
Das Ende des menschlichen Lebens deckt vielschichtige menschliche und ethische Konflikte auf. Gesucht wird eine Ethik am Ende des Lebens, die sich in den Grenzsituationen zwischen Sterben und Tod bewährt und als tragfähig erweist. Die Themen rund um das Ende des menschlichen Lebens sind zahlreich: Im Fokus des gesellschaftliches Diskurses der letzten Jahre steht die Diskussion um Sterbehilfe und Sterbebegleitung. Eng damit verbunden ist sicherlich die ebenfalls weitverzweigte Debatte um die Patientenverfügung.
Die Debatte um eine Tötung auf Verlangen durch Ärzte oder Sterbehilfeorganisationen reisst nicht ab. Basierend auf den Erfahrungen aus der Praxis, nimmt der Wunsch nach einem selbstbestimmten Sterben ab, wenn es gelingt, den Betroffenen die Angst vor einem schmerz- und qualvollen Tod zu nehmen. Die Würde des Menschen bis zum letzten Moment des irdischen Lebens zu respektieren und zu achten, ist eines der Kernanliegen der Palliativmedizin und der Hospizbewegung. Die ethische Debatte um gesetzliche Neuregelung der Organtransplantation ist in jüngster Zeit neu entflammt. Verantwortung und Selbstbestimmung sind die beiden Pole, zwischen denen sich jede ethische Reflexion und Positionierung in diesen Themenfeldern bewegen muss.
Selbstbestimmung und Würde
...am Ende des Lebens
Viele Menschen tun sich schwer, offen darüber zu diskutieren, wie sie ihr eigenes Lebensende sowie Sterben und Tod ihrer Angehörigen erleben und gestalten wollen. Die gesellschaftliche „Vernischung“ dieser Fragen ist ungebrochen. Dennoch ist die lebenspraktische Relevanz des individuellen und sozialen Umgangs mit dem Lebensende offensichtlich und benötigt daher Orte der diskursiven und existenziellen Auseinandersetzung.
Die Tagung bietet verschiedene Bausteine an, um über eine Ethik am Lebensende ins Gespräch zu kommen. Sie konzentriert sich dabei auf drei Themen, die in letzter Zeit verstärkt in den Blick gerückt sind: Organtransplantation, Patientenverfügung und der Hospizgedanke.
Zu Beginn erfolgt eine theologische und philosophische Annäherung an die Kernbegriffe Selbstbestimmung und Menschenwürde, die bei allen ethischen Fragen am Ende des Lebens von entscheidender Bedeutung zu sein scheinen. Angebunden an verschiedene Beispiele aus der politischen, kirchlichen und medizinischen Praxis soll erörtert werden, wie diese Grundprinzipien in den drei Konfliktfeldern zu bestimmen und zu verorten sind und welche ethischen Implikationen sich für die gesellschaftliche Diskussion ergeben.
Würdevolles Sterben

Die Medizin hat in den letzten Jahren beeindruckende Fortschritte gemacht. So ist es ihr zum Beispiel möglich, den Sterbeprozess hinauszuzögern. Durch die hochtechnisierte Intensivmedizin, aber auch aufgrund der Ernährung über eine PEG-Sonde, können Menschen länger und unproblematischer am Leben gehalten werden. Diese Entwicklungen werfen neue Fragen auf: Wird damit nicht ein natürlicher Sterbeprozess unnatürlich aufgehalten? Wann soll, wann muss eine Behandlung beendet werden? Inwieweit spielt dabei der Wille des Patienten eine Rolle?
Dieser Tagungsband dokumentiert eine Tagung der Ev. Akademie Iserlohn von 2004.
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