27.05.2019

EU-Wahl hat neuen Schwung in die Klimapolitik gebracht


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Die EU-Wahl hat nach Einschätzung des evangelischen Theologen und Umweltexperten Klaus Breyer "neuen Schwung in die Klima- und Energiepolitik gebracht". Das werde auch darin deutlich, dass Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nun das Klimaschutzgesetz in die Ressortabstimmung gebracht habe, sagte der Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft am Montag in Schwerte dem Evangelischen Pressedienst (epd).
"Wir brauchen umgehend konstruktive Lösungen für die Energie- und Klimapolitik, die ökologisch ambitioniert und sozial gerecht sind." Ein anspruchsvolles Klimaschutzgesetz und ein ambitioniert Kohleausstiegsgesetz seien dabei erst der Anfang.
Noch gibt es Breyer zufolge die Möglichkeit, den Wandel konstruktiv zu gestalten. "Aber das Zeitfenster dafür wird sich in wenigen Jahren schließen", mahnte der Theologe, der auch Gründungsmitglied der Klima-Allianz ist. Die bisherige Politik sei mit Blick auf die Klimakrise alles andere als generationengerecht und Zukunft sichernd.
Die "Fridays for Future"- Bewegung habe vor den EU-Wahlen mit ihren Protesten "völlig zu Recht das zentrale Grundverspechen der aktuellen Politik infrage gestellt, für eine menschenwürdige Zukunft zu sorgen und Generationen übergreifende Daseinsvorsorge zu betreiben". Er hoffe, dass nach den EU-Wahlen beim Klimaschutz die Zeit des Verzögerns und Blockierens vorbei sei. Europaweit sei ein schneller klima- und sozialverträglicher Ausstieg aus der Kohleverstromung nötig, betonte der Theologe und Umweltexperte. "Wir brauchen innerhalb von zehn Jahren eine radikale Mobilitätswende", sagte Breyer. Wirtschafts- und industriepolitisch stehe der Aufbau von klimaneutralen Strukturen an. Zudem müsse die in Deutschland herrschende Wohnungsnot sozial- und klimaverträglich beendet werden, unterstrich der Theologe. Europa müsse deutlich vor 2050 klimaneutral werden. Wichtig sei auch das Thema klimagerechter Lebensstile.
Auch von den Kirchen erwarte ich, dass sie ihr Engagement für Klima- und Ressourcenschutz kritisch durchleuchten und weiter verstärken", sagte der Leiter des Instituts der westfälischen Landeskirche.

Holger Spierig, epd, führte das Gespräch mit Klaus Breyer.