18.02.2014

„Gefangener Kunde? Der Fernwärmemarkt aus Verbrauchersicht“


Der Ausbau der Fernwärme ist ein unverzichtbarer Baustein für eine effiziente Energieversorgung in der Zukunft. Grund hierfür ist die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme durch die Nutzung von KWK-Anlagen, die eine hohe Energieausbeute mit sich bringt. Ganzheitlich ökologisch sinnvoll erscheint Fernwärme allerdings nur, wenn ihre Erzeugung hauptsächlich auf Erneuerbaren Energien und auf ohnehin anfallender industrieller Abwärme beruht. Im Vergleich zum liberalisierten Strom- und Gasmarkt hinkt der Fernwärmemarkt hinsichtlich Wettbewerb, Preistransparenz und Netzneutralität  hinterher: Erzeugung und Netzbetrieb sind in einer Hand und ein Anbieterwechsel ist für Fernwärmekunden oft nicht möglich. Darüber hinaus ist auch der Wechsel auf einen alternativen Energieträger, z.B. Gas, für einen Kunden ausgeschlossen, wenn in der Kommune Anschluss- und Benutzungsvorgaben für die Fernwärme bestehen.
Vor diesem Hintergrund spricht das Bundeskartellamt vom "gefangenen" Kunden. Aus Sicht des Verbraucherschutzes bedarf es einer starken hoheitlichen Regulierung sowie einer transparenten Kostengenese. Wünschenswert seien eine Preisaufsicht für die Wärmebereitstellung, eine Netzaufsicht für die veranschlagten Netzkosten sowie eine transparente Rechnung, erstellt nach einem einheitlichen Standard. Auch fehlten verbindliche Standards, nach denen die Klimabilanz von Fernwärme beurteilt werden könne. Die Netze seien vielfach alles andere als ein Hort der Energieeffizienz: Energieverluste in den Netzen würden von den Betreibern toleriert, schließlich zahle am Ende der Kunde.
Diskutieren Sie mit: Unter anderem darüber, wie die Fernwärme ihr Potenzial realisieren kann und welche Rahmenbedingungen für mehr Wettbewerb, erhöhte Transparenz und verbesserte Kundenfreundlichkeit notwendig sind.

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