17.02.2012

Klimaschutz sozial gerecht umsetzen


Kirchenexperte: Bürgerbeteiligung am NRW-Klimaschutzgesetz einzigartig

Die Beteiligung der Zivilgesellschaft am NRW Klimaschutzgesetz hat der kirchliche Umweltexperte Klaus Breyer als einzigartigen politischen Vorgang gewürdigt. Am Ende könne ein wissenschaftlich fundierter Klimaschutzplan mit einer hohen Qualität stehen, erklärte Breyer, der am Mittwoch Teilnehmer der Auftaktveranstaltung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums zum Klimaschutzplan war. Der Klimaschutz werde gemeinsam von der Landesregierung mit der Wirtschaft und Zivilgesellschaft interaktiv umgesetzt, lobte der Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Das Klimaschutzgesetz NRW sei eine Chance für einen umweltschonenden Strukturwandel, sagte der Institutsleiter weiter. „Damit kann eine ’Klimamarke made n NRW’ geschaffen werden, die auch der Wirtschaft Vorteile bringt. Das ist zudem ein wichtiges Signal für die bundesweite Energie- und Klimapolitik“, erklärte der Umweltexperte. Nordrhein-Westfalen habe als „Energieland Nummer eins“ eine Schlüsselstellung für den Klimaschutz. Wichtig werde es sein, dass der Klimaschutz sozialverträglich umgesetzt werde, führte Breyer weiter aus. „Auch ärmere Menschen, die sich keine Luxussanierung ihrer Wohnung leisten können, müssen an der Energiewende teilnehmen können“, unterstrich der evangelische Theologe.
Die westfälische Kirche werde sich auch weiterhin in den Prozess einbringen, bekräftigte Breyer. So biete sie eine Diskussionsplattform der unterschiedlichen Gruppen an, erklärte der Institutsleiter. Die evangelische Kirche setze bereits in vielen ihrer eigenen Gebäude auf eine klimafreundliche Bewirtschaftung. Noch in diesem Jahr werde eine umfassende Klimaschutzstrategie der westfälischen Kirche veröffentlicht.
Nordrhein-Westfalen will als erstes Bundesland ein Klimaschutzgesetz einführen. Der Entwurf sieht vor, bis zum Jahr 2020 die Treibhausgas-emissionen gegenüber 1990 um mindestens 25 Prozent und bis zum Jahr 2050 um mindestens 80 Prozent zu verringern.

Das Gespräch für epd führte Holger Spierig.