03.04.2014

Klimawandel nicht mehr umkehrbar


Der Umweltexperte Klaus Breyer hat als Konsequenz des neuen Weltklimaberichts zu mehr Anstrengungen für die Energiewende aufgerufen. "Der Klimawandel ist nicht mehr umkehrbar", sagte der Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der westfälischen Landeskirche in Schwerte dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Er könne jedoch noch in seinen Auswirkungen begrenzt und durch konsequente Verringerung der Treibhausgasemissionen "wahrscheinlich noch in halbwegs beherrschbare Bahnen" gebracht werden. Die Zeit dafür sei jedoch knapper geworden.
International bewege sich in der Klimapolitik kaum etwas, kritisierte Breyer: "Das darf nicht so weiter gehen!" Von großer Bedeutung sei die Energiewende in Deutschland. "Wenn sie gelingt, wird sie ein Vorbild für andere Industrie- und Schwellenländer sein und international helfen politische Blockaden zu überwinden", sagte der Umweltexperte der westfälischen Kirche. Nötig sei zudem die Anpassung der Landwirtschaft an den nicht mehr zu verhindernden Klimawandel.
Der aktuelle Bericht gebe jetzt einen noch genaueren Überblick über die dramatischen Folgen eines ungebremsten Klimawandels, erklärte Breyer weiter. Danach werde die Verfügbarkeit von Wasser in vielen Regionen zum Mega-Problem. Extremwetterlagen würden immer häufiger zu extremen Nahrungsmittelpreisen führen und die Selbstversorgung der ländlichen Bevölkerung gefährden.

"Die Ärmsten der Armen werden besonders betroffen sein, obwohl sie am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben."Das langjährige Engagement der Kirchen in Deutschland für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik werde jetzt umso wichtiger, führte der Theologe aus.
Die Kirchen setzten sich auch in der weltweiten Ökumene für Klimagerechtigkeit ein. Eine wichtige Initiative sei der "ökumenische Pilgerweg für Gerechtigkeit und Frieden", der auf der Vollversammlung des Weltkirchenrates in Busan beschlossen wurde und an dem sich auch die westfälische Landeskirche beteiligen will.

Wichtig sei zudem, die Menschen zu ermutigen, ihren eigenen persönlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu entdecken und sie bei der Suche nach einem entsprechenden Lebensstil zu unterstützen. Mit Projekten wie beispielsweise "Zukunft einkaufen", "Grüner Hahn" und der "Klimaschutzagentur" der westfälischen Kirche würden Menschen unterstützt, für Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der eigenen Kirchengemeinde aktiv zu werden. Die Resonanz auf diese Projekte sei sehr gut.