Im Zeichen des Klimawandels entsteht eine neue Wertedebatte. Der Übergang vom Zeitalter des (scheinbar) grenzenlosen Wachstums zu einer umwelt- und sozialverträglichen Weltwirtschaft zwingt zur kritischen Auseinandersetzung mit den Werten, die unseren Lebensstil, unsere Wirtschaft, Politik und  Gesellschaft bisher prägten. Kirche wird diese Wertedebatte jedoch nur konstruktiv führen können, wenn sie sich in ihrem eigenen Bereich der Herausforderung Klimaschutz ganz praktisch stellt, vor der eigenen Tür kehrt  und damit zu einem Ort der Hoffnung wird. 

Ziel des Projekts "Der Grüne Hahn" in der Westfälischen Kirche ist es, das Umweltengagement von Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen  systematisch weiter zu entwickeln und in Zeiten kirchlichen Umbruchs mit anderen Entwicklungszielen zu verknüpfen, z. B. mit einer drastischen Betriebskostensenkung oder einer Organisationsentwicklung.

Mittlerweile haben über 100 Kirchengemeinden, kirchliche Verwaltungen und Tagungsstätten das System mit Erfolg eingeführt.

Beim Umweltmanagement ist jede/jeder Einzelne eingeladen, sich zu beteiligen.

Seine/ihre Talente, sein/ihr Wissen und Können sind gefragt. Außenstehende werden angesprochen und arbeiten mit. In Teamarbeit werden Projekte geplant und umgesetzt. In moderne Formen gegossen entsteht das, was Paulus mit dem Bild des "Organismus" gemeint hat, des einen Leibes und der vielen Glieder. Hier kann eine neue "Gemeindekultur" erprobt werden, die richtungweisend sein kann für einen erfolgreichen Gemeindeaufbau auch in anderen Bereichen.

Umweltmanagement ist daher nicht nur ein Beitrag für eine umweltgerechtere Zukunft, sondern auch ein Schritt zu einer Kirche bzw. Kirchengemeinde mit Zukunft.

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Der Grüne Hahn von der KlimaExpo.NRW ausgezeichnet

Evangelisches Umweltmanagementsystem ist vorbildliches Projekt für den Klimaschutz

Dortmund. Der Grüne Hahn, das Umweltmanagementsystem der evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen, ist von der KlimaExpo.NRW als vorbildliches Projekt für den Klimaschutz ausgewählt worden. Wolfgang Jung, Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, überreichte die Urkunde am Freitag (4.3.) in Dortmund.

120 Kirchengemeinden in ganz Nordrhein-Westfalen nehmen an dem Programm teil. „Sie schlagen die Brücke vom Reden zum konkreten Handeln und sparen gemeinsam jährlich mehr als 2500 Tonnen CO2 ein“, sagte Klaus Breyer vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Beim Grünen Hahn legen die Kirchengemeinden auf der Grundlage einer Umweltbestandsaufnahme Ziele und Maßnahmen für ihr eigenes Managementsystem fest, das den Umweltschutz in ihrer Gemeinde verbessern soll. Nach der Einführung und Erprobung des Systems stellt die Gemeinde in einem öffentlichen Rechenschaftsbericht (Umwelterklärung) dar, welche Verbesserungen bereits erreicht werden konnten. Die Gemeinden haben anschließend die Möglichkeit, sich nach der europäischen Umwelt-Audit-Verordnung (EMAS II) zertifizieren zu lassen. Bei ihrer Arbeit werden die Verantwortlichen in den Gemeinden durch die westfälische und rheinische Landeskirche mit Beratung, Workshops und Tagungen unterstützt.

Die KlimaExpo.NRW ist eine Initiative der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die erfolgreiche Projekte zum Umweltschutz der breiten Öffentlichkeit verständlich macht.