09.05.2012

Die Zeit des Handelns ist gekommen


Verbände, Gewerkschaften und Energieunternehmen gemeinsam für mehr Klimaschutz
Initiativkreis Klimaschutz NRW legt Klimaschutzerklärung „Die Zeit des Handelns ist gekommen“ vor

Schwerte - 09. Mai 2012. Mit der gemeinsamen Klimaschutzerklärung „Die Zeit des Handelns ist gekommen“, melden sich Umwelt- und Wirtschaftsverbände, Unternehmen, kirchliche Organisationen, Gewerkschaften und kommunalen Initiativen gemeinsam zu Wort, um den Klimaschutz in einem breiten gesellschaftlich getragenen Diskurs in NRW voranzubringen. Damit soll der Energiewende in Nordrhein-Westfalen, als wichtigstem Industrie- und Energieland in Deutschland, neuer Schwung gegeben werden.
Initiatoren der Klimaschutzerklärung sind der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Naturschutzbund Deutschland in NRW (NABU), die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW und der Landesverband Erneuerbare Energien NRW. Mit der Erklärung wollen die Organisationen einen kontinuierlichen Entwicklungs- und Umsetzungsprozess für Klimaschutz in NRW anstoßen. Dieser Prozess soll ökologische, ökonomische und soziale Ziele verbinden. Er soll eine breite Unterstützung in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft finden und verlässliche Rahmenbedingungen für den Strukturwandel im Energieland NRW schaffen.
Dazu wird die Gründung eines gemeinnützigen Vereins „Initiativkreis Klimaschutz NRW“ als gemeinsame Klimaschutz-Plattform vorbereitet. Weitere Verbände, Initiativen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Unternehmen können ihr durch Unterzeichnung der Klimaschutzerklärung beitreten. Der IG BCE Landesbezirk Nordrhein und der IG Metall Landesbezirk Nordrhein- Westfalen haben bereits im Vorfeld ihre Unterstützung zugesagt, ebenso die Stadtwerke Düsseldorf AG, die psm Nature Power Service & Management GmbH & Co. KG (Erkelenz), die SL-Windenergie GmbH (Gladbeck) und die Enercon GmbH (Standort Ense).
Der Vorsitzende des NABU, Josef Tumbrinck, betont: „Mit ihrer Unterschrift übernehmen Unterzeichnende der Klimaschutzerklärung Mitverantwortung bei der Entwicklung und Umsetzung des Klimaschutzplans für NRW auf dem langen Weg, der vor uns liegt.“
Nach heutigem Erkenntnisstand ist eine Treibhausgas-Reduktion von 40 Prozent bis 2020 und 80 bis 95 Prozent bis 2050 zur Erreichung der Klimaschutzziele notwendig. „Alle Unterzeichnenden unterstützen die Klimaschutzziele der EU und der Bundesregierung und sehen Klimaschutz, Sicherung der biologischen Vielfalt, Versorgungssicherheit und soziale Verträglichkeit als Kennzeichen einer nachhaltigen Energieversorgung in NRW,“ erklärt Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Für die Umsetzung der Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen fordern die Akteure verlässliche Rahmenbedingungen. Ein Klimaschutzgesetz NRW stelle mit seinen Treibhausgasreduktionszielen einen solchen Rahmen für die Entwicklung einer konsistenten Klimaschutzstrategie für NRW dar.
„Wir erwarten von jeder Landesregierung, dass sie zügig und konsequent den Weg für den Klimaschutz in NRW ebnet und selbst eine Vorbildfunktion übernimmt“, sagte Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND. „ Darin liegen enorme Chancen, auch für den Wirtschaftsstandort NRW. Dabei kann die Landesregierung auf die breite Unterstützung von Verbänden, Gewerkschaften und fortschrittlichen Energieunternehmen rechnen.“
Die gemeinsame Klimaschutzerklärung beschreibt Eckpunkte und ist Ausgangspunkt für die zukünftige Entwicklungs- und Diskursarbeit im derzeit in Gründung befindlichen „ Initiativkreis Klimaschutz NRW“.

Der Initiativkreis will dazu beitragen, dass
• der Partizipationsprozess bei der Entwicklung und Umsetzung der Klimaschutzstrategie NRW vertieft und intensiviert wird,
• die Klimaschutzstrategie in NRW in allen wichtigen gesellschaftlichen / wirtschaftlichen Bereichen verankert wird,
• Interessensgegensätze in Diskursen bearbeitet und Maßnahmen zu ihrer Überwindung gefunden werden,
• der Klimaschutzdiskurs zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft verstetigt werden kann.