Blühwiese. Foto: G. Kordecki
Blühwiese für Insekten

Mit dem Begriff "Biologische Vielfalt", oder auch "Biodiversität" wird die Vielfalt allen Lebens auf der Erde beschrieben. Hierzu gehört nicht nur die Vielfalt der verschiedenen Lebewesen - Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen, Pilze - sondern auch die verschiedenen Lebensräume, an die sich die Lebewesen im Zuge der Evolution angepasst haben. Zum Schutze dieser Biologischen Vielfalt wurde 1992 in Rio de Janeiro die UN-Konvention über die Biologische Vielfalt unterzeichnet. Diese Konvention ist weitaus weniger bekannt als die Klimakonvention, aber nicht minder bedeutsam: bildet doch der Erhalt der biologischen Vielfalt die Grundlage des Überlebens auf der Erde. Auch sind die beiden Konventionen in ihrem Schutzziel sehr eng verknüpft, denn die Klimaerwärmung stellt das Überleben vieler Arten auf der Erde vor neue Herausforderungen. Die biologische Vielfalt ist bedroht: mehr als 16.000 Arten sind akut vom Aussterben bedroht. Wie viele Arten es genau auf der Erde gibt, weiß niemand. Geschätzt werden allein 15 Millionen Pflanzen- und Tierarten. Viele Arten werden vermutlich verschwinden, ohne dass wir sie je kennen gelernt haben.

Kirche blüht auf!

IKG verschenkt Blühwiesensamen an Kirchengemeinden der EKvW
Wir wollen auf kirchlichen Grünflächen, kirchlichen Pachtflächen und bei kirchlichen Gebäuden dazu beitragen, dass die heimische Vielfalt an Pflanzen und Tieren erhalten bleibt.
Bis zu einer Million der geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind aufgrund menschlichen Handelns vom Aussterben bedroht. Dies ist die traurige Bilanz des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) in seinem Bericht über den Zustand der Ökosysteme, der am 6. Mai 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Um einen Beitrag zur Erhaltung der Insektenvielfalt zu leisten, verschenkt das Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) Samen für Wildblumenwiesen an Kirchengemeinden der EKvW.

Mehr Informationen im Flyer (pdf)

Bestelladresse für die Samenmischung: Ulrike Neuhaus

Kirchliches Biodiversitätsportal ist online!

Blick auf den Messestand auf dem Katholikentag. Foto: Wiesemann

Das Projekt „Handeln für die Schöpfung“ bündelt die Bemühungen aller evangelischen Landeskirchen und der katholischen (Erz-) Bistümer in NRW um den Schutz der Vielfalt der Natur. Gemeinsam mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) und mit Förderung durch das Land NRW ist eine attraktive neue Internetplattform entstanden, die nicht nur viele Sachinformationen zu Flora und Fauna anbietet, sondern sich insbesondere durch viele praktische Beispiele auszeichnet. Unter dem Motto „So kann’s gehen“ wird von gelungenen Beispielen berichtet, wie Kirchengemeinden, Jugendgruppen oder Senioren einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in NRW leisten.

Zum kirchlichen Biodiversitätsportal

Auftaktveranstaltung "Handeln für die Schöpfung"

In der Veranstaltung lobte Staatssekretär Bottermann (MULNV) das Portal und das Engagement der Kirchen für den Erhalt der Biodiversität. Er wies aber insbesondere darauf hin, dass die Kirchen auch viel Pachtland besitzen. Da es in NRW Probleme durch die intensive Landwirtschaft gebe, wäre es sehr hilfreich, wenn die Kirchen hier auf ihrem Pachtland Zeichen für eine Verbesserung der Situation setzen würden.
Präses Rekowski von der EKiR machte deutlich, dass sich kirchliches ökologisches Engagement nicht „von oben“ verordnen lasse. Wenn es an kirchenleitenden Beschlüssen und Initiativen mangele, seien Eigeninitiative und lokales Handeln das Mittel der Wahl.

In der Talkrunde betonte Kordecki, dass bei allen Bemühungen um den Schutz der biologischen Vielfalt der Bildungsaspekt nicht vernachlässigt werden dürfe. Sie berichtete beispielhaft von einem Projekt der Ev. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck, in dem Schüler in einer „AG Färberpflanzen“ im fächerübergreifenden Unterricht der Fächer Biologie und Kunst einen Einblick in biologische Farben und ihre Herstellung erhalten. In Kooperation mit einem Kleingartenverein lernen die Teilnehmenden, wie man traditionelle Färberpflanzen sät, kultiviert und erntet. Die Pflanzen werden nach der Ernte zu Pflanzenfarben verarbeitet, mit denen im Kunstunterricht Kunstwerke angefertigt werden.

Mehr Infos 

Staatssekretär Dr. Bottermann. Foto: Wiesemann
Talkrunde vrnl: Kordecki, Kleingräber, vom Hofe, Rekowski, Bottermann, Jähne. Foto: Wiesemann

GartenVielfalt – ArtenVielfalt

Foto: Karin Rohr

Wie wir die Natur in unsere Gärten einladen können
Vorbilder und Irrwege heutiger Gartenkultur aus Sicht des Naturschutzes
Eine Ausstellung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Umweltbeauftragter) und des BUND Kreisgruppe Herne - Text und Gestaltung Karin Rohr - Fotos: Martin Rohr und Karin Rohr
Das Streben nach Rationalisierung und immer perfekterer Technik beherrscht unsere Gesellschaft. Es macht nicht Halt vor der Gartenkultur und hat unsere Gärten in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert – zum Nachteil der Artenvielfalt. Gartenbesitzer sind oft hilflos, weil sie keine Vorbilder mehr kennen und nicht wissen, wie ein ökolo­gisch wertvoller Garten aussehen könnte. Hier setzt die Ausstellung an. Sie zeigt die ganze Spannbreite heutiger Gartenkultur.

Kurzbeschreibung der Ausstellung

Ansicht aller Tafeln

EKD-Synode: Beschluss zum Schutz der Biodiversität

Düsseldorf, 12.11.2013
Die Synode empfiehlt dem Rat der EKD, die Landeskirchen, die Kirchengemeinden und die Einrichtungen und Werke zu bitten, sich intensiver mit den Fragen zum Erhalt der Artenvielfalt in Fauna und Flora zu befassen, denn Christinnen und Christen leben von der Zusage Gottes, das Leben nicht ein zweites Mal zu vernichten (1. Mose 9.11). Mit den Zeichen des Regenbogens schloss Gott den Bund mit allen lebenden Wesen und vertraute seine Schöpfung der Verantwortung den auf der Erde lebenden Menschen an. Diesem Auftrag entsprechend sind wir als Christenmenschen aufgefordert, die Erde und alles, was auf ihr lebt, wächst und gedeiht, zu bewahren.

Der vollständige Beschluss im Wortlaut

Empfehlungen zur biologischen Vielfalt

Umweltbeauftragte der evangelischen und katholischen Kirche rufen dazu auf, dem Erhalt der biologischen Vielfalt verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken. Die neue Handreichung „Kirchen und Biodiversität“ gibt Anregungen für das kirchliche Handeln: Flächenbewirtschaftung und -pflege, Gebäudeunterhaltung, Energieversorgung und auch Maßnahmen zum Klimaschutz können zum Erhalt der Arten beitragen.
Anlässlich ihrer gemeinsamen Tagung vom 18.-20. März 2013 in Schwerte legen die Arbeitsgemeinschaften der Umweltbeauftragten der katholischen Diözesen und der evangelischen Landeskirchen zusammen mit dem Beauftragten des Rates der EKD für Umweltfragen und dem zentralen Ansprechpartner der Deutschen Bischofskonferenz für Umweltfragen eine gemeinsame Standortbestimmung der kirchlichen Umweltarbeit auf dem Gebiet der Biodiversität, des Natur- und des Artenschutzes vor.
Aus theologisch-biblischer Sicht soll der Mensch wie ein guter Hirte dafür Sorge tragen, dass alle Geschöpfe Raum und Nahrung haben und keiner dem anderen lebenswichtige Ressourcen wegnimmt. Der Schutz der biologischen Vielfalt sei nicht nur eine gesellschaftliche und politische Aufgabe. Sie fordere gerade die Kirchen heraus, eine Wertedebatte über das zu führen, was zu oft als bloße „Verfügungsmasse“ betrachtet werde. Ein Verständnis für Natur als Schöpfung ließe sich nur bei jenen entwickeln, die um die Natur wissen und ihre Schönheit erfahren haben. Daher rufen die kirchlichen Umweltbeauftragten dazu auf, diese Thematik verstärkt in die Verkündigung und die kirchliche Bildungsarbeit aufzunehmen.

Die Stellungnahme (1.5 MB) als Download

Projekt Kirchengemeinden und Biodiversität

Das enorme Artensterben und die immer länger werdende "rote Liste" gefährdeter Pflanzen- und Tierarten dürfen Christinnen und Christen in unseren Kirchen ebenso wenig gleichgültig sein wie das Verschwinden wertvoller Öko-Systeme durch Flächenverbrauch und industrielle Methoden der Landnutzung. Rund um den Kirchturm, in Pfarrgärten, auf Friedhöfen und Pachtflächen im kirchlichen Besitz gibt es verschiedene Ökosysteme, eine beachtliche Artenvielfalt und auch eine enorme genetische Vielfalt innerhalb von Arten, die erhalten werden müssen.

 

Aus diesem Grund erarbeitete eine ökumenische Arbeitsgruppe aus dem Kreis der evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten mit Unterstützung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) drei Arbeitshilfen, die dazu beitragen sollen, dass die Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung verstärkt in das Leben der Kirchengemeinden aufgenommen wird.

Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 wurde in Kooperation mit der Bundesstiftung Umwelt (DBU) eine Ausstellung von gelungenen Praxisbeispielen aus den Kirchen präsentiert, die der Broschüre "Vielfalt als Gewinn" entnommen wurden.

Vielfalt als Gewinn

Kirchengemeinden und Biodiversität

Die Broschüre mit Beispielen erfolgreicher Projekte zum Schutz der Artenvielfalt in Kirchengemeinden wurde von einer Arbeitsgruppe katholischer und evangelischer Umweltbeauftragten mit Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt herausgegeben. Die Publikation stellt achtundzwanzig erfolgreiche Projekte zur Nachahmung aus katholischen und evangelischen Kirchengemeinden dar und gliedert sich in fünf Kapitel:

- Lebensräume für Tiere in kirchlichen Gebäuden,
- Land- und Forstwirtschaft,
- Naturprojekte in Kindergärten,
- Friedhof - ein Ort der Lebensvielfalt und
- Kloster- und Pfarrgärten.

Kirchengemeinden tragen schon seit Jahren mit ihrer ökologisch orientierten Vorgehensweise zum Schutz und Erhalt der Biodiversität bei. Durch das große Engagement unzähliger Menschen, von Pfarrerinnen und Pfarrern, Konfirmandinnen und Konfirmanden und Küstern bis zu Gemeindemitgliedern gelingt die Arbeit hervorragend.

Vielfalt der Schöpfung feiern

Ökumenische Arbeitshilfe für den Gottesdienst

"Die Vielfalt der Schöpfung feiern" ist eine ökumenische Arbeitshilfe für die Gestaltung von Gottesdiensten zur Biologischen Vielfalt, die im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekts entstand. Die kirchlichen Umweltbeauftragten wollen dazu motivieren, zur Bewahrung der Schöpfung nicht nur im praktischen Handeln beizutragen, sondern die Schöpfungsverantwortung immer auch "feiernd vor Gott, der das Leben liebt", zu bringen.

Die zusammengestellten Texte, Predigten, Gebete und Fürbitten können sowohl direkt übernommen werden oder als Anregung dienen, um sie der jeweiligen Situation und Gemeinde entsprechend einzusetzen. Alle Predigten und Gottesdienstvorschläge sind speziell für diese Broschüre verfasst geworden.

Vielfalt verstehen

Bausteine für die kirchliche Bildungsarbeit zur Biodiversität

Diese Publikation bietet eine Sammlung von pädagogischen Materialien für die kirchliche Bildungsarbeit zur Biologischen Vielfalt und zur Bewahrung der Schöpfung. Dabei sind die einzelnen Module auf die drei Zielgruppen Elementarbereich, Primarbereich und die Sekundarstufen bzw. die Erwachsenenbildung zugeschnitten. Die Arbeitsgruppe evangelischer und katholischer Umweltbeauftragter, die die Arbeitshilfe zusammengestellt hat, möchte mit dieser Sammlung von Unterrichtsmodulen eine Anregung und Hilfestellung für die Gestaltung eines interessanten Unterrichts bzw. der Erwachsenenbildungsarbeit zur biologischen Vielfalt geben.

Das ökumenische Redaktionsteam wünscht sich einen breiten Einsatz von "Vielfalt verstehen" in der kirchlichen Bildungsarbeit. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist angesichts des Klimawandels ein drängendes Problem. Umso mehr gilt es, bereits im Elementarbereich die Neugierde auf die Vielfalt in Gottes guter Schöpfung zu wecken und die Faszination der Vielfalt in der Natur immer neu zu entdecken. Denn nur, was man kennt, kann man auch schützen und bewahren!

Gesegnete Vielfalt

Kirchen in Europa aktiv für Artenschutz

Die Christen in Europa können ihren Teil dazu beitragen, die Artenvielfalt zu erhalten, indem sie in ihren Kirchen und auf ihren Grundstücken Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen.
In den Kirchen wird schon viel getan, es gibt Fachwissen, theologische Überlegungen und liturgische Ausarbeitungen. Wir wollen uns vernetzen, gegenseitig motivieren, voneinander lernen und mit unseren Partnern zusammen arbeiten.

Das Europäische Umweltnetzwerk ECEN hat eine Arbeitsgruppe "Artenschutz" gegründet. Diese Broschüre ist zweisprachig deutsch/englisch erschienen.

Kontakt

Zum Thema der biologischen Vielfalt sind mehrere Veröffentlichungen erschienen, an denen das IKG mitgearbeitet hat. Sie können gegen Kosten-
erstattung bestellt werden bei

Ulrike Neuhaus
Email schreiben

Downloads

Quiz zur Biologischen Vielfalt

Anlässlich des Ökumenischen Kirchentages 2010 stellten die kirchlichen Umweltbeauftragten ein Quiz zur Biologischen Vielfalt zusammen. Es ist in zwei Versionen erhältlich: für Kinder und für Jugendliche und Erwachsene. Das Quiz ist auch in der Gemeindearbeit und in der Jugendarbeit nutzbar.

Quiz für Kinder
Quiz für Erwachsene