Workshop in Neulusheim

Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das europäische Umwelt-Audit-System EMAS (Eco Management and Audit Scheme) als effektives Instrument des Umweltmanagements in vielen Unternehmen und Institutionen durchgesetzt. Die Grundlage des Systems bildet die "EG-Umwelt-Audit-Verordnung" von 1993. Bei den Novellierungen 2001 und 2009 wurde darauf geachtet, dass die Eigeninitiative der Unternehmen im Umweltschutz weiter gefördert wird.

Grundsätzlich basiert EMAS auf der Verpflichtung, über die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen hinaus die eigene Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Bestandsaufnahme, Programm und turnusmäßiger Soll-Ist-Vergleich gehören zu einem Regelkreislauf durch den dieser Prozess gewährleistet wird.

 

Mehr als 600 katholische und evangelische Einrichtungen und Kirchengemeinden (Stand 2011) haben bundesweit bisher ein Umweltmanagement nach diesen Vorgaben aufgebaut. Sie verwenden das christliche Symbol des Hahns, der nach biblischem Vorbild das Wächteramt in unseren Kirchen ausübt. Im Süden Deutschlands (Bayern, Baden-Württemberg) ist das System unter dem Logo "Der Grüne Gockel", in den anderen Bundesländern als "Der Grüne Hahn" bekannt. Die Projekte sind inhaltlich identisch und alle Beteiligten haben sich im Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement (KirUm) organisiert.

 

Vergabe des kirchlichen Umweltsiegels

Umweltteam der KZVK

Evangelische Versorgungskassen erhalten Umweltsiegel "Der Grüne Hahn"

Schwerte/Dortmund (19.10.2011). Als erste der kirchlichen und öffentlich-rechtlichen Versorgungskassen in Deutschland haben die Gemeinsame Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte (VKPB) und die Kirchliche Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen (KZVK) mit Sitz in Dortmund ein Umweltmanagementsystem nach EMAS (Europäisches Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung) eingeführt.

Heute übergab Ralf Bollenberg im Namen der IHK das entsprechende Zertifikat. Gleichzeitig erhielten die Kassen aus den Händen von Pfarrer Klaus Breyer, Leiter Institut für Kirche und Gesellschaft in Schwerte, das kirchliche Umweltsiegel "Der Grüne Hahn". Der Grüne Hahn symbolisiert erfolgreiches Umweltmanagement in kirchlichen Einrichtungen. "Nachhaltiges Wirtschaften ist für die Versorgungskassen nicht neu, sondern die Grundvoraussetzung für ihre erfolgreiche Arbeit. Die  Einführung des Umweltmanagements war deshalb ein konsequenter Schritt, den die Versorgungskassen mit Bravour geschafft haben. Ich freue mich sehr über die engagierte, erfolgreiche Zusammenarbeit", so Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft. Ein Projektteam des Instituts für Kirche und Gesellschaft hatte die Einführung des Umweltmanagementsystems über zwei Jahre begleitet.
"Durch unsere Beteiligung am Projekt "Der Grüne Hahn" und die erfolgreiche EMAS-Zertifizierung leisten wir als kirchliche Einrichtung ganz bewusst unseren Beitrag zum Umweltschutz und übernehmen Verantwortung für die Umwelt", berichtet Dr. Volker Heinke, Vorstand Kapitalanlagen und Finanzen. "Dabei wollen wir uns auch selber auf den Prüfstand stellen: die Nutzung unseres Verwaltungsgebäudes, unser Beschaffungswesen, unsere Kapitalanlagen und vieles mehr. Nur wenn Klimaschutz im eigenen Hause gelingt, werden wir auf Dauer unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden können."
"Für unser Klientel aus Kirche und Diakonie ist das Thema Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung", ergänzt Hans-Rudolf von Campenhausen, Vorstand Leistung und Verwaltung.

Durch das Umweltmanagement wird eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen gewährleistet. Ausruhen können sich Umweltteam und die ca. 180 Mitarbeitenden der Versorgungskassen nach den jetzt erhaltenen Auszeichnungen jedoch nicht. Sie wollen in ihrer täglichen Arbeit die definierten Umweltziele, wie zum Beispiel die weitere Reduzierung des Stromverbrauchs oder die alleinige Verwendung von Recyclingpapier, umsetzen, damit die nächste Begutachtung wieder positiv ausfällt.

Sechs neue "Grüne Hähne"

Umwelt-Audit in KG Friedrichsdorf

Weitere sechs Gemeinden mit "Grünem Hahn" ausgezeichnet: Mitte September fand in sechs Gemeinden der Evangelischen Kirche von Westfalen das sogenannte Umwelt-Audit durch die beiden kirchlichen Umweltrevisorinnen Vera Flecken (Foto: 2. v.li.) und Carmen Ketterl statt. Der Prüfung ihres Umweltmanagements nach dem Standard "Der Grüne Hahn" stellten sich diesmal die evangelischen Kirchengemeinden Friedrichsdorf, Gütersloh-Region Süd, Enningerloh, Warendorf, Dortmund- Wellinghofen und -Holzwickede und Opherdicke. Die Umweltteams aus den Gemeinden hatten zuvor ein Jahr lang am Projekt "Der Grüne Hahn" teilgenommen und dort das erfolgreiche Programm für eine systematische und nachhaltige Entwicklung in den Gemeinden kennen gelernt und konkret in ihrer Gemeinde umgesetzt. Bei dem Besuch der Umweltrevisorin präsentierten die Umweltteams ihre Umweltarbeit und erhielten währen der Prüfung viele zusätzliche Anregungen für die zukünftige Arbeit. Die nächsten Zertifizierungen werden im November stattfinden.