Institut f. Transfusionsmedizin, UK Essen

Wenn es um den Umgang mit menschlichen Embryonen und um die Forschung mit den daraus hergestellten embryonalen Stammzellen geht, werden grundlegende Fragen christlicher, gesellschaftlicher und staatlicher Verantwortung berührt.
Christliche Überzeugung ist es, dass dem werdenden menschlichen Leben Würde zukommt. Der uneingeschränkte Lebensschutz ist für Staat und Kirche grundlegend.
Ausnahmen sind immer wieder ethisch diskutiert und auch zugestanden worden. So ist in Deutschland zwar die Herstellung embryonaler Stammzellen verboten, sie dürfen aber in bestimmten Fällen legal aus dem Ausland importiert werden.
Diese Situation wird von Vielen als unbefriedigend empfunden: von Christen, die sich ein Verbot dieser Forschung wünschen, von Forschern, die auch eine Herstellung dieser Zellen in Deutschland begrüßen würden.
Eine neue Forschungsrichtung beschäftigt sich mit induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS), die nicht aus Embryonen hergestellt werden. Die Hoffnung ist, dass diese Zellen einmal die Nutzung von embryonalen Stammzellen ersetzen können. 

Unistem Day 2017 - Wir sind dabei!

Stammzellen - Alleskönner oder Teufelszeug?
Der UniStem Day 2017 an der Ruhr-Universität Bochum

Beim Europäischen Stammzelltag am 17. März steht europaweit ein ungewöhnliches Thema auf dem außerschulischen Bildungsplan: die Stammzellforschung. Über 27.000 Schülerinnen und Schülern erfahren an 75 Universitäten und Forschungszentren in 7 europäischen Ländern aktuelle und interdisziplinäre Forschung aus erster Hand. Zum zweiten Mal beteiligt sich auch die Ruhr-Universität an dieser Aktion. Unter dem Motto "Stammzellen - Alleskönner oder Teufelszeug?" befassen sich 65 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 11 an zwei Tagen mit den zellbiologischen und molekularen Grundlagen der Stammzellforschung, sowie den damit verbundenen ethischen und gesellschaftlichen Fragen. Auf dem Programm stehen unter anderem wissenschaftliche Vorträge von Experten aus der Biologie und Philosophie, praktische Übungen im Labor, Ethik-Workshops und Diskussionen und eine Campus-Rallye. 

Der Bochumer UniStem Day 2017 beginnt bereits am 16.3. an der Fakultät für Biologie und Biotechnologie. Hier lernen die Schüler und Schülerinnen die unterschiedlichen Stammzelltypen und ihre Eigenschaften kennen. Durch Lichtmikroskope betrachten sie Fibroblasten, Neurone und hiPS-Stammzellen in der Zellkultur, zeichnen sie und untersuchen sie anschließend molekularbiologisch.
Am 17.3. schlüpfen die Schülerinnen und Schüler dann in die Rolle eines Ethikers oder Theologen: Dürfen Forscher mit den Stammzellen alles tun, was sie tun könnten? Oder gibt es Grenzen des ethisch Erlaubten? Und wenn ja, warum? In einer abschließenden Podiumsrunde diskutieren die Schüler und Schülerinnen ihre Fragen gemeinsam mit Fachleuten aus den Natur- und Geisteswissenschaften.

Dabei standen ihnen Fachleute aus dem zellux-Team zur Seite: Prof. Dr. Cantz von der Medizinischen Hochschule Hannovers gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung mit den verschiedenen Typen von Stammzellen und ging dabei insbesondere auf die induzierten pluripotenten Stammzellen ein, die durch Reprogrammierung aus Körperzellen hergestellt werden. Privatdozent Dr. Ach führte in die ethische Urteilsbildung zu den verschiedenen Stammzelltypen ein. Herr Albrecht stellte das zellux-Portal mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten vor.

In drei Workshops wurden konkrete Vorschläge für Unterrichtseinheiten vorgestellt und bearbeitet: Dabei ging es um den Einsatz von Karikaturen, die Gestaltung einer Dilemma-Methode und die Entwicklung einer fiktiven Geschäftsidee, um mit Stammzellen eine Firma zu gründen.

Die Teilnehmenden zeigten sich mit den Einblicken in die Stammzelldebatte und ihre Potentiale sehr zufrieden und lobten das Internetportal www.zellux.net als gute Informationsquelle für den eigenen Unterricht.

Radioreportage "unistern day": Beitrag Inga Meckel für "CT das radio"

http://www.zellux.net/index.php 

Bioethik fachübergreifend und aktuell unterrichten

Unter diesem Motto fand am 7. März in Haus Villigst eine Tagung für Lehrkräfte statt, die im Rahmen des Stammzellforschung-Projekts zellux durchgeführt wurde. Eingeladen hatten Dr. Gudrun Kordecki vom Institut für Kirche und Gesellschaft und Marco Sorg vom Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen, die diese Veranstaltung gemeinsam geplant und durchgeführt haben. Etwa 50 Lehrkräfte der Fachrichtungen Biologie, Religion, Philosophie sowie Deutsch und Englisch diskutierten über wissenschaftliche und ethische Fragestellungen zur Stammzellforschung und setzten sich mit der Bearbeitung der Thematik im Unterricht auseinander.

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Ethische Überlegungen zur Forschung mit menschlichen Embryonalen Stammzellen

In der EKvW werden bioethische Fragen seit vielen Jahren diskutiert. Die von der Kirchenleitung eingesetzte Arbeitsgruppe "Ethische Fragen der Gentechnik" legte 2007 eine Studie zur Forschung mit Embryonalen Stammzellen vor.
Die Studie beschreibt, welche realistischen Erwartungen an die Forschung mit Embryonalen Stammzellen geknüpft werden können und wie Alternativen zu beurteilen sind. Sie zeigt die damaligen rechtlichen regelungen auf (das Stammzellgesetz wurde zwischenzeitlich novelliert).
Theologische und ethische Leitgedanken werden entwickelt. Die Studie ist ein differenzierter Ratgeber für alle, die sich mit den ethischen Aspekten der Stammzellforschung auseinander setzen möchten.

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Embryonale Stammzellen - Ethische Überlegungen

Die Studie ist in der Reihe "Materialien für den Dienst" als Heft 1/2007 erschienen.

Embryonale Stammzellen 1/2007