03.05.2013

Energiewende: Lasten gerechter verteilen


(v.l.) Reinhard Benhöfer, Geschäftsführer AGU; Peter Altmaier, Bundesumweltminister; Dr. Gudrun Kordecki, IKG; Pfarrer Klaus Breyer, Leitung IKG

Bundesumweltminister Altmaier im Gespräch mit kirchlichen Initiativen

Hamburg/Westfalen. Die Lasten der Energiewende müssen gerechter verteilt werden. Diese Forderung hat Klaus Breyer gegenüber Bundesumweltminister Peter Altmaier bekräftigt. Breyer, der Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, erklärte am Donnerstagabend (2.5.) auf dem Hamburger Kirchentag, dass private Stromverbraucher gegenüber industriellen Großabnehmern nicht benachteiligt werden dürften.

Die Akzeptanz der Energiewende hängt nach Worten von Breyer wesentlich davon ab, ob ihre Kosten sozial gerecht verteilt werden. Deutsche Firmen, die sich am internationalen Markt behaupten müssen, sollten durch die Energiewende zwar keine Nachteile haben, so Breyer. Waren anfangs jedoch etwa 80 Firmen aus diesem Grund von Stromabgaben befreit, sind es inzwischen rund zweitausend. Breyer: "Da hat sich etwas verschoben - die Abgaben werden so auf weniger und schwächere Schultern verteilt." Großkunden können zudem ihre Energie an der Leipziger Strombörse immer günstiger einkaufen, während der Preis für Privatkunden ständig steigt.

Umweltminister Altmaier erklärte auf dem 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg, er habe den Dialog mit den Kirchen immer gesucht und werde ihn weiterhin suchen. Die Kirchen seien "ein ganz wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Prozesses". In jedem ordentlichen Dialog gebe es auch Meinungsverschiedenheiten. Das beste Argument werde sich am Ende durchsetzen.

Der Minister zeigte sich beeindruckt von den Präsentationen im Zentrum Umwelt, Frieden und globale Gerechtigkeit des Kirchentages. Mit viel Engagement seien diese Themen hier verständlich aufbereitet. Er erhoffe sich davon Anstöße zur Diskussion. (Pressetext EKvW, Foto: Heinrich Muehlenmeier)