16.05.2014

Klimawandel sorgt für Unfrieden


Präses Annette Kurschus (3.v.l.) empfing die Mitglieder der Klimaarbeitsgruppe in Schwerte. Foto: VEM

Internationale Fachleute beraten in Villigst - Pilgerweg zu UN-Klimaverhandlungen in Paris
"Der Klimawandel ist zutiefst ungerecht. Er sorgt für Unfrieden", erklärte Präses Annette Kurschus am Mittwoch (14.5.) in Villigst bei einem Treffen von Klimafachleuten aus aller Welt. Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen unterstrich, dass die globalen Klimaverschiebungen vor allem Menschen in den armen Ländern des Südens bedrohen, "obwohl wir mit zu den Hauptverursachern gehören".
Kurschus nannte als Beispiele den Taifun Haiyan auf den Philippinen, Dürrekatastrophen in Namibia und Überschwemmungen in Argentinien. In diesen Ländern gibt es Partnerkirchen der westfälischen Landeskirche, ebenso in Indonesien, im Kongo und in Kamerun. Dort breiten sich riesige Palmölplantagen aus, die Energie erzeugen, auch für Agrosprit in Deutschland. Landwirtschaftliche Flächen für Nahrungsmittel werden davon verdrängt. "Unsere Geschwister in den Partnerkirchen in anderen Teilen der Erde sind von den Folgen des Klimawandels ungleich mehr betroffen als wir", sagte Präses Kurschus.
Um darauf aufmerksam zu machen, hat der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) zu einem "Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens" aufgerufen. Dieser Aktion schließt sich die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) an. Als "Teilstrecke" ist ein ökumenischer Pilgerweg zu den UN-Klimaverhandlungen in Paris im Jahr 2015 geplant.
Das Treffen in Schwerte, an dem Fachleute der MÖWE und des IKG teilnahmen, diente dem Erfahrungsaustausch und der Planung gemeinsamer Aktivitäten auf dem Pilgerweg. Darüber hinaus wurde die Durchführung des  3. Internationalen Jugendaktionstag für Klimagerechtigkeit am 6. Dezember 2014 beraten.
Die EKvW unterstützt gemeinsam mit anderen Kirchen und Hilfswerken die Bemühungen des Weltkirchenrats für ein weltweit verbindliches Klimaabkommen. Seit mehr als 20 Jahren berät die internationale Arbeitsgruppe den Rat in Sachen Klimaschutz und Klimawandel.
Die Arbeitsgruppe des ÖRK tagt auf Einladung der Vereinten Evangelischen Mission vom 12. bis 16. Mai in Wuppertal.
Für ihren eigenen Bereich hat die EKvW ein Klimaschutzkonzept entwickelt, das den Energieverbrauch vermindert. Bis 2020 soll der Kohlendioxidausstoß gegenüber 1990 um mindestens 40 Prozent reduziert werden, so das Ziel. Außerdem gibt es im Bereich der westfälischen Landeskirche das Umweltmanagement "Grüner Hahn", mit dem Gemeinden ihren Umweltschutz systematisch und nachhaltig verbessern können. Das Projekt "Zukunft einkaufen" richtet das Einkaufsverhalten von Kirche und Diakonie als Großkunden konsequent auf ökologische sowie fair erzeugte und gehandelte Produkte.

Weitere Informationen:
<media 3758 - - "SONSTIGES, 1 Klimaexperten in Villigst Mai 2014, 1_Klimaexperten_in_Villigst_Mai_2014.pdf, 27 KB">Präses Kurschus: Europäische Energiewende als Motor für gerechtes Europa</media>
<media 3759 - - "SONSTIGES, 2 Klimaexperten in Villigst Mai 2014, 2_Klimaexperten_in_Villigst_Mai_2014.pdf, 31 KB">Präses Kurschus fordert mehr Anstrengungen gegen Klimawandel</media>
<media 3760 - - "SONSTIGES, 3 Klimaexperten in Villigst Mai 2014, 3_Klimaexperten_in_Villigst_Mai_2014.pdf, 34 KB">Präses Kurschus: Jeder kann zum Klimaschutz beitragen - Interview</media>