27.03.2017

Einsatz für Geflüchtete braucht Struktur und Perspektive


Foto: IKG

Die Teilnehmenden "sichten" das vorhandene Informationsmaterial

Ehrenamt braucht Strukturen und Perspektiven! Unter diesem Motto stand jetzt im Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) die Auftaktveranstaltung des Projektes "Engagiert in Vielfalt - Wahrnehmung und Stärkung ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten in Stadt und Land".
Drei Jahre lang werden ehrenamtliche Initiativen in Stadt und Land intensiv in ihrer Arbeit begleitet. Ziel des Projektes ist die Erforschung und nachhaltige Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten in Stadt und Land. Das Projekt wird vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW gefördert.
Was bewegt und motiviert Ehrenamtliche, sich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren? Welche Strukturen, Organisationen und Initiativen finden sie dabei vor? Und wie gestaltet sich die Lebenslage Geflüchteter, denen die Ehrenamtlichen begegnen? Welche Unterstützung brauchen sie unter den gegebenen Rahmenbedingungen? Diesen und weiteren Fragen geht das Projektteam am IKG nach.
"Zwei integrationspolitische Veränderungen der vergangenen zwei Jahre sind für mich maßgeblich: Asyl wurde zu einem echten Integrationsthema. Das ist neu, weil man bisher weitgehend glaubte, Integration habe erst mit der Anerkennung von Asyl zu beginnen. Die zweite wesentliche Veränderung ist das Entstehen einer neuen sozialen Bewegung im Land: Ehrenamtliche helfen und unterstützen Geflüchtete. In den Ausmaßen, wie wir das heute erleben, ist auch das neu. Die Ehrenamtlichen wirken daran mit, dass Menschen, die bei uns bleiben werden, teilhaben können, dass sie wie Du und ich Teil der Gesellschaft werden können. Das Projekt der Kirche verbindet diese beiden großen Veränderungslinien modellhaft", erklärte Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales bei der Veranstaltung.
Albert Henz, theologischer Vizepräsident der Ev. Kirche von Westfalen ergänzte: "Es gibt die vielen Ehrenamtlichen und sie brauchen Begleitung, Unterstützung." Die Landeskirche stelle dafür regelmäßig Sondermittel bereit. Im IKG wurde zudem ein eigener Fachbereich eingerichtet, dem nun für drei Jahre auch die Mitarbeiterinnen dieses Projekts angehören. Nun sei es wichtig, so Albert Henz weiter, "dass sich die Stimmung nicht immer mehr von einer Willkommenskultur zu einer Abschottungs- bis Abschiebehaltung verändert. Dabei wissen wir genau, dass wir von einer gut gestalteten Zuwanderung profitieren: Demografisch,kulturell und sogar finanziell.
Das Projekt stellt modellhaft sieben Initiativen in den Fokus der Untersuchung. Es vergleicht die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Arbeit, die Formen und Ausgestaltungen der Organisation, die Aufgabenfelder sowie die daran beteiligten Akteure und Motivationen.
Im Zentrum der Auftaktveranstaltung standen das Selbstbild der Modellinitiativen sowie der Ablauf des Modellprojekts. Es ging auch darum, Herausforderungen und Chancen der ehrenamtlichen Arbeit herauszuarbeiten. Zudem wurden Ansatzpunkte identifiziert, wie die zukünftige Entwicklung der Initiativen langfristig unterstützt werden kann. Erste Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojekts werden auf einer "Praxistagung" am 18. und 19. November 2017 in Dortmund vorgestellt. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter:
www.engagiert-in-vielfalt.de