Kohlekraftwerk

Die Energieversorgung der Zukunft aufzubauen ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt. Ein Projekt, das viele Akteure hat, das einen langen Atem braucht und deswegen verlässliche, politische Rahmenbedingungen benötigt. So werden viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Kommunen mit ihren Stadtwerken zukünftig selbstständige Energieproduzenten sein. Die Steigerung der Energieeffizienz, der Einsatz energiesparender Technologien, die energetische Verbesserung der Gebäudesubstanz bei Altbauten werden die Wirtschaft, die Kommunen und den Privatbereich verändern. Die sog. Energiewende muss auch von einer persönlichen Energiewende begleitet werden. Letztlich gehört unser bisheriger Lebensstil mit seinem hohen Energieverbrauch auf den Prüfstand.

Ein zielgerichtetes Handeln ist auch in NRW notwendig. NRW hat als "Energieland" eine Schlüsselstellung für den Klimaschutz in Deutschland. Die EKvW begrüßt die Initiative der Landesregierung ein Klimaschutzgesetz für NRW zu verabschieden. Die zielgerichtete Umsetzung des Gesetzes wird einen nachhaltigen Strukturwandel in NRW und den Aufbau einer leistungsfähigen "Green Economy" befördern. Dadurch können zukunftsfähige Arbeitsplätze gesichert und ausgebaut werden. Als Kirche wollen wir die Entwicklung und Umsetzung einer klimaschonenden sozialverträglichen Energieversorgung begleiten: Im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verantwortung und unseres politischen Engagements, als Mitglied in verschiedenen Bündnissen und Netzwerken, z. B. der Klima-Allianz, Klimaplattform, mit Diskurstagungen in der Evangelischen Akademie, mit Bildungsveranstaltungen aber auch mit unseren kirchlichen Klimaschutzprojekten und -kampagnen.

 

 

Anti-Kohle-Kette am 25. April

Menschenkette gegen Kohle im Braunkohle-Tagebau Garzweiler II
am 25. April 2015, 13:00 Uhr
Mit unserer Menschenkette stärken wir die breite Bürgerbewegung gegen Kohle und unterstützen den lokalen Widerstand. Kommen Sie am 25. April 2015 zur Menschenkette und zur anschließenden Kundgebung mit Konzert und zeigen den Baggern und Klimakillern die rote Linie auf.
Gemeinsam bieten wir der Kohlelobby die Stirn!

Weitere Informationen

Infoflyer zum Download
 

Abschaltung alter Kohlekraftwerke könnte CO2-Ausstoß in Deutschland um bis zu 23 Millionen Tonnen reduzieren

Die Abschaltung alter und CO2-intensiver Kohlekraftwerke in Deutschland könnte einen substantiellen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung leisten. Weil gleichzeitig die Börsenstrompreise moderat stiegen, würde sich die Stromerzeugung der für die Energiewende wichtigen Gaskraftwerke wieder mehr rentieren. Aufgrund des gestiegenen Großhandelspreises sänke außerdem die EEG-Umlage. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung und der European Climate Foundation. Den Szenariorechnungen zufolge könnten im kommenden Jahr rund 23 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger ausgestoßen werden, wenn Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von drei Gigawatt und Braunkohlekraftwerke  mit einer Kapazität von sechs Gigawatt vom Netz genommen würden.

Die Studie finden Sie hier.

Anti-Kohle-Kette – Gemeinsam für die Energiewende

Mehr als 7.500 Menschen aus 20 Ländern kamen am 23. August 2014 in den deutschen und polnischen Teil der Lausitz, um grenzübergreifend gegen die Ausweitung der Braunkohletagebaue zu demonstrieren. Unter dem Motto „Anti-Kohle-Kette – Gemeinsam für die Energiewende“ wurde von Kerkwitz bis Grabice eine  8km lange Menschenkette über die Neiße gebildet. Quer durch den Grenzfluss standen die Menschen Hand in Hand und demonstrierten für die Energiewende: „Braunkohle stoppen - Energiewende retten!", „Konsequenter Klimaschutz. Jetzt.“, „Zukunft statt Braunkohle“,  „Gemeinsam gegen Kohle – unsere Zukunft ist Erneuerbar“ hieß es auf den Plakaten und Transparenten.

EU-Gipfel: Deutsche und französische Organisationen fordern verbindliches Effizienzziel von 40 Prozent

Im Vorfeld des EU-Gipfels zur Energieversorgungssicherheit am 26. und 27. Juni haben deutsche und französische Gewerkschaften, Unternehmen, Umwelt-, Verbraucher-, Entwicklungsorganisationen und Kirchen in einem Brief gemeinsam an ihre Regierungschefs Angela Merkel und Francois Hollande appelliert, auf dem Gipfel ein ambitioniertes und verbindliches Energiesparziel zu verabschieden.

Hier finden Sie die Pressmitteilung.

 

 

In einer gemeinsamen Erklärung zeigen sich DGB NRW, BUND NRW, NABU NRW, das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Westfalen und die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW besorgt über die stockende Umsetzung der Energiewende. Ökologisch, ökonomisch und auch sozial seien gravierende Fehlentwicklungen zu beobachten. "Der Ausstoß von Treibhausgasen und der Energieverbrauch steigen ungebremst an", heißt es in der Erklärung.

Hier finden Sie die gemeinsame Erklärung.

 

 

Resolution auf dem 34. Ev. Kirchentag

Was wir brauchen: Eine sozial gerechte und umweltverträgliche Energiewende!

Bis 2050 soll die Energieversorgung Deutschlands vollständig durch erneuerbare Energien geschehen. Dazu ist jetzt ein bundesweites Klimaschutzgesetz notwendig, das die Energiewende regelt. Diese Forderung hat sich der Deutsche Evangelische Kirchentag zu eigen gemacht. Die entsprechende Resolution wurde auch vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen eingebracht.
Die Energiewende müsse sozial gerecht und umweltverträglich gestaltet werden, heißt es in dem Text, der sich an die Bundesregierung und die Landesparlamente richtet. Ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund und Ländern sei unerlässlich. Dazu „sollte umgehend ein Gesamtplan zur Energiewende erarbeitet werden, der Ziele, Maßnahmen und Zeitplan des Umbaus der Energieversorgung auf Bundes- und Länderebene festlegt“. Kosten und Gewinne müssten fair verteilt werden.
Viele Unternehmen würden bei den Energiepreisen bevorzugt, etwa bei der Stromsteuer. „Vor allem Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen tragen die Lasten der Energiewende.“ Alle Ausnahmeregelungen für Großverbraucher müssten überprüft werden.
Dass viele Privathaushalte ihre Energierechnungen nicht mehr bezahlen können, liege vor allem an der wachsenden Armut in Deutschland und nicht an der Energiewende, hält die Resolution fest. Das weitere Auseinanderdriften von Arm und Reich müsse verhindert werden, zum Beispiel durch Mindestlöhne und eine gerechtere Steuerpolitik. Weiter heißt es: „Steigende Energiekosten erfordern eine Aufstockung der Sozialtransfers. Energieversorger müssen Wege finden, Stromsperren zu vermeiden.“

Die Resolution im Wortlaut

Energiewende auf dem Kirchentag

Bundesumweltminister Altmaier im Gespräch mit Reinhard Benhöfer (li), Gudrun Kordecki und Klaus Breyer vom IKG

Energiewende: Lasten gerechter verteilen

Bundesumweltminister Altmaier im Gespräch mit den landeskirchlichen Klimaschutzkonzepten.

Die Lasten der Energiewende müssen gerechter verteilt werden. Diese Forderung hat Klaus Breyer gegenüber Bundesumweltminister Peter Altmaier bekräftigt. Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, erklärte am 2.5. auf dem 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg, dass private Stromverbraucher gegenüber industriellen Großabnehmern nicht benachteiligt werden dürften.

Die Akzeptanz der Energiewende hängt nach Worten von Breyer wesentlich davon ab, ob ihre Kosten sozial gerecht verteilt werden. Deutsche Firmen, die sich am internationalen Markt behaupten müssen, sollten durch die Energiewende zwar keine Nachteile haben, so Breyer. Waren anfangs jedoch etwa 80 Firmen aus diesem Grund von Stromabgaben befreit, sind es inzwischen rund zweitausend. Breyer: "Da hat sich etwas verschoben – die Abgaben werden so auf weniger und schwächere Schultern verteilt." Großkunden können zudem ihre Energie an der Leipziger Strombörse immer günstiger einkaufen, während der Preis für Privatkunden ständig steigt.

Umweltminister Altmaier erklärte auf dem Evangelischen Kirchentag, er habe den Dialog mit den Kirchen immer gesucht und werde ihn weiterhin suchen. Die Kirchen seien "ein ganz wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Prozesses". In jedem ordentlichen Dialog gebe es auch Meinungsverschiedenheiten. Das beste Argument werde sich am Ende durchsetzen.

Der Minister zeigte sich beeindruckt von den Präsentationen im Zentrum Umwelt, Frieden und globale Gerechtigkeit des Kirchentages. Er besuchte auch den Informationsstand der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der EKD und der FEST, an dem sich die kirchlichen Klimaschutzinitiativen präsentierten. Auch die Klimaschutzinitiative der westfälischen Landeskirche "Klimaschutz EKvW 2020" war vertreten. Altmaier sagte, diese Themen würden hier mit viel Engagement verständlich aufbereitet. Er erhoffe sich davon Anstöße zur Diskussion.

Worum geht es bei der Energiewende?

Klimaschutz ist die Grundlage für Teilhabegerechtigkeit, für faire Entwicklungschancen heutiger und nachfolgender Generationen. Ernsthafte Klimapolitik ist globale Gerechtigkeitspolitik. Eine Politik des "Weiter so!"  trifft die Ärmsten der Armen besonders hart, jene, die bis heute kaum Zugang zu Energie haben,  aber unter den Folgen des Klimawandels bereits heute leiden.

Artikel von Klaus Breyer „Wie ungerecht ist die Energiewende?“
Positionspapier der Klimaallianz Deutschland zur sozialgerechten Energiewende

Landessynode für Energiewende

Die Landessynode hat am 18.11.2011 einen umfangreichen Beschluss zum Umbau der Energieversorgung gefasst.

"Nach dem Ausstieg aus der Atomenergie nun den Umbau der Energieversorgung voranbringen!"

Klimaschutz und Klimagerechtigkeit werden nur durch das gemeinsame Engagement von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vorankommen. Ein maßvoller Umgang mit Energie, ein nachhaltiger Lebensstil und der damit verbundene Wertewandel sind dafür grundlegend. Die EKvW unterstützt die notwendigen gesellschaftlichen Diskurse und Veränderungsprozesse und will auch im eigenen Bereich ihrer Verantwortung nachkommen.

Downloads

Umbau der Energieversorgung

Der Beschluss der Landessynode der EKvW zum Umbau der Energieversorgung kann hier heruntergeladen werden.

Energie für das Leben

Die Resolution "Energie für das Leben" wurde auf dem 33. DEKT verabschiedet.

Wortlaut Resolution

Frankfurter Erklärung

Frankfurter Erklärung der Klima-Allianz "Zäsur für die Energiepolitik - wir brauchen ein neues Energiepaket für Deutschland", März 2011

Text Frankfurter Erklärung