30.04.2015

Anti-Kohle-Kette 2015


6000 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Polen, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Norwegen und weiteren Ländern haben im rheinischen Kohlerevier mit einer 7,5 Kilometer langen Menschenkette für einen schrittweisen Kohleausstieg und konsequenten Klimaschutz demonstriert. Die Demonstranten setzten mit einer geschlossenen Anti-Kohle-Kette zwischen Keyenberg und dem Braunkohletagebau Garzweiler II den Baggern eine symbolische Grenze. Es handelte sich um den  größten Protest gegen Braunkohle im Rheinland.

Die Kette sei ein deutliches Zeichen, dass ein großer Teil der Bevölkerung den schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle befürworte, um das nationale Klimaziel von mindestens 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 zu erreichen, so die Veranstalter, zu denen auch die Klimaallianz-Deutschland gehörte.

Für Hubert Weiger, den Vorsitzenden des “Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND), senden die Anti-Kohle-Proteste deutliche Signale an die Bundesregierung: "Die Kohleverstromung ist nicht zukunftsfähig, sie ist ein Auslaufmodell. Der von Gabriel verlangte Klimabeitrag der Braunkohle muss ohne Abstriche kommen, sonst steht Kanzlerin Merkel beim G7-Gipfel und der Weltklimakonferenz mit leeren Händen da. Viel zu hohe CO2-Emissionen aus alten Kohlemeilern und Klimaschutz passen nicht zusammen."
"Die deutsche Bundesregierung hat im Jahr ihrer G7-Präsidentschaft und des internationalen Klimagipfels in Paris eine politische Schlüsselrolle und trägt große Verantwortung. Sie kann jetzt wichtige Impulse für eine nachhaltige und menschengerechte Zukunft setzen. Dazu muss sie die Umsetzung ihrer Klimaziele ernsthaft angehen, die Energiewende sozialgerecht voranbringen und, wie angekündigt, die Kohleverstromung schrittweise verringern", so Klaus Breyer, Sprecher der Klimaallianz und Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Initiiert wurde die Menschenkette vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der BUNDjugend, Campact, GREENPEACE, der Klima-Allianz Deutschland, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) sowie der Bürgerinitiative “Stop Rheinbraun“ und weitere Organisationen unterstützten die Demonstration.

Zahlreiche Akteure haben sich für einen Klimabeitrag der Braunkohle ausgesprochen:
Ökonominnen und Ökonomen sowie Energiewissenschaftlerinnen und Energiewissenschaflter treten in einer Erklärung für die Klimaziele und die Klimaabgabe auf alte Kohlekraftwerke ein.

75 Stadtwerke befürworten das Instrument, damit klimaverträgliche, effiziente Gaskraftwerke rentabel betrieben werden können

Die Klima-Allianz und andere Initiativen forderten in einer Anzeigenkampagne dazu auf, die “Kirche im Dorf zu lassen“. Wichtig sei, die Debatte schnell zum nötigen Strukturwandel zu beginnen, anstatt diesen zu Lasten der Beschäftigten zu verschleppen. Unseriöse Panikmache ist der falsche Weg.