06.03.2014

Frauen in Führung" - in Kirche und Gesellschaft!


"Frauen in Führung" ist 2014 ein großes Thema in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Nicht ohne Grund, denn vor 40 Jahren hat die Synode der EKVW die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt beschlossen und damit den Weg für Frauen in alle kirchliche Leitungsämter geebnet. "Seitdem hat sich einiges getan", so Nicole Richter vom Frauenreferat im Institut für Kirche und Gesellschaft. "Sieben der 28 Kirchenkreise haben eine Superintendentin. Die Kirchenleitung ist paritätisch besetzt. Und an der Spitze der Landeskirche steht erstmalig eine Frau." Die gerechte Teilhabe von Männern und Frauen im Pfarramt ist zahlenmäßig gestiegen. Der Weg zu einer wirklichen Gleichberechtigung - auch in anderen Berufsgruppen - sei aber noch ausbaufähig. Es dürfe nicht zu einem Nachteil werden, dass Frauen häufiger als Männer ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder Teilzeit arbeiten, um Zeit für Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen zu haben. Frauen seien oft in weniger gut bezahlten Berufen beschäftigt und ihr Karriereende in Positionen mit geringerem Gehalt und geringen Renten. "Um Frauen in Führung in Kirche und Gesellschaft zu fördern, bedarf es guter Konzepte", stellt Angelika Weigt-Blätgen, leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. fest. "Denn es geht nicht allein um prozentuale Anteile." Eine Frauenquote in allen gesellschaftlichen Bereichen, also auch in der Kirche, hält sie für einen Weg.
"Instrumentarien zur Durchsetzung der Frauenquote in Satzungen, Geschäftsordnungen oder Nominierungsausschüssen sind zu schaffen", fordert sie. Einen wichtigen Schritt zu dem Ziel "mehr Frauen in Führung" sehen beide auch in dem Beschluss der Landessynode 2013: Eine Projektgruppe wird sich in Kürze mit der Frage nach familienfreundlichen Arbeitsbedingungen beschäftigen.