gentechnik!

Rapsfeld. Foto. G. Kordecki
blühendes Rapsfeld

Ab wann gilt ein Organismus als gentechnisch verändert?
Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat dazu am 25.07.2018 ein richtungsweisendes Urteil gefällt. Pflanzen, die mit modernen biotechnischen Methoden im Labor hergestellt werden, unterliegen der europäischen Gentechnik-Gesetzgebung. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden (Rechtssache C-528/16). In der Begründung führen die Richter aus, die Risiken der neuen Verfahren seien "vergleichbar" mit denen älterer gentechnischer Verfahren.

In der Klage, die von französischen Bauernverbänden eingereicht worden war, ging es um Genscheren- und Mutagenese-Verfahren, mit der das Erbgut von Pflanzen schneller und gezielter verändert werden kann als bisher.

Pressemeldung des EuGH

Berichte aus Südamerika wiesen auf die massiven Gesundheitsfolgen durch das großflächige Versprühen von Herbiziden mit Hilfe von Flugzeugen hin. Im Fokus steht hier der Wirkstoff Glyphosat, der kürzlich von der Weltgesundheitsorganisation WHO als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft wurde. Die zuständige deutsche Behörde, die auch für die Zulassung des Wirkstoffs in Europa federführend ist, will hieraus bisher keine Konsequenzen ziehen. Anders dagegen die REWE Group. In einer Pressemeldung kündigte sie an, dass in ihren Toom-Baumärkten ab Herbst 2015 keine Herbizide mehr angeboten werden, die Glyphosat enthalten. Die Klima-schutzagentur der EKvW weist in einem Informationsflyer auf die Gefahren von Glyphosat hin und bietet Alternativen für die Unkrautbekämpfung an: Arbeitshilfe Pflanzenschutz - "Unkraut auf Wegen zu kirchlichen Gebäuden" http://www.klimaschutz-ekvw.de/downloads/

Parallel fand eine Konferenz von „Donau Soja“ statt. Es handelt sich um den Zu-sammenschluss europäischer Unternehmen der Donau-Anrainerstaaten, die eine starke europäische Sojaindustrie aufbauen wollen. Ziel ist es, eine nachhaltige und damit gentechnikfreie Eiweißstrategie für Europa zu entwickeln und Futtermittel in Europa anzubauen. http://www.donausoja.org/en-en

Zum Abschluss der Konferenz GMO-Free Europe haben die 64 Regierungen im Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen, Unternehmen der Sojabranche und Nichtregierungsorganisationen eine gemeinsame „Berliner Erklärung“ vorgestellt. Sie fordern unter anderem einheitliche Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen, eine europäische Futtermittelstrategie und ein Festhalten an EU-Umweltstandards in den Verhandlungen über TTIP.

Der Parlamentarische Staatssekretär des NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums und derzeitige Präsident des Europäischen Netzwerks gentechnikfreier Regionen, Horst Becker, wies in seiner Rede darauf hin, dass NRW die „Berliner Erklärung“ ausdrücklich unterstützt: „NRW sagt NEIN zum Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Wir müssen jetzt und für die Zukunft handeln! Die Menschen in Europa wollen keine Gentechnik – weder auf den Feldern, noch auf ihrem Teller. Für dieses Recht kämpfen wir gemeinsam“.

Die Berliner Erklärung im Wortlaut

Die Synode der EKvW hat sich bereits 1999 für ein Verbot von GMO auf kirchlichen Pachtflächen ausgesprochen. Im Jahr 2000 wurde das Verbot im Musterpachtvertrag der EKvW verankert. Fast alle evangelischen Landeskirchen haben sich inzwischen kritisch zum Anbau von GMO auf kirchlichen Pachtflächen ausgesprochen. Die ent-sprechenden kirchenleitenden Beschlüsse und eine Grafik finden sich unter
www.kircheundgesellschaft.de (kirchenleitende Beschlüsse)
www.kircheundgesellschaft.de (Grafik)

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Einverständnis mit der Schöpfung

Ein Beitrag zur ethischen Urteilsbildung im Blick auf die Gentechnik

Eine vom Rat der EKD berufene interdisziplinäre Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit ethischen Fragen der Anwendung der Gentechnik und legte 1991 eine Studie vor. 1997 wurde die Studie um einen Anhang erweitert, der sich insbesondere mit Fragen der Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel, der Biopatentierung und Fragen von Biosafety beschäftigte.
Diese Studie stellt eine grundlegende Arbeitshilfe zur ethischen Urteilsbildung zu Fragen der Gentechnik in der Evangelischen Kirche dar.

 

Kontakt

Downloads

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Gentechnisch veränderte Pflanzen. Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht. Diese Arbeitshilfe des IKG ist im August 2011 zusammen gestellt worden und ist in der Reihe "akzente" als Heft 19 erschienen.

Die Arbeitshilfe kann hier heruntergeladen werden (150 kb).

Gentechnik-Beschlüsse in der EKD

Eine Übersicht über die Beschlusslage in Bezug auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf kircheneigenem Pachtland in der EKD kann herunter geladen werden.
Stand: 30.07.2012

Zitate aus kirchenleitenden Beschlüssen

grafische Darstellung der Beschlusslage

Verzicht auf Amflora

Stellungnahme des IKG und der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD (AGU) 2010
Akzente Nr. 18, 480 KB

Ungelöste Fragen

Ökumenisches Positionspapier der kirchlichen Umweltbeauftragten und der kirchlichen Landbeauftragten von 2003 zu Fragen der Gentechnik in Landwirtschaft und Ernährung
Ungelöste Fragen

English Version
Unsolved Questions

Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft

Synodenbeschluss und Argumentationshilfe der EKvW (2005)
Flyer Akzente 12, 85 KB