21.03.2012

Ein wichtiges Kapitel der kirchlichen Kulturarbeit endet


K. Gralher, R. Sareika, K. Breyer, V. von Bülow

Dr. Rüdiger Sareika, Studienleiter für Kunst, Kultur und Interkultur der Evangelischen Akademie Villigst wurde verabschiedet.

Mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang wurde Dr. Rüdiger Sareika, Studienleiter der Evangelischen Akademie Villigst, aus dem kirchlichen Dienst verabschiedet. In den letzten 30 Jahren hat Dr. Sareika den Arbeitsbereich Kunst, Kultur und Interkultur systematisch auf- und ausgebaut. Seit 2001 war er auch der Beauftragte für Kunst und Kultur der Evangelischen Kirche von Westfalen.

„Durch Rüdiger Sareika wurden die Themenfelder „Kunst“, „Kultur“ und „Interkultur“ zu einer der tragenden Säulen unserer Akademiearbeit“, so Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft. „Für Kunst und Kultur hat Rüdiger Sareika in unserer Kirche „Freiräume“ des Dialogs, der kritisch-kreativen Begegnung und der konstruktiven Partnerschaft geschaffen“. Klaus Breyer dankt Rüdiger Sareika für die Fundamente, die er mit seinen Kenntnissen, seiner menschlichen Wärme und seinem Netzwerkergeschick gelegt hat. „Ein wichtiges Kapitel in der kirchlichen Kulturarbeit geht damit zu Ende. Aber „das Arbeitsfeld wird nicht verwaist bleiben!“ Sareikas Nachfolgerin, Kerstin Gralher, wird im April ihren Dienst in der Evangelischen Akademie im Institut für Kirche und Gesellschaft aufnehmen. „Wir werden auch in Zukunft daran mitwirken, dass unsere Kirche kulturelle Verantwortung übernimmt und sich von Kunst und Kultur auf produktive Weise in Frage stellen lässt“, so Breyer.

Aus einer Vielfalt von Veranstaltungen im Bereich Kultur aber auch in den Bereichen Politik, Entwicklungshilfe, Frieden, Wirtschaft und Ökologie entwickelte Rüdiger Sareika das relativ kohärente Arbeitsfeld Kunst, Kultur und Interkultur. Es entstanden Tagungsreihen zur Bildenden Kunst, zur Literatur und zum Theater, aber auch zu den damals noch neuen Feldern wie der Gegenwartsliteratur aus Afrika, Asien und Lateinamerika oder der deutschen Literatur von Autorinnen und Autoren nichtdeutscher Muttersprache. „Dazu gehörte nicht nur die Identifizierung von Themen, sondern auch sich der Herausforderung zu stellen und sowohl die Kooperationspartner als auch die Teilnehmer/innen für die Diskursarbeit zu gewinnen“, so Dr. Peter Markus, Evangelische Akademie Villigst.

Ein weiteres Ergebnis der erfolgreichen Arbeit R. Sareikas im Bereich Kirche und Kultur war die Konzeption und Begleitung des Programms FREIRÄUME zum Kirchentag 1991 im Ruhrgebiet. Daraus folgte Ende der 90er Jahre die Mitwirkung am Konsultationsprozess der EKD zu Protestantismus und Kultur.

Im Rahmen seiner Kulturbeauftragung entwickelte er mit einer Projektgruppe die Kulturpolitischen Leitlinien der EKvW. Dazu gehörte die Berufung von Kulturbeauftragten in den Kirchenkreisen sowie in den Ämtern und Werken der Landeskirche. Weitere Aktivitäten folgten wie etwa im Rahmen zu RUHR.2010-Kulturhauptstadt Europas, zu den Kirchentagen oder etwa zur UNESCO-Konvention zum Erhalt und zur Förderung der kulturellen Vielfalt.

Das Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW verabschiedete sich mit Dank und großer Wertschätzung für die geleistete Arbeit von Dr. Rüdiger Sareika.