16.11.2017

EKD-Synode fordert Sofortprogramm zum Klimaschutz


Die evangelische Kirche dringt auf einen ehrgeizigeren Einsatz der Politik gegen den Klimawandel. In einem am 15. November in Bonn verabschiedeten Beschluss fordert die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein Klimaschutz-Sofortprogramm für die Jahre 2018 bis 2020. Klaus Breyer, EKD-Synodaler und Mitinitiator des Beschlussantrags: "Ohne ambitionierte Klima- und Energiepolitik wird Deutschland das Klimaziel 2020 drastisch verfehlen. Dies wäre eine Katastrophe besonders für die Länder des Südens und viele andere Länder, die in der deutschen Energiewende Vorbild und Ermutigung sehen! Die zukünftige Bundesregierung muss schnell handeln. Wir fordern daher das sozialverträgliche Auslaufen aller Kohlekraftwerke, die eine Laufzeit von mehr als 30 Jahren haben."

Zudem erwartet die Synode mehr Anstrengungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien sowie eine konsequente Mobilitätswende, die Verkehrsvermeidung- und verlagerung sowie die Umstellung auf elektrische Antriebe beinhalten muss.

Auch die evangelische Kirche muss ihr Engagement zum Klimaschutz erhöhen. Die Synode fordert den Rat der EKD auf, gemeinsam mit den Landeskirchen ein Konzept zu erarbeiten, wie die Kirche bis 2050 Klimaneutralität erreichen kann. "Die Westfälische Kirche ist mit dem Grünen Hahn, Klima- und Mobilitätskampagnen sowie der Beratung durch die kirchliche Klimaschutzagentur erfolgreich unterwegs. Darauf dürfen wir uns jedoch nicht ausruhen. Vor allem muss nun die Arbeit verstetigt werden", so Breyer.

Für die mehrtägige Synode treffen sich die 120 Synodalen einmal jährlich jeweils in einer anderen Stadt. In diesem Jahr kam das Kirchenparlament in Bonn zusammen, wo zeitgleich die UN-Klimakonferenz berät. Auf der mehrtägigen Konferenz wurde auch der Klimabericht der EKD vorgestellt, der das Engagement aller Landeskirchen bilanziert.