02.06.2015

"Auf dem Land wird angepackt"


Werkstatt-Tag zur Situation der ländlichen Kirchenkreise und Gemeinden

MEINERZHAGEN/WESTFALEN - Mit einem Werkstatt-Tag "Kirche in ländlichen Räumen" hat die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) zum erstem Mal eine Plattform zum Austausch der ländlich geprägten Gemeinden angeboten.
Die Herausforderungen sind groß, so Pfarrer Volker Rotthauwe vom IKG, denn der demografische Wandel treffe die ländlichen Regionen besonders hart. Gemeindefusionen, Abwanderungen gerade jüngerer Ehrenamtlicher und Überlastungen der Haupt- und Ehrenamtlichen waren einige der Themen, über die sich die 40 Vertreterinnen und Vertreter von Kirchenkreisen und Gemeinden in Haus Nordhelle ausgetauscht haben.
Dennoch sind die ländlichen Regionen "Anpack-Regionen, in denen das bürgerschaftliche Engagement ganz selbstverständlich zum Alltag gehört", betont Professor Gerhard Henkel, Fachmann für Dorfentwicklung und einer der Referenten des Workshoptages. Deshalb sei er hoffnungsvoll, dass die Dörfer auch in Zukunft nicht aussterben werden.
Allerdings müssten die Strukturen der Kirche dringend der veränderten Situation angepasst werden. „Gerade angesichts der neuen Medien, in denen sich junge Menschen selbstverständlich bewegen, braucht es neue, flexiblere Formen über die traditionelle Ortsgemeinde hinaus, um das Evangelium zu kommunizieren", ergänzt der Münsteraner Theologe Professor Christian Grethlein.
Für Albert Henz, Vizepräsident der EKvW, kommt es jetzt darauf an, die vielen Aufbrüche auf dem Land auch wahrzunehmen und wertzuschätzen. Gemeinden sollten sich als Teil der Dorfentwicklung verstehen. Deshalb soll das Netzwerk "Kirche im ländlichen Raum" weiter ausgebaut werden. Ein zweites Treffen ist für 2016 geplant.