17.06.2013

Farbe bekennen


Das Titelbild des Halbjahresprogramms entstammt der Ausstellung „Verborgene Botschaften“ von Elisabeth Stark-Reding, die wir hier im Haus vor Kurzem präsentiert haben. So verborgen, wie der Titel vorgibt, sind die Botschaften ihrer Arbeiten aber gar nicht: Da ist zum einen die malerische Ebene, die handwerklich-ästhetische, und die, die über das jeweilige Bild hinausgeht. Diese erzählt, was im Malerischen angelegt ist und mit dem Titel eine Richtung bekommt – einen Subtext gewissermaßen. Bei all unseren Tagungen, die wir veranstalten, gibt es auch immer mindestens einen Subtext. Indem wir gemeinsam Themen bearbeiten, stoßen wir etwas an, was mindestens genauso wichtig ist wie die inhaltliche Auseinandersetzung: das ist der Diskurs, das Ringen um das Thema. Dass wir hier streiten und uns austauschen können, dass unterschiedliche Meinungen und Standpunkte hier ihren Platz haben, ist wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Und, dass es um Themen geht, die nicht immer in der Tagespresse stehen, aber doch im Gespräch sind und Menschen beschäftigen. "Farbe bekennen" - so einer der Titel der Bilder Stark-Redings - wollen wir auch: für den gesellschaftlichen Diskurs, für ein Gespräch, das unerwartete Lösungen zulässt oder auch einmal gar keine findet. An Themen dafür mangelt es auch im kommenden Halbjahr nicht: es geht um Toleranz, den interreligiösen Dialog, um die Krise der Europäischen Union und die Regulierung des Finanzmarktes. Wir reden über den Frieden in Afghanistan und die Rechte für Flüchtlinge. Und wir fragen, wie wir mit Würde sterben und leben können im Angesicht des Todes. Keines dieser Tagungsthemen lässt uns unberührt. Wir freuen uns, wenn es Ihnen ebenso geht und Sie sich an diesen Dialogen beteiligen.

Diskurse und Dispute

Spiritualität und Kreativität