11.06.2013

„Menschen geschützt – gerechten Frieden verloren?“


Wir ringen weiter um die Frage, wie unschuldige Menschen vor Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt geschützt werden können. In diesem Zusammenhang stellen wir uns tief greifende Fragen zum Konzept der Schutzverantwortung" - so formulierten es die Kirchen weltweit bei der Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation auf Jamaika im Jahr 2011.
Die dort angesprochenen Fragen nach der internationalen Schutzverantwortung in der christlichen Friedensethik haben nichts an Aktualität eingebüßt; die Notwendigkeit ihrer Beantwortung wird - besonders vor dem Hintergrund der furchtbaren Erfahrungen von Ruanda, Srebrenica, Sudan oder Syrien - immer drängender. Wie beeinflusst das in der UN inzwischen verankerte Konzept der "Responsibility to Protect" (RtoP) das Paradigma vom Gerechten Frieden? Wie kann der Kerngedanke der Prävention angesichts realer Schutzbedürfnisse umgesetzt werden? Können Kriterien im Hinblick auf Interventionen als letztes Mittel entwickelt werden, die dem Anspruch des Gerechten Friedens entsprechen?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Kongresses "Menschen geschützt - gerechten Frieden verloren?", der vom 13. bis 15. Juni in Berlin stattfindet. Die Veranstaltung wird von der Evangelischen Akademie zu Berlin, der Evangelischen Akademie Villigst, der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST und der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD durchgeführt. Sie soll einen breiten Diskurs mit Vertretern aus Kirchen, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft vertiefen und die Delegierten der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), die im November in Busan/Südkorea zusammenkommen, im Blick auf ihre Urteilsbildung vorbereiten.

Unter den Teilnehmern sind der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms, der Generalsekretär des ÖRK, Dr. Olav Fykse Tveit, der langjährige UN-Sonderbeauftragte RtoP, Prof. Dr. Edward c. Luck von der University of San Diego, sowie Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und DIE LINKE. (PM Pressestelle der EKD)

Veranstaltungsflyer