07.05.2020

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg


Annette Kurschuss, Präses der EKvW

75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Präses Annette Kurschus vor einem neuen Wettrüsten gewarnt und zum Einsatz für die Würde des Lebens, ein solidarisches Miteinander und gegen jede Form von Rassismus aufgerufen. Die Verbrechen, die damals von Deutschland ausgingen, verlangten „ein kraftvolles Bekenntnis zur ewigen Erwählung des Volkes Israel und gegen jede Form von Antisemitismus in unserem Land, der mittlerweile wieder seine hässliche Fratze zeigt.“

Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen sprach eine Videobotschaft auf dem Ehrenfriedhof des ehemaligen „Stammlagers 326 Senne“ in Schloß Holte-Stukenbrock bei Bielefeld. Dort waren von 1941 bis 1945 hauptsächlich sowjetische Soldaten und Zwangsarbeiter inhaftiert, von denen Zehntausende an Hunger und Entkräftung starben oder erschossen wurden. Ihre genaue Zahl ist unbekannt.
Videobotschaft von der Gedenkstätte Stukenbrock

Heiner Montanus, der Friedensbeauftragte der westfälischen Landeskirche, erinnerte zum Jahrestag des Kriegsendes daran, dass Freiheit, Demokratie und soziale Marktwirtschaft Errungenschaften sind, die mit dem Sieg der Alliierten über die NS-Diktatur möglich wurden. „Wir sind Gott und Menschen dankbar für diese von anderen für uns erkämpfte und uns geschenkte Befreiung und Freiheit!“ Sie müsse immer neu erhalten, gepflegt und gestärkt werden, erklärte Montanus, der im Hauptamt Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid ist.

Erklärung des Friedensbeauftragten zum 8. Mai