27.08.2014

Demokratischer Interventionismus und Völkerrecht


Uwe Trittmann, Studienleiter für Friedenspolitik und internationale Beziehungen, Evangelische Akademie Villigst

Eine Veranstaltung mit dem Bochumer Völkerrechtler Professor Dr. Dr. h.c. mult. Knut Ipsen am

Dienstag, 2. September 2014
19.30 Uhr
Evangelische Stadtakademie Bochum
Westring 26 c
44787 Bochum

Die Krisen und Kriegsgeschehnisse im Irak, in Syrien, in der Ukraine oder in Israel/Palästina haben die innenpolitische Diskussion um die internationale Rolle Deutschlands erneut verstärkt: Bundespräsident Gauck, Politiker aller Parteien oder jetzt die beiden ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Margot Käßmann und Professor Wolfgang Huber haben sich öffentlich zu Wort gemeldet und vertreten zum Teil kontroverse Positionen.

Wenn diktatorische Staatschefs ihre Macht nicht abgeben wollen, oder Massaker an der Zivilbevölkerung verübt werden, muss dann nicht die internationale Gemeinschaft unter Einsatz von militärischen Mitteln von außen intervenieren? Ist ein so beabsichtigter Regimewechsel nicht immer legitim und notwendig?
In aller Regel hat der Griff zu den Waffen zugleich schwerwiegende Folgen: Der Zweck, ein demokratisches System einführen zu wollen, scheitert meistens daran, dass hierfür keinerlei Voraussetzungen vorhanden sind. Ein blutiger Bürgerkrieg ist in der Regel die Folge. Welche Rolle wird Deutschland zukünftig in dieser Frage in der Welt spielen wollen? Was bedeutet die Forderung "Deutschland müsse seine Verantwortung in der Welt deutlicher wahrnehmen" (Bundespräsident Gauck) aus der Sicht des Völkerrechts?

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Knut Ipsen studierte Jura an der Universität Kiel, wo er bis 1974 als Wissenschaftler am Institut für Internationales Recht tätig war. Seit 1974 Lehrstuhlinhaber für öffentliches Recht (Völkerrecht) an der Ruhr-Universität in Bochum, er war Direktor des Instituts für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht. Von 1975 bis 1977 war er Mitglied und Völkerrechtsberater der deutschen Regierungsdelegation bei der Genfer Konferenz über die Fortentwicklung des Völkerrechts in bewaffneten Konflikten. Von 1991 bis 2008 war er Mitglied des Ständigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag. 1994 wurde Ipsen einstimmig zum Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes gewählt.

Die Evangelische Stadtakademie Bochum und die Evangelische Akademie Villigst laden alle Interessierten herzlich zu dieser Veranstaltung ein.