16.11.2016

Integration muss zum Motor der sozialen Erneuerung in unserem Land werden


Die Armutsquote bleibt trotz geringer Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau. Bezahlbarer Wohnraum fehlt, die soziale Entmischung in den Städten nimmt zu. In jeder Stadt des Ruhrgebiets gibt es Quartiere, in der alle, die es sich leisten können, wegziehen. Rechtspopulisten nutzen die Situation und erklären Schutzsuchende zur Wurzel des Übels. Benachteiligte Hiesige werden gegen Geflüchtete ausgespielt.
In dieser Situation fordert ein Beschluss der EKD Synode einen generellen Politikwechsel, hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe für alle Benachteiligte - Hiesige wie Schutzsuchende."Angesichts der Vielzahl von Geflüchteten und der Integrationsaufgabe vor der wir stehen, werden soziale und besonders armutsrelevante Probleme in unserer Gesellschaft noch sichtbarer. Das sind Entwicklungen, die nicht neu sind und denen wir uns schon vor Jahren hätten stellen müssen.", so Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, der auf der EKD-Synode die Beschlussfassung initiiert hat. "Klare Kante gegen rechts", das sei das eine. "Es ist aber auch an der Zeit, Integration mit einer umfassend 'inklusiven' Gesellschaftspolitik zu verknüpfen, bei der gesellschaftliche Teilhabe und ein Leben in Würde für alle - Einheimische wie Schutzsuchende - im Mittelpunkt stehen.", beschreibt Klaus Breyer die Aufgabe. Als Kirchen sind wir hier besonders gefordert. Die Diakonie und die Kirchengemeinde vor Ort können viel zu einer nachhaltigen Quartiersentwicklung beitragen. Die ein wenig in Vergessenheit geratene ortsbezogene kirchliche Gemeinwesenarbeit ist heute wichtiger denn je und ein konkretes Zeugnis christlicher Nächstenliebe.
Interessante neue Ansätze dieser Gemeinwesenarbeit bieten der Projektverbund "Kirche findet Stadt" sowie das Projekt des Instituts für Kirche und Gesellschaft "Nachhaltigkeit nimmt Quartier".