30.05.2018

Klima-Allianz mahnt:


Medienberichten zufolge soll der Kabinettsbeschluss zur Einsetzung der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" nun doch noch nicht heute fallen.

"Die Kohlekommission muss dringend die Arbeit aufnehmen und endlich handfeste Ergebnisse zur Umsetzung des Pariser Abkommens liefern. Jeder Tag Verzögerung ist ein verlorener Tag für den Klimaschutz und bedeutet weitere Unsicherheit für Tagebau-Betroffene", äußert sich dazu Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft und  Sprecher der Klima-Allianz Deutschland. "Das Mandat ist nach bisherigem Stand nicht mit dem Pariser Abkommen kompatibel, es darf unter keinen Umständen noch weiter aufgeweicht werden. 62 Prozent Emissionsreduktion bis 2030 gegenüber dem Jahr 1990 ist kein ausreichender Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung um deutlich unter zwei oder gar 1,5 Grad C. Die älteste und dreckigste Hälfte der Kohlekraftwerke muss schon in wenigen Jahren vom Netz sein. Die Bundesregierung sollte den Aufschub daher nutzen, den klimapolitischen Auftrag der Kommission zu schärfen", ergänzt Stefanie Langkamp, Leiterin des Bereichs Kohle- und Energiepolitik bei der Klima-Allianz.

Es braucht die Perspektive von Tagebau-Betroffenen und derer, die schon heute oder in naher Zukunft unter den Folgen des Klimawandels leiden. Es geht hier um die Interessensvertretung von Millionen von Menschen im globalen Süden und künftiger Generationen, für die Entwicklungsorganisationen, Kirchen und junge Menschen beteiligt werden sollten. Auch bei uns muss die sinnlose und unwiderrufliche Zerstörung von Dörfern, Kulturgütern und der Umwelt ein Ende haben. Hilfreich wäre ein Moratorium, um während der Gespräche die Erweiterung von Tagebauen und damit einhergehende Zwangsumsiedlungen, die Abholzung des Hambacher Waldes und den Bau neuer Kraftwerke auszuschließen.