02.12.2016

Der G-Code


Im nächsten Jahr ist es soweit! Anlässlich 500 Jahre Reformation startet das Frauenreferat der EKvW im Institut für Kirche und Gesellschaft ein ganz besonderes Projekt: einen reformatorischen Hörweg.
Ein Beispiel: Im Park von Haus Villigst werden an den Bänken kleine "g-code"- Schilder montiert. Wenn man den g-code mit dem Smartphone scannt, hört man kurze Beiträge mit reformatorischen Impulsen zum Thema Gleichstellung. Der Begriff G-code steht für Gender-Code, also für den geschlechtersensiblen Blick. "Allein durch Liebe" - so der Titel eines Hörbeitrages. "Das ist eine Hörstation, bei der es um Gleichstellung und Familienbilder geht", erläutert Nicole Richter, Fachbereichsleiterin im Frauenreferat und Initiatorin des Projektes.
Wie dachte Luther über die Familie? War er für die damalige Zeit vielleicht ein sogenannter "neuer Mann", der sich gleichberechtigt mit Katharina von Bora um die Kinder gekümmert hat? - Der Audiobeitrag "Allein durch Liebe" gibt Antworten auf diese Fragen. Weitere Titel der Hörstationen sind "Das Weib schweige in der Gemeinde?" zum Thema Frauen im Pfarramt oder "Herrlich ist dämlich" zur Gleichstellung in der Sprache.
Katharina von Bora und Martin Luther sprechen als fiktive Personen über die verschiedenen Themen und manchmal meldet sich auch Gott zu Wort. "Die Audios sind pointiert und witzig geschrieben. Und das Beste ist: Man bekommt ganz nebenbei reformatorische Ideen mit auf den Weg", fasst Nicole Richter die Projektidee zusammen.
Die g-codes können  auf Schilder gedruckt werden und eben als reformatorischer Hörweg angelegt werden. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten: Die g-codes können auf Roll-ups gedruckt und als Ausstellung genutzt werden. Auf Plakaten eignen sie sich für reformatorische Impulse bei Seminaren oder einem Gemeindeabend. Sind sie auf Postkarten zu finden, kann man reformatorische Impulse quer durchs Land verschicken. Auf Servietten lässt sich ein Kaffeetrinken "reformatorisch" gestalten.
Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Konferenz der Frauenreferate und Gleichstellungsstellen in den Gliedkirchen der EKD sowie der Konferenz der Frauenreferentinnen und Gleichstellungsbeauftragten der EKvW. Finanziell unterstützt wird es auch durch Mittel der Kampagne "Einfach frei" der Evangelischen Kirche von Westfalen. Der reformatorische Hörweg wird im Jubiläumsjahr 2017 zum Beispiel beim großen Demokratiekongress des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 14. März im Französischen Dom in Berlin und beim Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 24. Bis 28. Mai im Zentrum Gender zu finden sein. Bei der Weltausstellung in Wittenberg wird es zudem begleitete g-code-Rundgänge geben, insbesondere während der Themenwoche "Familie, Gender und Lebensformen" vom 9. bis 14. August.
Wer Interesse an dem Projekt "g-code" - 5 x 3 Minuten Reformation zum Hören - hat und einen reformatorischen Hörweg in einer Gemeinde oder Einrichtung planen möchte, wendet sich bitte an Nicole Richter im Frauenreferat der EKvW unter 02304-755-234. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es, wenn Sie den g-code im Bild scannt.