Kreuzgang Stift Börstel. Foto: G. Kordecki
Rankpflanzen mit Kreuzgang im Hintergrund

Seit 2010 feiern die christlichen Kirche europaweit am ersten Freitag im September einen "Tag der Schöpfung". Die Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober ist als Schöpfungszeit ausgerufen, um sich mit Aktionen, Projekten, Gottesdiensten und Gebeten am Schutz der Schöpfung zu beteiligen und für einen nachhaltigen Lebensstil zu werben.

Jubeljahr für die Erde

Das Thema für die Zeit der Schöpfung in diesem Jahr lautet: „Jubeljahr für die Erde“. Wir laden Sie ein, darüber nachzudenken, welch enge Verbindung besteht zwischen Ruhe und Erholung für den Planeten Erde und unseren ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebensgewohnheiten. Gerade in diesem Jahr haben uns die weitreichenden Auswirkungen der weltweiten COVID-19-Pandemie deutlich vor Augen geführt, wie dringend notwendig gerechte und nachhaltige Systeme sind. Wir sehnen uns nach den moralischen Prinzipien und Vorstellungen, die mit einem Jubeljahr einhergehen.

Download der Arbeitshilfe

 

 

 

Erstmalig hat die Evangelische Kirche von Westfalen den "Westfälischen Schöpfungspreis" verliehen

(c) EKvW

Das Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) und die Konferenz der Umweltbeauftragten in der EKvW haben am 19. September 2020 zum ersten Mal den Westfälischen Schöpfungspreis vergeben. Präses Dr.(hc) Annette Kurschus hat ihn feierlich den Gewinnern im Reinoldinumin in Dortmund übergeben. Ausgezeichnet wurden Projekte, die sich besonders im Bereich der Artenvielfalt rund um den Kirchturm oder auf kirchlichen Flächen engagieren.

"Rund um den Kirchturm summt und brummt es", so Volker Rotthauwe, Umweltpfarrer und Initiator des Preises. "Viele Gemeinden und Initiativen haben sich auf den Weg gemacht, die Artenvielfalt zu erhalten. Da werden Nistkästen auf Kirchtürmen angebracht, Wildblumenwiesen ausgesät, Insektenhotels in Kindergärten gebaut, Friedhöfe ökologischer gestaltet oder kirchliche Pachtflächen nach ökologischen Kriterien verpachtet. Angesichts des dramatischen und anhaltenden Verlustes vieler Arten, insbesondere vieler Insektenarten, ist es erfreulich, dass viele Gemeinden ihren biblischen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, sehr ernst nehmen. Das wollen wir mit diesem Preis würdigen und fördern."

Der 1. Preis (2.000 Euro) ging an die Evangelisch-lutherische Paulusgemeinde in Hagen. Sie arbeitet seit 20 Jahren in beispielhafter Weise daran, kontinuierlich Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen und trägt dadurch aktiv zur Bewahrung der biologischen Vielfalt bei. Umweltschutz ist laut Jury dabei ein Kernthema der Gemeinde und fest in den Stadtteil eingebunden.

Den 2. Preis (1.000 Euro) hat die Evangelische Kirchengemeinde Friedrichsdorf (Gütersloh) für ihr Projekt „Unser Friedhof lebt“ bekommen. Getragen von einem Umweltteam, das seit 2009 aktiv ist, wird der Friedhof der Gemeinde systematisch umgestaltet. Das Projekt sei im Sozialraum verankert, theologisch differenziert begründet und wissenschaftlich begleitet, so die Jury in ihrer Begründung.

Den 3. Preis (500 Euro) hat schließlich die Evangelische Kindertagesstätte Dünne (Bünde) bekommen. Dort haben die Erzieherinnen 2018 mit dem Projekt „Zeit für Schmetterlinge und Insekten“ begonnen, den Kindern das Thema Schöpfungsbewahrung nahe zu bringen. Es wurde ein Kräuterspirale angelegt, eine Wildblumenwiese ausgesät sowie insektenfreundliche Blumen und Stauden angepflanzt. Gemeinsam mit den Kindern wurden Schöpfungs-Gottesdienste vorbereitet und gefeiert. Und während des Corona-Lockdowns haben die phantasievollen Projekte „Was blüht und krabbelt auf der Wiese“ und „Eine Schnecke kommt selten allein.“ Eltern und Kinder gleichermaßen begeistert.

Mehr zu der feierlichen Übergabe finden sie hier in der Pressemitteilung.
Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es hier: Westfälischer Schöpfungspreis 2020
volker.rotthauwe(at)kircheundgesellschaft.de

Schöpfungsfest im Kirchenjahr angekommen

Titelseite Broschüre
Titelseite Broschüre

In der Broschüre zum Kirchenjahr der EKD wird auch auf das Schöpfungsfest, bestehend aus dem Schöpfungstag und der Schöpfungszeit, hingewiesen. 

Zitat: "Der neue Feiertag hat aber auch Brücken zu anderen Kirchen gebaut: Die dritte Europäische Ökumenische Versammlung der Kirchen (Sibiu 2007) hat die Schöpfungszeit ausgerufen. Die Versammlung ermutigte ihre Mitglieder dazu, sich auf ihre Verantwortung für Gottes Schöpfung zu besinnen, und den Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. ­Oktober dem Gebet für die Bewahrung der Schöpfung zu widmen.
Beim zweiten Ökumenischen Kirchentag (München 2010) proklamierte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Landesbischof Friedrich Weber, im Namen der ACK den ersten Freitag im September als Schöpfungstag. Seitdem spielt die ACK auf Bundes-, Regional- und Lokalebene eine zentrale Rolle bei der ökumenischen Gestaltung dieser Feier. 2015 hat auch Papst Franziskus den 1. September als jährlichen Gebetstag für die Schöpfung in den liturgischen Kalender der Römisch-Katholischen Kirche eingeführt.

Grüße aus dem Kirchenjahr. Kirchliche Feiertage als kultureller Reichtum

Kontakt

Volker Rotthauwe
02304/755 336
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