22.03.2014

Evangelische Kirche: Forum für politische Diskussion


Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Foto: Steffen Höft, Düsseldorf

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat die Bedeutung der evangelischen Kirche als Partner der Politik unterstrichen. „Sie bietet ein wichtiges Forum für die Diskussion um den richtigen Weg in eine ökologische und sozial gerechte Zukunft“, sagte Kraft am Freitag (21.3.) bei einer Tagung über nachhaltige Entwicklung, zu der die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) eingeladen hatte.
Die Tagung mit fast 300 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden und interessierten Bürgern sei beispielhaft für ein solches Forum, auf dem die notwendige gesellschaftliche Diskussion stattfinden kann. Die Energiewende müsse „sauber, sicher und bezahlbar“ sein.
Dagegen warnte der frühere Bundesumweltminister Dr. Klaus Töpfer davor, immer nur auf die Kosten der Energiewende zu verweisen: „Wo Kosten sind, gibt es auch Erträge“ – deshalb sollte man besser von Investitionen als von Kosten sprechen. Aus Verantwortung für die kommenden Generationen, aber auch für die Menschen in den Ländern des Südens müsse die Energiewende global durchgesetzt werden.
Dr. Andar Parlindungan aus Indonesien betonte, unter einem unkontrollierten Wirtschaftswachstum leide global die Mehrheit derer, die nicht davon profitieren, ebenso die Natur. Die Güter der Erde seien von Gott geschaffen und für alle Menschen bestimmt, so der Theologe, der bei der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal arbeitet. Die gegenwärtigen Energieprobleme durch knapper werdende Ressourcen seien die Folge ungerechter Verhältnisse. „Das kapitalistische System fördert die Gier und nimmt keine Rücksicht auf spätere Generationen“, sagte Parlindungan. Die Kirche habe den Auftrag, zur Verantwortung für Gottes Schöpfung beizutragen.
Mit der zentralen Veranstaltung am Freitag und Samstag in Haus Villigst setzt die westfälische Landeskirche unter dem Motto „Streitbar. Reformation und Politik“ einen Schwerpunkt im Jahr der Politik 2014. In der evangelischen Kirche steht auf dem Weg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 jedes Jahr unter einem Thema, das mit der Erneuerung der Kirche zusammenhängt. 1517 hat Martin Luther seine Thesen mit Kritik an Missständen in der katholischen Kirche veröffentlicht. Daraus entwickelte sich eine Bewegung, aus der die evangelische Kirche entstand.
(PM der Pressestelle der EKvW)