21.03.2014

Herz des Glaubens: Hoffnung auf veränderte Welt


Präses Annette Kurschus, Foto: Steffen Höft

„Das Herz des christlichen Glaubens schlägt in der Hoffnung auf die Veränderlichkeit der Welt und im Glauben an Gott, der selbst schon begonnen hat und nicht nachlassen wird, die Welt zu verändern.“
Die westfälische Präses Annette Kurschus hat dazu aufgerufen, die Zukunft in dieser Hoffnung zu gestalten und dabei auf kleine Anfänge zu vertrauen. Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen sprach am Freitag (21.3.) zu Beginn der Tagung „Wege in eine ökologische und sozial gerechte Zukunft“ in Schwerte, Haus Villigst.
Mit dieser zentralen Veranstaltung in Haus Villigst setzt die westfälische Landeskirche unter dem Motto „Streitbar. Reformation und Politik“ einen Schwerpunkt im Jahr der Politik 2014. Die Tagung, an der der auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft teilnimmt, beschäftigt sich mit nachhaltiger Entwicklung in NRW und dem Beitrag der Kirchen.
Aufgabe der Kirche sei es keineswegs, „Streitfragen mit der zähen Soße der Harmonie zuzudecken“. Ebenso wenig hilfreich wäre es, über Konflikten einen „wolkigen Wertehimmel aufzuspannen“, dem alle zustimmen, aber den niemand erreicht. Mit Werten, so die Präses, seien in der Praxis sehr oft massive Konflikte verbunden. Als Beispiele nannte sie „Arbeitsplätze oder Klimaschutz, Schuldenabbau oder Bildung“. Daher das Motto „Streitbar“: Notwendiger Streit solle beherzt, sachkundig und differenziert ausgetragen werden. „Mitunter müssen wir ihn auch geradezu anzetteln und ausrichten, ihm Raum, Zeit und Sorgfalt widmen – in einer und für eine Gesellschaft, die oft in simplen Ja-Nein-Alternativen oder totaler Einigkeit feststeckt.“
Mut, Fantasie und Hoffnung
Die Kirche und der Glaube leben vom „Herzschlag Gottes“, so Präses Kurschus. „Es ist Zeit, dass wir diesen Herzschlag wieder intensiver wahrnehmen und auch öffentlich deutlicher benennen“. Er sei das Entscheidende – vor und in allem notwendigen Sachverstand in Zukunftsfragen. Nicht die Sorge um knapper werdende Ressourcen, nicht die Angst um die Zukunft sollte die treibende Kraft des Handelns sein, sondern Gottes Zusage der Fülle und die Weite seiner Möglichkeiten. Sie sei die Grundlage für Mut, Fantasie und Hoffnung von Menschen, die sich nicht mit ungerechten Zuständen abfinden wollen.
Wagen, was jetzt möglich und nötig ist
Das Vertrauen auf unscheinbare, kleine Anfänge, auf „beinahe Nichts“, gehört für die Theologin zum christlichen Glauben. „Die Hoffnung des Glaubens tut das, was sie als richtig, als gerecht, als zukunftsfähig erkennt. Sie wagt, was jetzt möglich und was jetzt nötig ist“, erklärte Präses Kurschus. Sie hob die dabei besondere Rolle der Schwachen und Benachteiligten hervor: „Diejenigen, die unter dem Unrecht am meisten leiden, stehen im Fokus der Hoffnung auf eine andere Zukunft – weil Gott sie als erste im Blick hat.“ Deshalb seien nicht die machtvollen Projekte, nicht die großen Umwälzungen und nicht die überwältigenden Erfolge das Maß der Hoffnung und des Wandels.
(PM der Pressestelle der EKvW)