23.11.2020

Eduard Wörmann 1930 – 2020


Eduard Wörmann (Foto privat)

Eduard Wörmann 1930 - 2020

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden." (Psalm 90,12)

So ist der Ewigkeitssonntag überschrieben. Im Wissen um die Endlichkeit des irdischen Lebens und in der Hoffnung auf neues Leben in Fülle bei Gott ist Eduard Wörmann in der Nacht des Ewigkeitssonntags im Alter von 90 Jahren gestorben.

Wir erinnern uns mit großem Respekt an den Mann, der mehr als ein Vierteljahrhundert lang (von 1969 bis 1995) das "Sozialamt" der Evangelischen Kirche von Westfalen, also das Amt für Industrie- und Sozialarbeit, geleitet hat.
Ihm lag die "Humanisierung der Arbeitswelt" am Herzen. Die Gemeinsame Sozialarbeit der Konfessionen (GSA) hat er in Zusammenarbeit mit der Ruhrkohle und anderen Unternehmen geprägt, die Veränderungsprozesse in Unternehmen begleitet. Immer hat er die Menschen im Blick gehabt, die besonders belastet waren, die zuweilen eher am Rand der Gesellschaft standen: er hat maßgeblich zur Entwicklung des Programms mit gezielten Hilfen für Langzeitarbeitslose beigetragen und weiteres arbeitsmarktpolitisches Engagement der Kirche z.B. in Beschäftigungsprojekten gefördert. Ihm lag daran, dass Betroffene wirklich Beteiligte sind, und so hat er dafür gesorgt, dass Erwerbslose Bildungsveranstaltungen mit gestalten und verantworten konnten.
Auch auf EKD-Ebene hat er sich als Mitglied der Sozialkammer und als Beauftragter für Fragen der Arbeitslosigkeit eingesetzt. Die Vernetzung von Gewerkschaften, Arbeitsgebern, Kirche, Politik und Wohlfahrtsverbänden hat er mitgestaltet - zum Wohl derer, die der besonderen Aufmerksamkeit bedürfen.
In seiner Verantwortung im Sozialamt hat er neue Formate entwickelt - z.B. Eheseminare für Strafgefangene. Er war Mitglied des Beirats der Justizvollzugsanstalt Werl und hat u.a. aus dieser Arbeit ein großes Interesse an der forensischen Psychiatrie entwickelt und auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand maßgeblich am Initiativkreis "Sicherheit durch Therapie im Maßregelvollzug" mitgewirkt. Die Arbeit des Instituts für Kirche und Gesellschaft hat er bis zuletzt interessiert verfolgt.

An vielen Stellen ist Eduard Wörmann Mahner gewesen, gleichzeitig Vermittler zwischen den unterschiedlichen Positionen und doch immer auf der Seite der Benachteiligten. Die gesellschaftspolitische Dimension kirchlichen Handelns hat er stets nach vorn gestellt und die aktuellen Herausforderungen gern und aktiv angenommen.

Für sein Wirken sind wir sehr dankbar.
Wir wissen ihn nun geborgen in Gottes Hand.

Pfarrer Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft
Heike Hilgendiek, Landessozialpfarrerin der Evangelischen Kirche von Westfalen