© Gelsenwasser

Unter Fracking versteht man ein Verfahren der unkonventionellen Erdgasförderung. Dabei werden kleine Erdgasbläschen, die in Gestein eingeschlossen sind, freigesetzt und das Gas gefördert. Dafür wird ein Wasser-Sand-Gemisch, das mit - teilweise giftigen - Chemikalien versetzt ist, unter hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten gepresst. Durch den Druck entstehen Risse in den Gesteinsschichten und das darin gebundene Erdgas entweicht. In den USA wird dieses Verfahren schon lange angewandt. In den letzten Jahren wurde Fracking auch in Deutschland für die Erdgasindustrie attraktiv. In NRW wurde interessierten Unternehmen eine Aufsuchungserlaubnis für insgesamt ca. 18.000 km² erteilt (ca. 50 % der Landesfläche).

Für die geplante Förderung liegen bisher jedoch keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse über Risiken und Folgen für Umwelt und Gesundheit vor. Die EKvW befürchtet, dass die betroffenen Regionen durch das Fracking mit extremen Umweltbelastungen konfrontiert werden. Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden 2011 wurde die Kirchentagsresolution "Bewahrung der Schöpfung" verabschiedet, welche die Genehmigung des Fracking ablehnt. Das IKG begleitet dieses Themenfeld mit Tagungen, Positionspapieren und im Dialog mit der Bundes- und Landespolitik.

 

Gemeinsam stoppen wir Fracking!

Neue Kampagne: Die rote Hand!

Die Initiativen „Gegen Gasbohren”, die sich gegen unkonventionelle Erdgasförderung und den Folgen des weltweit umstrittenen „Frackings” wehren, haben eine neue Kampagne gestartet: “Weder hier noch anderswo” mit dem Symbol der „roten Hand“.

Sie soll zum Ausdruck bringen: STOPP - hier ist die unkonventionelle Erdgasförderung nicht erwünscht.

Eine Liste des breiten gesellschaftlichen Bündnisses findet man unter:

http://www.gegen-gasbohren.de/

Das Schild mit der “roten Hand” kann zum Selbstkostenpreis von 9,50 € (groß mit Metallständer) oder 4,50 € (klein, ohne Metallständer) in allen Filialen der Landbäckerei Elshoff erworben werden. Hier liegen auch Bestelllisten aus, falls gerade keine roten Hände vorrätig sind.

Schablonen zum Selbermachen und weitere Informationen findet man auch unter Facebook: https://www.facebook.com/weder.hier.noch.anderswo
oder unter: www.weder-hier-noch-anderswo.de

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen unterstützt diese Aktion.

 

Kreissynode Recklinghausen gegen Fracking

Vorrang für Umwelt- und Gesundheitsschutz: Kein "Fracking" in Deutschland!

Beschluss 113/2008 – 2012, 19.11.2011:
Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen macht sich die Stellungnahme der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Landessynode zur unkonventionellen Gasgewinnung durch hydraulic fracturing ("Fracking") zu Eigen.
Die Kreissynode lehnt unter den gegenwärtigen Bedingungen alle Bestrebungen ab, nach Schiefer-Gasvorkommen zu suchen und diese durch "Fracking" zu erschließen.
Sie fordert die Bundesregierung auf, eine grundlegende Form des veralteten Bundesberggesetzes einzuleiten. Dabei ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung für "Fracking" verbindlich vorzuschreiben.
Darüber hinaus sollte das Bergrecht eine angemessene Bürgerbeteiligung enthalten und für transparente und ergebnisoffene Genehmigungsverfahren sorgen.
Wir bitten den Deutschen Bundestag, auch den Weg des französischen Parlaments zu prüfen, "Fracking" vorerst ganz zu verbieten.
Die Evangelische Kirche im Ev. Kirchenkreis Recklinghausen lädt alle gesellschaftspolitischen Kräfte ein, sich an allen Aktionen und Stellungnahmen, die diesen Bereich betreffen, zu beteiligen.
- einstimmig -

Synode gegen Fracking

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) lehnt Fracking als Methode zur Erdgasgewinnung ab. Die Landessynode als höchstes Entscheidungsgremium hat den Bestrebungen, nach unkonventionellen Gasvorkommen zu suchen und diese durch das sogenannte hydraulic fracturing (Fracking) zu erschließen, am Freitag (18.11.) eine klare Absage erteilt. In Deutschland solle wie in Frankreich ein konsequentes Fracking-Verbot gelten.

 

EKvW gegen Fracking

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) lehnt Fracking als Methode zur Erdgasgewinnung unter den heutigen Bedingungen ab. Die Kirchenleitung hat den Bestrebungen, „nach unkonventionellen Gasvorkommen zu suchen und diese durch das sogenannte hydraulic fracturing (Fracking) zu erschließen“, im September 2011 eine klare Absage erteilt.

Fracking setzt im Gestein eingeschlossenes Erdgas frei. Dazu wird ein Wasser-Sand-Gemisch mit teilweise giftigen Chemikalien unter hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten gepresst. Diese Technik birgt Gefahren für die Gesundheit, wie Störfälle in den USA zeigen.

Wasser und Boden können verunreinigt werden

Die vom Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW erarbeitete Stellungnahme nennt unter anderem folgende Risiken: Die Fracking-Flüssigkeit kann Wasser und Boden mit Säuren, krebserregenden Verbindungen und anderen Giften verunreinigen; Schwermetalle und radioaktive Verbindungen aus dem Gestein gelangen an die Oberfläche. Die Methode verbraucht viel mehr Fläche als die konventionelle Gasförderung. Auch fallen große Mengen an Abwasser an, dessen Reinigung nicht in herkömmlichen Kläranlagen erfolgen kann. Im Übrigen entstehen mehr Treibhausgase als bei der Förderung und Verbrennung von Kohle.

Objektive Umweltverträglichkeitsprüfung muss her

Dr. Manfred Scholle, Mitglied der Kirchenleitung und Vorstandsvorsitzender der Gelsenwasser AG: „So lange die Probleme von Trinkwasser und Entwässerung nicht gelöst sind, wehren wir uns massiv gegen diese Technik. Denken wir an die Ruhr und den Halterer Stausee, die zusammen Trinkwasser für fünf Millionen Menschen liefern. Ohne eine objektive Umweltverträglichkeitsprüfung wäre Fracking unverantwortlich.“ Präses Alfred Buß ergänzt: „Die Betreiber müssen sich fragen lassen, warum sie nicht freiwillig solche Prüfungen zulassen, warum sie nicht freiwillig Wassereinzugsgebiete aussparen wollen. Da sie dies nicht tun, muss der Gesetzgeber Entsprechendes veranlassen.“

Termine

Fracking - Wassergefährdung im Sauerland?

Plakat zur Veranstaltung

Veranstaltung am 26.4. in Meschede

Der Evangelische Kirchenkreis Arnsberg lädt Bürger und Bürgerinnen des Hochsauerlandkreises ein, sich am Donnerstag, 26. April um 19.30 Uhr im Gemeinsamen Kirchenzentrum, Kastanienweg 6 in Meschede, über Fracking und seine möglichen Folgen zu informieren und zu überlegen, wie sie ihre Interessen wirksam ausdrücken können.

Downloads

Arbeitshilfe zu Fracking

Die Arbeitshilfe "Unkonventionelle Erdgasförderung" stellt das Erschließungsverfahren "hydraulic fracturing" vor, gibt einen Überblick über Regionen, in denen Fracking durchgeführt werden soll und stellt die derzeit geltende Rechtlage dar. Mögliche Umweltrisiken werden beschrieben.

Die "Fracking-Broschüre" (50 Seiten) kaufen:
1 Ex. 3,50 €
10 Ex. 3,00 €
20 Ex. 2,50 €

Kirsten Simon: 02304/755-307

 

Landessynode der EKvW zu Fracking

Der Beschluss der Landessynode vom 18.11.2011 zu Fracking kann hier heruntergeladen werden.

Stellungnahme der EKvW zu Fracking

Die Stellungnahme der EKvW zu Fracking kann hier heruntergeladen werden.

Pressemeldung EKvW zu Fracking

Die Pressemeldung zur Stellungnahme der Landeskirche zum Thema Fracking finden Sie hier.

Resolution Fracking

Auf dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden 2010 wurde eine Resolution gegen die Förderung von unkonventionellen Gasvorkommen verabschiedet.

Kirchentagsresolution "Bewahrung der Schöpfung" 2011