Blühwiese. Foto: G. Kordecki
Blühwiese für Insekten

Mit dem Begriff "Biologische Vielfalt", oder auch "Biodiversität" wird die Vielfalt allen Lebens auf der Erde beschrieben. Hierzu gehört nicht nur die Vielfalt der verschiedenen Lebewesen - Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen, Pilze - sondern auch die verschiedenen Lebensräume, an die sich die Lebewesen im Zuge der Evolution angepasst haben. Zum Schutze dieser Biologischen Vielfalt wurde 1991 in Rio de Janeiro die UN-Konvention über die Biologische Vielfalt unterzeichnet. Diese Konvention ist weitaus weniger bekannt als die Klimakonvention, aber nicht minder bedeutsam: bildet doch der Erhalt der biologischen Vielfalt die Grundlage des Überlebens auf der Erde. Auch sind die beiden Konventionen in ihrem Schutzziel sehr eng verknüpft, denn die Klimaerwärmung stellt das Überleben vieler Arten auf der Erde vor neue Herausforderungen. Die biologische Vielfalt ist bedroht: mehr als 16.000 Arten sind akut vom Aussterben bedroht. Wie viele Arten es genau auf der Erde gibt, weiß niemand. Geschätzt werden allein 15 Millionen Pflanzen- und Tierarten. Viele Arten werden vermutlich verschwinden, ohne dass wir sie je kennen gelernt haben.

Wir wollen auf kirchlichen Grünflächen, kirchlichen Pachtflächen und bei kirchlichen Gebäuden dazu beitragen, dass die heimische Vielfalt an Pflanzen und Tieren erhalten bleibt.

 

 

 

Kirchliches Biodiversitätsportal ist online!

Blick auf den Messestand auf dem Katholikentag. Foto: Wiesemann

Das Projekt „Handeln für die Schöpfung“ bündelt die Bemühungen aller evangelischen Landeskirchen und der katholischen (Erz-) Bistümer in NRW um den Schutz der Vielfalt der Natur. Gemeinsam mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) und mit Förderung durch das Land NRW ist eine attraktive neue Internetplattform entstanden, die nicht nur viele Sachinformationen zu Flora und Fauna anbietet, sondern sich insbesondere durch viele praktische Beispiele auszeichnet. Unter dem Motto „So kann’s gehen“ wird von gelungenen Beispielen berichtet, wie Kirchengemeinden, Jugendgruppen oder Senioren einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in NRW leisten.

Zum kirchlichen Biodiversitätsportal

 

 

Auftaktveranstaltung "Handeln für die Schöpfung"

In der Veranstaltung lobte Staatssekretär Bottermann (MULNV) das Portal und das Engagement der Kirchen für den Erhalt der Biodiversität. Er wies aber insbesondere darauf hin, dass die Kirchen auch viel Pachtland besitzen. Da es in NRW Probleme durch die intensive Landwirtschaft gebe, wäre es sehr hilfreich, wenn die Kirchen hier auf ihrem Pachtland Zeichen für eine Verbesserung der Situation setzen würden.
Präses Rekowski von der EKiR machte deutlich, dass sich kirchliches ökologisches Engagement nicht „von oben“ verordnen lasse. Wenn es an kirchenleitenden Beschlüssen und Initiativen mangele, seien Eigeninitiative und lokales Handeln das Mittel der Wahl.

In der Talkrunde betonte Kordecki, dass bei allen Bemühungen um den Schutz der biologischen Vielfalt der Bildungsaspekt nicht vernachlässigt werden dürfe. Sie berichtete beispielhaft von einem Projekt der Ev. Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck, in dem Schüler in einer „AG Färberpflanzen“ im fächerübergreifenden Unterricht der Fächer Biologie und Kunst einen Einblick in biologische Farben und ihre Herstellung erhalten. In Kooperation mit einem Kleingartenverein lernen die Teilnehmenden, wie man traditionelle Färberpflanzen sät, kultiviert und erntet. Die Pflanzen werden nach der Ernte zu Pflanzenfarben verarbeitet, mit denen im Kunstunterricht Kunstwerke angefertigt werden.

Mehr Infos 

Staatssekretär Dr. Bottermann. Foto: Wiesemann
Talkrunde vrnl: Kordecki, Kleingräber, vom Hofe, Rekowski, Bottermann, Jähne. Foto: Wiesemann

Kirchliche Umweltbeauftragte und NUA gründen Arbeitsgruppe

Foto: G. Kordecki

Die Natur- und Umweltschutz Akademie NRW (NUA) hat gemeinsam mit den Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirchen Lippe, Rheinland und Westfalen sowie der (Erz-)Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn einen Arbeitskreis gebildet, der sich mit Natur und Umwelt rund um den Kirchturm beschäftigt.

Der Arbeitskreis entwickelt ein Internetportal, das dazu beitragen soll, dass auf kirchlichen Flächen Lebensräume für eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren geschaffen bzw. erhalten werden. Anhand von praktischen Beispielen wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten hierzu auch mit kleinem Aufwand verwirklicht werden können. Es ist geplant, das Internetportal auf dem Katholikentag in Münster am 10. Mai freizuschalten.

GartenVielfalt – ArtenVielfalt

Foto: Karin Rohr

Wie wir die Natur in unsere Gärten einladen können
Vorbilder und Irrwege heutiger Gartenkultur aus Sicht des Naturschutzes
Eine Ausstellung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Umweltbeauftragter) und des BUND Kreisgruppe Herne - Text und Gestaltung Karin Rohr - Fotos: Martin Rohr und Karin Rohr
Das Streben nach Rationalisierung und immer perfekterer Technik beherrscht unsere Gesellschaft. Es macht nicht Halt vor der Gartenkultur und hat unsere Gärten in den letzten Jahrzehnten tiefgreifend verändert – zum Nachteil der Artenvielfalt. Gartenbesitzer sind oft hilflos, weil sie keine Vorbilder mehr kennen und nicht wissen, wie ein ökolo­gisch wertvoller Garten aussehen könnte. Hier setzt die Ausstellung an. Sie zeigt die ganze Spannbreite heutiger Gartenkultur.

Kurzbeschreibung der Ausstellung

Ansicht aller Tafeln

 

 

 

Unkrautbeseitigung auf kirchlichen Wegen

Die Beseitigung von Unkraut zwischen Platten, Pflastersteinen oder Kies auf Wegen und Plätzen ist eine mühselige und zeitintensive Arbeit. Der Griff zum Unkrautvernichtungsmittel liegt deshalb nahe. Der Gesetzgeber hat den gesetzlichen Rahmen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit Wirkung zum 1.1.2014 verschärft. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer mehr Gemeinden dazu übergegangen sind, die Pflege der Zuwegungen nicht mehr an Gartenbaufirmen zu vergeben, sondern vom Küster/in oder zunehmend auch von ehrenamtlichen Gemeindegliedern erledigen zu lassen. Dieses Merkblatt stellt das notwendige Wissen kompakt zur Verfügung.

Download des pdf

 

 

EKD-Synode: Beschluss zum Schutz der Biodiversität

Düsseldorf, 12.11.2013
Die Synode empfiehlt dem Rat der EKD, die Landeskirchen, die Kirchengemeinden und die Einrichtungen und Werke zu bitten, sich intensiver mit den Fragen zum Erhalt der Artenvielfalt in Fauna und Flora zu befassen, denn Christinnen und Christen leben von der Zusage Gottes, das Leben nicht ein zweites Mal zu vernichten (1. Mose 9.11). Mit den Zeichen des Regenbogens schloss Gott den Bund mit allen lebenden Wesen und vertraute seine Schöpfung der Verantwortung den auf der Erde lebenden Menschen an. Diesem Auftrag entsprechend sind wir als Christenmenschen aufgefordert, die Erde und alles, was auf ihr lebt, wächst und gedeiht, zu bewahren.

Der vollständige Beschluss im Wortlaut

Empfehlungen zur biologischen Vielfalt

Umweltbeauftragte der evangelischen und katholischen Kirche rufen dazu auf, dem Erhalt der biologischen Vielfalt verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken. Die neue Handreichung „Kirchen und Biodiversität“ gibt Anregungen für das kirchliche Handeln: Flächenbewirtschaftung und -pflege, Gebäudeunterhaltung, Energieversorgung und auch Maßnahmen zum Klimaschutz können zum Erhalt der Arten beitragen.
Anlässlich ihrer gemeinsamen Tagung vom 18.-20. März 2013 in Schwerte legen die Arbeitsgemeinschaften der Umweltbeauftragten der katholischen Diözesen und der evangelischen Landeskirchen zusammen mit dem Beauftragten des Rates der EKD für Umweltfragen und dem zentralen Ansprechpartner der Deutschen Bischofskonferenz für Umweltfragen eine gemeinsame Standortbestimmung der kirchlichen Umweltarbeit auf dem Gebiet der Biodiversität, des Natur- und des Artenschutzes vor.
Aus theologisch-biblischer Sicht soll der Mensch wie ein guter Hirte dafür Sorge tragen, dass alle Geschöpfe Raum und Nahrung haben und keiner dem anderen lebenswichtige Ressourcen wegnimmt. Der Schutz der biologischen Vielfalt sei nicht nur eine gesellschaftliche und politische Aufgabe. Sie fordere gerade die Kirchen heraus, eine Wertedebatte über das zu führen, was zu oft als bloße „Verfügungsmasse“ betrachtet werde. Ein Verständnis für Natur als Schöpfung ließe sich nur bei jenen entwickeln, die um die Natur wissen und ihre Schönheit erfahren haben. Daher rufen die kirchlichen Umweltbeauftragten dazu auf, diese Thematik verstärkt in die Verkündigung und die kirchliche Bildungsarbeit aufzunehmen.

Die Stellungnahme (1.5 MB) als Download

Projekt Kirchengemeinden und Biodiversität

Das enorme Artensterben und die immer länger werdende "rote Liste" gefährdeter Pflanzen- und Tierarten dürfen Christinnen und Christen in unseren Kirchen ebenso wenig gleichgültig sein wie das Verschwinden wertvoller Öko-Systeme durch Flächenverbrauch und industrielle Methoden der Landnutzung. Rund um den Kirchturm, in Pfarrgärten, auf Friedhöfen und Pachtflächen im kirchlichen Besitz gibt es verschiedene Ökosysteme, eine beachtliche Artenvielfalt und auch eine enorme genetische Vielfalt innerhalb von Arten, die erhalten werden müssen.

 

Aus diesem Grund erarbeitete eine ökumenische Arbeitsgruppe aus dem Kreis der evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten mit Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt drei Arbeitshilfen, die dazu beitragen sollen, dass die Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung verstärkt in das Leben der Kirchengemeinden aufgenommen wird.

Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 wurde eine Ausstellung von gelungenen Praxisbeispielen aus den Kirchen präsentiert, die der Broschüre "Vielfalt als Gewinn" entnommen wurden.

Kontakt

Downloads

Informationsflyer zu dem Projekt "Kirchengemeinden und Biodiversität", der anläßlich des 2. ÖKT 2010 herausgegeben wurde

Flyer, 850 KB

 Ebenfalls anläßlich des 2. ÖKT wurde eine Ausstellung "Vielfalt als Gewinn" entwickelt, die bei der FESt ausgliehen werden kann.

Ausstellung ansehen, 6.2 MB

Ausstellung ausleihen,
Email schreiben

Quiz zur Biologischen Vielfalt

Anlässlich des Ökumenischen Kirchentages 2010 stellten die kirchlichen Umweltbeauftragten ein Quiz zur Biologischen Vielfalt zusammen. Es ist in zwei Versionen erhältlich: für Kinder und für Jugendliche und Erwachsene. Das Quiz ist auch in der Gemeindearbeit und in der Jugendarbeit nutzbar.

Quiz für Kinder
Quiz für Erwachsene