27.11.2019

Flucht, Migration, Integration


(c) Grafik: EKvW

Mehr Vielfalt leben und erleben - mit diesem Ziel hat die Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am 20.11. ein ganzes Paket von Maßnahmen beschlossen. Es macht deutlich, dass die EKvW auf allen Ebenen das Themenfeld "Flucht, Migration, Integration" als eine Aufgabe begreift, die einer entsprechenden personellen, organisatorischen und finanziellen Ausstattung bedarf.

Um die interkulturelle Entwicklung in allen kirchlichen Bereichen zu fördern, wird die Kirchenleitung Vorschläge machen. Dazu gehört auch die Frage nach der genauen Bedeutung des Begriffs "Mission". Kirchengesetze und Strukturen sollen systematisch unter die Lupe genommen werden: Fördern sie die interkulturelle Entwicklung oder stehen sie ihr im Weg?
Migranten in die Leitungsgremien
Der - bereits bestehende - internationale Austausch von Pfarrerinnen und Pfarrern mit den Mitgliedskirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) aus Asien, Afrika und Europa wird intensiviert. Christen mit Migrationshintergrund, so ein weiterer Beschluss, sollen verstärkt in den ehrenamtlichen Leitungsgremien der Landeskirche mitarbeiten, zum Beispiel in Gemeinden und Kirchenkreisen.
Schwerpunkt in der Bildungsarbeit
Auch in der kirchlichen Bildungsarbeit wird ein Schwerpunkt auf das Thema gelegt: "Kultursensibilität, Antirassismus-Arbeit und interreligiöse Kompetenz" sind die Ziele, ebenso die Auseinandersetzung mit den Strategien des Rechtspopulismus.
Langzeitunterkünfte, Kirchenasyl
Die EKvW wird sich weiterhin bei den politisch Verantwortlichen besonders für die Flüchtlinge einsetzen, die unter schwierigen Umständen in Langzeitunterkünften leben. Weiterhin tritt die Landeskirche dafür ein, dass sie schnellstmöglich in die Kommunen weitergeleitet werden. Politischer Druck soll ausgeübt werden, damit beim Kirchenasyl die Absprachen von 2015 eingehalten werden und, nachdem Deutschland zuständig ist, wieder der Ermessensspielraum ausgeschöpft wird. Dies ist derzeit nicht der Fall. Auch die Verletzung humanitärer Grundsätze durch einzelne Ausländerbehörden soll gegenüber den politisch Verantwortlichen angesprochen werden. Besonders fordert die Synode ein Bleiberecht für getaufte Flüchtlinge aus Ländern, in denen Christen verfolgt werden.
Seenotrettung
Entschieden hat sich die Landessynode für die Seenotrettung als staatliche Aufgabe im Mittelmeer ausgesprochen und dafür, das Bündnis "United 4 Rescue - Gemeinsam retten" zu unterstützen. Damit will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ein Schiff zur Seenotrettung organisieren, das aus Spenden finanziert wird. Zugleich unterstützt die westfälische Landeskirche die Forderung nach europäischen "Humanitären Korridoren" mit dem Ziel, für 50.000 derzeit in Libyen internierte oder von Schleppern festgehaltene Flüchtlinge einen sicheren legalen Weg nach Europa zu ermöglichen. (EKvW Pressestelle)

Weitere Infos zur Landessynode

EKvW Dossier Flucht und Asyl