12.06.2017

Freier Sonntag für freie Bürger


Der Evangelische Verband Kirche - Wirtschaft - Arbeitswelt (KWA) weist die Darstellung der Initiative "Selbstbestimmter Sonntag" zurück, der Sonntagsschutz sei nicht mehr zeitgemäß und ein wirtschaftlicher Standortnachteil. Das Gegenteil ist richtig, so der Verband: Der Sonntagsschutz trägt zum sozialen Frieden bei, befördert das Gemeinwohl und stärkt den Zusammenhalt. Dies gelte für Deutschland, aber auch für andere Länder wie Griechenland, wo kürzlich ein sog. Sparpaket der europäischen Gläubigerinstitutionen u. a. beabsichtigt, 32 verkaufsoffene Sonntage zu erwirken.
Bereits die Argumentation des maßgeblichen Urteils des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahre 2009 deutet den strengen Sonntagsschutz für Deutschland nicht als rückwärtsgewandte Verteidigung überkommener religiöser Traditionen, sondern im Gegenteil als sachgemäße rechtliche Rahmung des gesellschaftlichen Lebens unter den Bedingungen der globalisierten Moderne. Der Sonntagsschutz ist aus Sicht der Verfassungsrichter eine gesellschaftliche Aufgabe, die sich gerade aus der Leistungskraft der Ökonomie ergibt, damit diese ein menschliches Maß behält.
So heißt es in dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ausdrücklich: "Der Sonn- und Feiertagsgarantie kann schließlich ein besonderer Bezug zur Menschenwürde beigemessen werden, weil sie dem ökonomischen Nutzendenken eine Grenze zieht und dem Menschen um seiner selbst willen dient" (Az. 1 BvR 2857/07 BVerfG, 1. Dezember 2009, Absatz 153).

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